Wer genug hat von den ewigen Diskussionen, welches Raamestiggli in welcher Vorfasnachtskiste das bessere ist und wer mit Flachwitzen und faulen Pointen bedient ist, dem sei das „Rämpläm“ empfohlen: Mehr musikalische Qualität, mehr Spielwitz, mehr Tempo und mehr Tiefgründiges an Text und Performance geht nicht!
Die Rämpläm-Show bietet auch in diesem Jahr wieder einige grossartige Highlights, vor allem auf musikalischer Ebene. Gesprochen wird in der diesjährigen Ausgabe praktisch nichts. Es wird gesungen, getanzt und geschauspielert was das Zeugs hält. Da setzt sich ein Roman Huber ans Klavier und singt ein Lied über die „Scheissfasnacht“, nur um in einer grossartigen Pointe zu enden. Oder wenn die Männer des Abends mit stoischen Minen den ersten Rämpläm-Bangg singen … lassen. Oder wenn Martin Bammerlin mittels einem technischen Trick als Waggis-Wagen-Fahrer sein Leid per Lied vorträgt und beschliesst, dass er nächstes Jahr auch hinten auf dem Wagen fährt. Gleich im Anschluss singen die beiden Frauen Natalina Muggli und die wirklich grossartige Überraschung aus Zürich, Isabel Florido, einen MeeToo-Song gegen die frauengeilen Waggis auf dem Wagen („Kai Rösli, kai Mimösli und kai Hand im Hösli“…).
Eine weitere Glanznummer des Abends: Eine musikalisch geniale Adaption von „Peter und der Wolf“. Die Musikanten schaffen es, die Melodien von „Peter und der Wolf“ in Fasnachtsmärsche einzukleiden und daraus ein Fasnachtsmärchen zu komponieren und zu erzählen…. (Wer allerdings das Original von Peter und der Wolf nicht kennt, wird dem tieferen Sinn der Nummer nicht folgen können. Schön ist sie trotzdem.).
Ein Beweis, das die sechs Menschen auf der Bühne hoch kreativ sind und ihre Sache sackstark machen ist die Nummer mit dem „Reverse Video“. Es wird hier nicht gespoilert, obwohl es mich in den Fingern juckt…
Es müssten noch viele Nummern und Vorträge beschrieben werden. Ein grossartiges Lied ist jenes der „5. Fähri“, bei welchem der singende Bammerlin sich eine 5. Fähre auf den Rhein wünscht, die unsere Sorgen wegträgt. Ganz grosse Klasse.
Zu erwähnen ist auch das Solo von Roman Huber, der einen Kutscher einer Chaise gibt und seine Salven auf das Comité abfeuert. Das Publikum hält es kaum auf den Sitzen. Und die beiden VertreterInnen des Comités lachen höflich mit…
Die Musikanten auf der Bühne sind Weltklasse: Roman Huber, der kein Instrument auslässt, Florian Volkmann, den man schon lange auf der Rämpläm-Bühne kennt und Baschi Pfefferle, der ein rhythmisches Solo performt, welches ein unglaubliches Sprachtempo bietet. Dann natürlich der Produzent Martin Bammerlin. Zusammen mit den beiden Stimmen von Natalina (das Solo zu „Total Eclipse of my heart“ – grandios!!) und Isabel sind diese sechs Künstler ganz ganz oben auf der Qualitätsskala in der vorfäsnächtlichen Szenerie.
Das Rämpläm ist ein Gesamtkunstwerk! Schreiben Sie sich das in die Agenda von 2026. Denn in diesem Jahr gibt es nur noch vereinzelte Tickets. Und die sind – jede Wette – in den nächssten 24 Stunden weg! Das Publikum gab dem Ensemble, den Helfenden und dem Regisseur, Roland Suter, am Ende eine lange und hochverdiente Standing Ovation.



