Fasnacht 2026 III: Von der Welt, Birsfelden und den Baustellen

6. Februar 2026 | Von | Kategorie: Nachrichten

Nebst internationalen Sujets dominieren der Dauerbrenner «Baustellen» und die Bussen in Birsfelden die Sujets der kommenden Fasnacht. 2026 dürfte aber einen farbigeren Cortège erleben als in der eher düster-schwarzen Ausgabe 2025.

Die letzte Fasnacht war von Sorgen und Pessimismus geprägt und damit auch in eher düsteren Farben gehalten. Die Ausgabe 2026 behalte die kritische Auseinandersetzung mit Zeitgeschehen und Zeitgeist bei, kleide dies aber in kräftige Farben und Formen. Dies die Vorausschau von Fasnachts-Comité-Obmann Robi Schärz an der traditionellen Medienkonferenz am Tag der Drummeli-Premiere:

Die internationalen Themen würden überwiegen und die angespannte Situation in Europa und der Welt in fast sechzig Sujets ausgespielt. Es gibt sie aber doch, die lokalen Themen: gut zwanzig Einheiten spielen den Dauerbrenner «Baustellen» und das «Bussen-Dorf» Birsfelden aus, fast gleich viele den ESC oder die Frauen-Fussball-Euro.

Neu ist der Rädäbäng nicht mehr in gedruckter Form erhältlich, was im Vorfeld zu einiger Unruhe in der Fasnaschts-Szene geführt hatte. Die neue Form als Teil der «Basel City Guide» biete aber auch grosse Chancen, betont die für diesen Bereich Verantwortliche Stefanie Gloor:

Die App ist für IOS und Android erhältlich und kostenlos. Für diejenigen, die sich elektronisch nicht so zurechtfinden, wird auch eine PDF-Version zum Herunterladen angeboten, wobei vor dem Ausdrucken der Printer-Papierschacht gut gefüllt sein muss: Der Umfang beträgt 120 Seiten.

Auch digital eher kryptische Einträge

Wie schon bisher im gedruckten Rädäbäng ist es gar nicht so einfach, anhand der Einträge zu eruieren, was die betreffende Formation konkret ausspielen will. So wollen die «Antygge» ganz schlicht «Begaischteret Entgaischteret» sein und die anscheinend heimatlosen «Anonyme Piccoholiger» titeln «Blätzli gsuecht» – vielleicht wollen sie auch für 2027 einen Blätzlibajass schneidern. Und beim Barbara-Cub heisst’ «es blächelet».

Das Hauptthema «Weltlage» wird sehr unterschiedlich ausgespielt, etwa von den «Alte Stainlemer» als «Krieg um Frieden» oder beim Wagen «Alti Basler Dante» mit «Alli rischten uff». Die «Rumpel Clique» verknüpft grossartig zwei Sujets mit «D Wält duet broodle – mir dien joodle». Radikal sind die «Giftschnaigge» mit «Demokratie vor d Säu?» und die «Rhygwggi» jammern: «Zyz zem Uffschreye».

Ein Vorteil der digitalen Ausgabe ist, dass man leicht nach Stichworten suchen kann. So ergibt «Birsfelden» das Sujet «In Blätzbums rollt dr Ruubel» und bei den «Wolfschlucht-Deppe» heisst es reimtechnisch etwas schwierig «In Blätzbums e Viertelstund blyybe, sunsch e Lappe schiebe».

Schöne «Neben-Sujets» sind im Verzeichnis zu finden, wie etwa bei den «Schnuffer/Schnooger Alti Richtig», die in ihren Adern Benzin entdecken: «FerrARI – syt 100 Joor am Start – lieber Rot als blau». Und das Sujet der «Versoffene Deecht» ist im 2026 genauso gültig wie in den Vorjahren und wie wohl auch noch im 2036: «Z Basel dien si Grääbe graabe».