Drummeli 2014 1. Teil – z Basel dien sy immer no Grääbe graabe

22. Februar 2014 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Die Drummeli-Bühne: eine Baustelle wie fast ganz Basel. In Anlehnung an das legendäre Charivari-Rahmestigg von 1980 zeigt sich das diesjährige Drummeli in rot-weissen Absperrungen wohin man sieht. Die Baustellen gehen vom Seibi zum Märtplatz bis zur Spale. Die Rahmenstiggli verbinden die einzelnen Cliquenauftritte wie die Baustellenschilder die Stadt. Es gibt überraschende Auftritte, einige tolle Bühnenbilder und interessante Interpretationen von bekannten (Basler-) Melodien.

Das diesjährige Drummeli beginnt mit einer neuen Darstellung des 1980er Charivari-Auftritts „z Basel dien sy Grääbe graabe“ des Ensembles. Herr De Meuron (ver-) baut die Stadt und freut sich an den vielen Baustellen. Ein Pierrot versucht in mehreren (Rahmestiggli-) Anläufen seinen Prolog über die Fasnacht vorzutragen und wird immer wieder durch Baustellenarbeiten unterbrochen. Wird er es bis zum Ende des Drummelis schaffen? Er zieht sich wie auch die gestresste Velokurierin neben den Baustellenarbeitern, der Zürcherin und der Cliquenhopperin durch das Programm. Die Velokurierin zeigt pointiert die Anforderungen an die heutige Frau: als Mutter fürsorgliche, mehreren Jobs nachgehende, schön auszusehende, immer gut gelaunte und nie gestresste Lady. Die Antwort auf dieses Rahmestiggli folgt auf dem Fusse mit der Männergugge Mohrekopf und „Sweet Mohrekopf“. Die Gugge nutzt die ganze Bühne aus und bietet eine gute musikalische Darbietung. Der Auftritt des Slam Poeten Laurin Buser zeigt, dass Fasnacht auch Platz bietet für Kunstgebiete, an die nicht zuerst gedacht wird. Er trägt seine „Orange-Poesie“ im Zusammenhang mit einer Damenbekanntschaft vor, welche Vorträblerin ist und zeigt durch sie das Wesen „Vorträbler“ mit seinen Eigenschaften auf. Die Regisseurin Bettina Dieterle schafft es mit vermehrten jedoch kürzeren Rahmestiggli fliessende Übergänge zu schaffen und für ein kurzweiliges Drummeli zu sorgen.

Die Spale-Clique Jungi Garde eröffnet den melodiösen Teil des Drummeli mit dem „Spaler0“. Mit der bekannten Bolero-Melodie können viele Junge für das Piccolo und die Trommel begeistert werden, was sich auch beim qualitativ guten musikalischen Auftritt wiederspiegelt. Die Rootsheere-Clique spielt die „Neye Glaibasler“, was leider etwas spät durch Frau Lätschmüller aufgelöst wird. Mit einem guten soliden „z Basel am mym Rhy“ nehmen die Märtplatz den Zuschauer mit auf eine Rheinfahrt. Ebenfalls ein guter solider Auftritt zeigen die Giftschnaigge mit dem „Luuser“. Zu den eher minimalistischen Bühnenbildern der Vorgängercliquen bieten im Gegensatz die Muggedätscher mit ihrem „Brimmeli-Retraite“ eine Abwechslung für Aug und Ohr. Sehr gelungen zeigen die Brimmeli-SchülerInnen wie auch auf Skateboards oder Sandkasten getrommelt werden kann. Beim Barbara-Club wurden wieder die Ohren mit dem „Ryslaifer“ gefordert: ein sensationelles Piano/Forte. Der einheitliche und gute Auftritt der Lälli-Clique mit dem „Tanzfrangg“ wurde von 4 BarocktänzerInnen begleitet. Die Opti-Mischte verbinden den“Brantgass Rag“ mit dem Scacciapensieri-Strichmännchen. Ein auch fürs Auge interessanter Auftritt. Mit dem „Sixty Nine“ wird zwar das Bühnenbild ein Schattenspiel, was jedoch in keinster Weise auf die Pfluderi und ihre Marschumsetzung zutrifft. Im ersten Teil bildet dieser Auftritt musikalisch den Höhepunkt, da neben dem sauber vorgetragenen Marsch auch das Verhältnis Tambouren zu Pfeifern wie auch die Stimmigkeit innerhalb der Instrumente passt. Die Wiehlmys zeigen mit dem „Arabi“ wie es vielen Cliquen an der Fasnacht geht: im Stau stehen und gut musizieren. Einen Überraschungsauftritt legen die Olympia mit dem „Gugol“ (Uraufführung) hin: wer hätte gedacht, dass aus der alteingesessenen Clique wieder eine Gugge wird! Das bizarre daran ist, dass sie besser spielen als manche „echte“ Gugge an der Fasnacht. Eine gelungene Verblüffung an Posaune, Trompete und co., welche Lust auf den zweiten Teil macht.

Drummeli 2014: 22. bis 28. Februar im Musical Theater Basel. Billette zu Fr. 43.- bis Fr. 73.-. Kinder und Jugendliche: halber Preis in der So.-Nachmittagsvorstellung. Der Vorverkauf läuft an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie bei Bider & Tanner (www.biderundtanner.ch). Weitere Infos: www.drummeli.ch