Das Fasnachtshuus überrascht in diesem Jahr nicht nur mit starkem Wortwitz und musikalischem Top-Niveau, sondern auch mit einem Loop-Vocal-Artist, einer schlagfertigen Guggemusig und natürlich der Fasnachtsgesellschaft mit demselben Namen.
Die Handlung ist einfach zusammenfassbar: Zeus (Hugo Buser), dem Göttervater ist es langweilig. Seine Frau Hera sowie die Kinder Aphrodite (beide gespielt von Dominique Lendi), Hermes (Philipp Wingeier), Eros, Dionysos und Koalemus (alle gespielt von Heinz Margot) versuchen, ihn aufzuheitern und zu unterhalten. Dies gelingt zu Beginn nur mässig. Bis ausgerechnet Koalemus, der Gott der Dummheit, zusammen mit Hermes die Idee hat, eine Basler Fasnacht im Olymp zu gestalten. Zeus möchte, seiner Überheblichkeit geschuldet, Frau Fasnacht sein. Selbstverständlich wird dies so nicht geduldet und am Ende ist alles vorbei, stürzt in sich zusammen, wie die Emotionen am Fasnachtsdonnerstagmorgen kurz nach 4.00 Uhr.
Kaum zu beschreiben sind jedoch die vielen Wortwitze (Text Heinz Margot, Roland Suter, Roman Huber) innerhalb des Schauspiels. Ein Wort ergibt das andere und die Pointenjagd ist gestartet. Eine Kadenz, die ihresgleichen sucht. Wunderbar ist auch die bekannte Stimme von Christoph Schwegler aus dem Off zu hören. Nicht minder hochwertig ist die musikalische Leistung. Die Fasnachtsgesellschaft Olympia füllt das Restaurant der Safranzunft mit gut 40 Männern und dem Marsch Hanswurscht. Später bringen sie die Tischtücher mit 20 Tambouren und dem Schlangefänger zum Vibrieren. Auch die Trommel- und Pfeifergruppe des EBIF lassen die musikalischen Fasnachtsherzen zuerst mit dem Sodeli, dann mit dem Pinocchio und gegen Ende mit dem Husar Richtung Akropolis schweben. Die Pfeifer/innen lassen den Mutzebacher und die Tambouren Doppelotti erklingen. Aber nicht nur die fasnachtsaffinen Besucher kamen auf ihre Kosten, auch Freunde der griechischen Musik konnten mit dem Trio Enámisi die Sinne in die Ferne schweifen lassen. Bilder von warmen Abenden in der griechischen Sonne machten sich breit. Zwischen den schauspielerischen und musikalischen Programmpunkten zeigte immer wieder Einmund (Florens Meury) als Loop-Vocal-Artist, was seine Stimme hergab. Von der eGitarre oder Schlagzeug zum Gesang bis zu Vogelgezwitscher wurde alles mit der Loop-Technik vereint und ganze Lieder entstanden (selbstverständlich zwei bekannte Songs zum Mitsingen). Eine aussergewöhnliche Schlussnummer wurde mit der Sektion Rhythmus der Horburg-Schlurbi eingeschlagen: 3 Schlagzeuger und 3 Paukisten zeigen ihr Können auf dem Instrument. Sie bringen im übertragenen Sinn am Ende alles zum Einsturz.
Ob es ein grossartiges Schnitzelbanggjahr wird, kann noch nicht definitiv gesagt werden. Die auftretenden Formationen Dintelimpli, Spootschicht Rhygass und Singvogel lassen jedoch auf einen interessanten und lustigen Jahrgang schliessen. Beim Dintelimpli werden Märchen neu interpretiert, bei der Spootschicht Rhygass auf Frühfranzösisch in Freibädern gesetzt und beim Singvogel wird passenderweise über veganes Poulet gesungen.
Nicht nur das Äussere und Innere der Safranzunft verwandelte sich in eine griechische Taverne, auch auf dem Teller wurde beinahe ein Sirtaki präsentiert. Spanakopita als Vorspeise, Poulet-Souvlaki mit Tzatziki und Gemüse-Couscous als Hauptgang und das Dessert rundete ein Cheesecake Olympia mit Granatapfel und Honig ab. Göttliche Speisen am Fusse der Akropolis, bzw. der Gerbergasse.
Das Fasnachtshuus besticht auch in diesem Jahr, neben seinem vorzüglichen Essen, durch Bissigkeit, viel schwarzem Humor und drückt den Finger auf die weltweiten Wunden. Ähnlichkeiten mit bekannten Persönlichkeiten sind weder zufällig noch ungewollt. Ein fasnächtlicher Spiegel, der dramatische Geschehnisse und Personen, eruiert, enthüllt und am Ende elimiert. Musikalischen vermögen alle Mitwirkenden zu überzeugen und garnieren den Anlass immer wieder mit Sahnehäubchen. Das Kulinarische steht dem Programm in nichts nach und die Geschmacksnerven jubeln.
Kalispera bedeutet im Griechischen: Guten Abend.
Die Vorstellungen finden vom 4.-14. Februar 2026 jeweils um 19.30h statt. Die Türöffnung ist um ca. 19.00h. Leider gibt es keine Tickets mehr, das EBIF ist ausverkauft.


