Mit der Première des Pfyfferli 2024 ist der Reigen der Vorfasnachtsveranstaltungen eröffnet. Das Fauteuil Theater am Spalenberg feiert hierbei einen glanzvollen Auftakt. Das Publikum zeigte sich euphorisch.
Wir leben in düsteren Zeiten mit Kriegswirren und Naturkatastrophen, steigenden Lebenskosten und trüben Aussichten. Dies ist den Machern des Pfyfferli 2024 durchaus bewusst und so stellten sie nicht ein Programm zusammen, welches lediglich aus Jux und Tollerei besteht, sondern wollten bedacht den Menschen den Spiegel vorhalten, Missstände ansprechen und hinter verschlossene Türen blicken lassen, was einem auch schon mal das Lachen im Halse stecken lässt, aber trotzdem unter dem Vorsatz: Humor ist, wenn man trotzdem Lacht!
Mir spinne Fääde zum enander finde,
und zum uff Baasler Art au Grääbe iberwinde.
Mir spinne fyyni Netz, und männgs blybt dinne hängge,
zum Lache driiber oder au zem Noochedängge.
Denn, s gilt, wenn s uff dr Wält duet gwittere und grache,
eerscht rächt: Humoor isch, wemme ainewääg derf lache!
(Aus dem Prolog «Pfyfferli 2024»)
Die lustigen, schrägen oder einfach nur schönen Nummern überwiegen aber klar. Das durch den Kakao ziehen unserer Politiker, das vergöttern eines Streugewürzes, eine Homage an unseren Rhein oder die lustigen Anekdoten rund um die Basler Fasnacht mit ihren Kostümen und Laternen sind einfach grossartig.
Vor allem im ersten Teil kommen die Gäste aus dem Lachen nicht heraus. Dies ist natürlich auch dem ausserordentlichen Ensemble zu verdanken. Mit einer gewissen, eher ängstlichen, Befürchtung musste man im vergangenen Herbst davon Kenntnis nehmen, dass die langjährigen Ensemblemitglieder Myriam Wittlin, Salomé Janz und David Bröckelmann am Pfyfferli 2024 nicht mitwirken werden. Dies auf Grund eigener schauspielerischer Projekten, welche sich mit der Vorfasnachtsveranstaltung in dieser Spielzeit nicht vereinbaren lassen. Die Befüchtungen hinsichtlich einer Qualitätsminderung war jedoch absolut unbegründet, hat das Theater Fauteuil doch mit Smadar Goldberger und Philipp Borghesi zwei hervorragende Akteure verpflichten können, welche auf ganzer Linie überzeugen. Es ist wirklich ein Freude den beiden jungen Schauspieler, Tänzer und Sänger zuzusehen. Sie werden mit der wunderbaren Ronja Borer, welche bereits seit vergangener Jahre Teil des Ensebles ist, dem unnachahmlichen Altmeister Roland Herrmann und nach einem Jahr Pause auch wieder mit der charmanten Caroline Rasser vervollständigt.
Das Pfyfferli 2024 kommt gewohnt musikalisch daher und nebst der brillianten Betina Urfer am Piano, sticht Reto Schäublin mit verschiedensten Instrumente hevor. Sie sorgen mit beschwinkten Melodien von Schlager über Musical bis Rock für durchgehende Unterhaltung. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Pfyfferli-Serenade aus der Feder von Arth Paul, welche er im Duett mit Yasmin Picton zelebriert und das Ensemble dazu pantomimisch „den Zirkel des Lebens“ aufführen. Eine tolle Nummer! Aber auch die Fasnachtsmusik, in Gestalt von etwas dunkel geratenen Harlekin, kommt nicht zu kurz. Dr Spalebärg performen d Pfyfferli-Pfyffer grandios, zwei Chriesibuebe „ruessen, dass es ruesst“ und gemeinsam tragen sie zudem den melodiösen Rhysprung vor.
Das Bühnenbild ist in dieser Spielzeit etwas aufwändiger gestaltet und so fühlen sich die Gäste in eine Fasnachts-Stube versetzt, in welcher permanent etwas von Statten geht. Der Vorhang fällt zwischen den Nummern nie und die Übergänge sind allesamt prima ausgefüllt, so dass keine Langeweile aufkommen kann. Es ist sowieso eine ausserordentlich kurzweilige Vorstellung. Die Programmpunkte schwanken zwischen himmelhoch jauchzenden Klamauk, bei welchen man sich den Bauch vor Lachen halten muss, beschwinkten, amüsanten oder melancholischen Musiknummern bis hin zu teuflischen, messerwetzenden und neutral-sarkastischen Darbietungen, bei welchen einem auch schon mal etwas mulmig werden kann. Die grosse Anzahl von Texter haben hier allesamt ihren eigenen Fussabdruck hinterlassen dürfen und für viel Abwechslung gesorgt
Zum tollen Programm zeichnen sich aber auch die alternierend auftretenden Schnitzelbängg verantwortlich. Am Premièren-Abend sind diese, eigentlich wie immer, dr Heiri und dr Spitzbueb. Beide Bängg haben ihre Verse bravourös vorgetragen und mit spitzen und treffenden Pointen gepunktet. Das Publikum zeigte sich begeistert.
Die beiden Regiesseure Andrea Pfaehler und Rolf Sommer, sowie die für die Dramaturgie verantwortlichen Caroline Rasser und Felix Rudolf von Rhor dürfen auf ihr jüngstes Kind stolz sein. Das Pfyfferli 2024 ist wiederum das Bijou der Basler Vorfasnacht!
Pfyfferli 2024
Die Vorstellungen finden zwischen dem 5. Januar und dem 18. Februar 2024 statt. Der Vorverkauf ist bereits sehr erfreulich gestartet. Für die 58 angesetzten Pfyfferli-Vorstellungen sind bis jetzt 95 Prozent der Billette verkauft. Es gibt also noch für alle Interessierten Tickets für verschiedene Vorstellungstermine. Wie gewohnt findet der Vorverkauf auf www.fauteuil.ch, an der Theaterkasse am Spalenberg 12 und natürlich telefonisch unter 061 261 26 10 statt.
Sollte sich der Vorverkauf auch in den nächsten Wochen gut entwickeln, dürfen wir rund 12’500 BesucherInnen zum «Pfyfferli 2024» am Spalenberg begrüssen.



