RämPläm 2026: Die schrägste Nummer im Vorfasnachtsbusiness!

24. Januar 2026 | Von | Bilder: Michaela Brosig | Videos: André Auderset | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Gestern Abend feierte die Vorfasnachtsveranstaltung RämPläm ihre Première. Das Publikum hat die Vorstellung ziemlich stark beklatscht. Weil die Truppe auf der Bühne einen richtig guten Job gemacht hat!

Die Fotografin von fasnacht.ch hat an der Generalprobe Bilder geschossen und diese an den Autor übermittelt mit den Worten: „Schön wars. Und schräg wars!“. Eigentlich würde dieser Text reichen um die gut zwei Stunden zu beschreiben, die man an dem Rämpläm-Abend im Tabourettli verbringt.

Auf der Bühne stehen einerseits die drei Rämpläm-Veteranen Martin Bammerlin, Florian Volkmann und Sebi Padotzke. Dazu kommen Volkmanns Sohn Jona und die beiden Frauen Salome Hofer und Gina Günthard.

Es fällt mir – wie jedes Mal – schwer, das Programm zu beschreiben. Denn das RämPläm ist so schräg und anders. Da beginnt das Programm mit einer veritablen Parodie-Show auf das ESC mit ein paar Song-Covers von aktuellen und alten ESC-Songs inkl. „Ein bisschen Frieden“ oder „Waterloo“, welches als „Wasser loo, ych muess jetzt schnäll uffs Hyysli goh“ vom Publikum dank Untertitel mitgesungen wurde. Dann zeigten die Männer eine neue Interpretation von „Schnuuredrummle“, indem sie die Kübel auf der Fellseite tatächlich mit dem Mund bearbeiteten. Ich meine, wer kommt denn auf eine solche Idee? Und wie geht das? Trommel-Expertin Edith Habraken erklärt es:

Die sechs ProtagonistInnen trugen alle „normale Bühnenkleider“, die aber minimale Referenzen an Fasnachtsgoschdym zeigten (z.B. ein paar vereinzelte Blätzli oder Wullebölle an einem Schuh). Das zeigt auch ein bisschen auf, dass das RämPläm keine veritable Vorfasnachtsshow mit Pfyffe und Drummle und „scheene Goschdym“ sein will (obwohl allesamt auf dieser Bühne mit Sicherheit eine wunderbare Clique geben würden). Wenn also eine Guggenmuusig auf der RämPläm-Bühne erscheint, dann ist das hohe Qualität von schräger Musik, eingeleitet mit einem Song: „Was duet yynedrugge? – E Gugge“. Überhaupt: 90  % des Programmes waren Musik und Gesang. Da gab es fantastische Darbietungen von den Solisten, wie z.B. Salome Hofers „Stägge-Rössli am Wettsteinplatz“ oder das Coverlied zu „Every Breath you take“ von Police „E jeede Schritt wo duesch“ und die Leiden einer Pfyfferin anlässlich eines „zu langen Riemes duur d Stadt“ aufzeigt. Auch das Solo von Jona Volkmann am Piano „Tommy, I ha Haimweh“ war grossartig und herzerweichend. Die ausgebildete Jazzsängerin Gina Günthard brillierte ebenfalls mit Soli, begleitet durch ihre Kollegen an den Instrumenten. Die vielleicht schrägste Nummer war der Schnitzelbangg. Der Vers bestand aus unlustigen zwei Zeilen, der Refrain aber aus einem dreistimmigen Acapella-Choral. Grandios.

Merken Sie es? Ich kann beschreiben wie ich will – aber um zu merken und zu spüren was da auf der Bühne geboten wurde, muss man einfach hingehen. Die tolle Stimme von Gina Günthard, die sehr ansprechende  Leistung der bisher nicht wirklich bei Vorfasnachtsbühnen aufgefallenen Salome Hofer, die unglaubliche Musikalität und Instrumentenfähigkeit von den Volkmanns und von Sebi Padotzke und die Präsenz von Martin Bammerlin – das alles ist wahrhaftig das Salz in der sonst so ähnlichen Basler Vorfasnachtssuppe. Sehr kompetent und spannend zusammengefügt vom langjährigen Regisseur Roland Suter, der bei seiner Dankesrede von der „unglaublichsten und verrücktesten Truppe“ sprach. Dass das Theater am Spalenberg zwei so unterschiedliche Produktionen  gleichzeitig zeigt, ist sehr mutig und zahlt sich aus!

Der Abend endet mit zwei Zugaben. Und als der Applaus noch immer nicht aufhören wollte, stand Bämmi hinter das Mikrophon und sang seinen Evergreen: „I nimm denn no e gsprützte Wysse“ nach der Melodie von „I nimme no e Campari Soda“. Grosses Kino.

Also, mein Rat an Sie: Schreiben Sie sich auf der Homepage vom Fauteuil-Theater auf die Mailing List ein. Damit stellen Sie sicher, dass Sie frühzeitig auf den Vorverkauf für das RämPläm 2028 aufmerksam gemacht werden (es findet nur alle zwei Jahre statt). Die Vorstellungen in diesem Jahr sind restlos ausverkauft. Zu Recht. das finden auch die beiden Prominenten: