Solidarität mit Tattoo und Kaserne formiert sich

1. Mai 2012 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Nach jüngsten Anfeindungen des Basel Tattoo und darauf folgenden harschen Gegenreaktionen (vgl. Artikel von gestern) formiert sich nun inner- und ausserhalb des Kleinbasels eine starke Solidaritätsbewegung für den jährlichen Event in der heutigen Form und am jetzigen Standort. Dazu wurde ein Verein „zur Unterstützung des Basel Tattoo auf der Kaserne im Kleinbasel“ gegründet, der mit täglichen Anmeldungen in zwei- bis dreistelliger Höhe rasant wächst. Noch rasanter wächst die entsprechende Facebook-Gruppe „Heb Sorg zem Tattoo“, die nach den ersten drei Tagen auf rund 3000 Mitglieder zählen kann.

Die jüngsten Verhinderungs-Attacken gegen das Basel Tattoo gaben zwar die Initialzündung für die Vereins-Gründung; der Verein versteht sich aber ausdrücklich nicht als „Kampforganisation“ gegen diese Anwohnergruppierung, wie Präsident Michael Trachsel an der Gründungsversammlung verdeutlichte. Auch will man sowohl organisatorisch wie finanziell von der Tattoo-Organisation unabhängig bleiben. „Vielmehr“, so ergänzt Vizepräsident Patrick Stalder, „wollen wir ein Zeichen setzen, dass das Tattoo für viele Baslerinnen und Basler ein unverzichtbarer Event ist, zu dem wir Sorge tragen müssen.“

Die Initianten kommen mit Trachsel und Stalder sowie André Stohler zu einem guten Teil aus dem Kreis der 3E und der Fasnachts-Szene. „Es ist eine tolle Mischung aus jungen und älteren Personen, die grösstenteils im Kleinbasel wohnen und nun deutlich machen wollen, dass sie hinter dem Tattoo stehen.“ Ein Ziel des Vereins ist es nun, das Bewusstsein zu verstärken, dass das Tattoo Basel eine enorme Wertschöpfung bringt und den Namen der Stadt positiv in die ganze Welt hinausträgt.

Die Belastung für das Kleinbasel werde dagegen von der Mehrheit der Anwohner nicht als Belastung, sondern als Belebung empfunden, meint die Kleinbaslerin Carmen Kolp, die ebenfalls im Vorstand des neuen Vereins ist: „In dieser Zeit mit dem vielen ´Volk´auf der Strasse ist es problemlos möglich, sich auch abends und nachts im Kleinbasel zu bewegen. Dies ist leider nicht immer so.“ Ein weiteres Plus ist laut Kolp, dass durch die Mithilfe beim Tattoo und in der Tattoo Street viele Vereine ihre Kasse aufbessern und mit diesem Geld mehr Leistungen im Dienst der Allgemeinheit  anbieten können.

Der Verein setzt sich nicht nur für die Durchführung des Tattoo selbst ein, sondern auch für den Erhalt der Kaserne als perfektem Tattoo-Standort, aber auch als wichtigem Bau-Ensemble des Kleinbasels: „Die Kaserne als Ganzes und ohne ´grosszügige Öffnungen´ ist zwar für das Tattoo wichtig, aber längst nicht nur. Es ist ein bedeutendes Merkmal des Kleinbasels wie es etwa das Spalentor im Grossbasels ist“, betont denn auch der Vorstand.

Als erstes wurde jetzt für alle, die kein Facebook-Konto besitzen, eine Homepage unter dem Namen baseltattoosupport.ch eingerichtet. Hier kann mandas Mitgliedsformular ausfüllen und sich näher informieren. Für Mitte Mai ist eine Mitgliederinformation geplant, an der über die nächsten Schritte informiert werden soll. Im Raum stehen Aktionen wie ein Marsch von der Kaserne zum Rathaus, Unterschriftensammlung etc. Darüber wird der Vorstand in den nächsten Tagen beraten.