Tattoo nimmt Stellung gegen Kasernenumbau

2. Februar 2017 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Nachdem das Basel Tattoo sich in den laufenden Abstimmungskampf um den Umbau der Kaserne bislang nicht eingeschaltet hatte, nimmt die Leitung dieses Anlasses nun dezidiert Stellung gegen das Projekt und wirbt für ein Nein am 12. Februar. Dies, nachdem auch ein erneutes Treffen mit dem Regierungspräsidenten keinerlei Klarheit geschaffen habe, wie den Bedürfnissen des Tattoo entsprochen werden soll. Das Basel Tattoo habe damit keine Gewähr, dass die Veranstaltung weiterhin gemäss den Zuschauererwartungen durchgeführt werden könne, heisst es seitens des Produzenten Erik Julliard.

Dass die Kaserne saniert werden muss, ist auch für Julliard und sein Team unbestritten. Trotz des sehr guten Einvernehmens mit den Behörden sehe man sich aber nun gezwungen, die Bedenken zum geplanten Kasernenumbau offen zu legen. Im Juli 2014 hatte das Basel Tattoo erstmals seine Bedürfnisse bei den zuständigen Behörden angemeldet, ohne dass darauf seitens Behörden bis heute konkret eingegangen worden sei. „Die Bedeutung des Basel Tattoo wird zwar betont, konkrete Zusagen, wie die Weiterführung der mittlerweile international viel beachteten Veranstaltung ermöglicht werden soll, blieben bis heute aus“, erklärt der Produzent. Die Zusagen würden sich vorwiegend auf die Umbauphase und die Nutzung des öffentlichen Raumes in und um die Kaserne beschränken.

Erfolglose Bemühungen um konkrete Zusagen

Im Gegensatz zu anderen Nutzern wie etwa der Moschee habe das Basel Tattoo keine konkreten Anhaltspunkte zur Nutzung nach Abschluss der Umbauphase. Anstrengungen, Konkretisierungen zu erwirken, seien erfolglos geblieben. Die einseitigen Zusagen an einzelne Nutzer des Kasernenareals führten zudem dazu, dass die zukünftige Nutzung nicht mehr ganzheitlich betrachtet werden kann. Rahmenbedingungen, welche für die Durchführung des Basel Tattoo auf dem Kasernenareal notwendig sind, müssten in die Planung einbezogen werden. Dazu gehören unter anderem die Nutzung des Haupteingangs und des öffentlichen Raumes im und um das Hauptgebäude, die Fassaden- und Fensterfront auf den Kasernenplatz sowie das Gelände und die Gastro-Nutzung zum Rheinufer. Stehen grosse Teile des Hauptbaus nicht mehr für Technik, Mitwirkende und Material zur Verfügung, müssen diese in vorübergehenden Installationen am Rheinufer und in den umliegenden Strassen untergebracht werden können.

„Zuletzt führte auch ein Treffen mit Regierungspräsident Guy Morin und leitenden Mitarbeitenden des Präsidialdepartements am 1. Februar 2017 zu keinem verbindlichen Ergebnis“, beklagt Julliard. Die gemachten Zugeständnisse liessen nach wie vor sehr viel Interpretationsspielraum zu und bereiteten dem Basel Tattoo Sorgen. Im weiteren wird seitens Behörden bestätigt, dass das Basel Tattoo mit jedem der neuen Nutzer die konkreten Vereinbarungen zu verhandeln hat. Die fehlende Verbindlichkeit, gepaart mit den zu erwartenden grossen logistischen und finanziellen Mehraufwänden, zwingt das Basel Tattoo, eine ablehnende Haltung gegenüber dem geplanten Kasernenumbau einzunehmen.

Zu viele Fragen offen – deshalb ein Nein!

Trotz der offensichtlichen Notwendigkeit der Sanierung sind zu viele Fragen offen im Hinblick auf die zukünftige Nutzung des Areals. Das Basel Tattoo hat keine Gewähr, dass die Veranstaltung weiterhin entlang der Zuschauererwartungen durchgeführt werden kann. „Wir bedauern, dass es den Behörden nicht möglich ist, dem Basel Tattoo verbindliche Zusagen zu machen. Der geplante Kasernenumbau birgt für uns Risiken, welche wir nicht in Kauf nehmen können“, sagt Julliard. Um weiter anzufügen: „Ich hoffe, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben Verständnis dafür, dass wir unter diesen Umständen den Umbau ablehnen. Es ist mein Auftrag, die Zukunft des Basel Tattoo für unsere Stadt, für unsere Mitarbeitenden und nicht zuletzt für Zehntausende Besucher zu sichern.“ Die Verantwortlichen des Basel Tattoo empfehlen daher, den geplanten Kasernenumbau abzulehnen.

Die Stellungnahme des Basel Tattoo sorgte für mannigfaltige Reaktionen – s. in der Spalte „E Hampfle Räppli“.