Drummeli 2025: anders und mutig

22. Februar 2025 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Unter dem Motto: „e rundi Sach“ wurde eine runde Bühne inkl. Manege aufgebaut. Ein Grossteil der Cliquen nutzte die neue Arena perfekt und zeigten sich von allen Seiten und mit vielen Facetten.

Die neue Form der „Drummeli-Bühne“ war für die Umsetzung aller Cliquen, Guggen und Schnitzelbängg eine Herausforderung. Wie bespielt man 360 Grad in einer Arena, wo die vorderste Reihe zwei Meter vor den Zuschauenden steht? Und wie gestaltet man ein Bühnenbild ohne die grosse Leinwand im Hintergrund, welche seit Jahren die Vorträge unterstützt? Und wie muss eine optimale Aufstellung in diesem Format aussehen und musikalisch „verhebe“? Diese Fragen mussten sich alle stellen. Die Cliquen boten unterschiedliche Lösungsansätze. Die einen kreisten in der Manage, andere stellten sich kreisförmig auf und wieder andere liefen hinein und blieben stehen. Besonders gut wurde die runde Bühne von Olympia, CCB, Märtplatz, Bebbi und Opti-Mischte genutzt. Für diejenigen, welche einen stehenden Vortrag boten und weder die Musikalität noch das Bühnenbild litt, waren die Naarebaschi, Räpplischpalter, Seibi, Giftschnaigge/Schänzlifäger und Barbara-Club. Dann gab es Cliquen, welche durch ihren Einfallsreichtum von Kostüm und Bühnenbild auffielen. Zu ihnen zählen Rootsheere, Muggedätscher, CCB, Seibi, Bebbi und Barbara-Club. Wieder andere boten noch schauspielerische Einlagen, welche beim Publikum sehr gut ankamen. Hierzu zählen die Rootsheere, AGB, CCB und Märtplatz . Vor allem der Auftritt der Märtplatz kann als visueller Höhepunkt bezeichnet werden. Sie zeigen ein Tattoo-Medley, welches mit dem Whisky startet, zu Top Secret übergeht und schlussendlich ein bekanntes Tattoo-Phänomen von langen Warteschlangen vor den Toiletten aufnimmt. Hier spielt der schottische Humor mit und sie beginnen mit Highland Dancing in der Warteschlange. Grandios umgesetzt. Mit viel Fantasie wurde vom CCB der Böögg (ebbe nit) verbrannt. Humoristisch umgesetzt. Die Muggedätscher haben dafür Petrus in ihre Planungen einbezogen und die Fasnacht bei Wind und Wetter vorgetragen.

Sensationell waren auch die beiden SoloDuo-Mitwirkenden Nicolas Gehrig und Ella Suter. Eine wunderbare Begleitung und Einbindung der beiden grandiosen Virtuosen auf ihrem Instrument.

Als Schnitzelbängg traten die Spootschicht Rhygass und die Dreydaagsfliege an der Premiere auf. Die Spootschicht Rhygass ist trotz des zarten Alters von 4 Jahren bereits eine solide gute Grösse in der Schnitzelbangg-Welt. Zumal auch ihr Vers über die jeweiligen Bürden der Kantone (s Wallis het dr Wolf und d Züri ebbe Zürcher…) auch für ausserkantonale Zuhörer verständlich ist. Die Dreydaagsfliege meint, dass wir „mit eme Code und eme Jüntli jetzt dr Salat hän“.

Die Verschmelzung von Raamestiggli und Cliquenbeiträgen funktionierte gut und so wurden Cliquen in diese eingebaut, begonnen oder beendet. Am Anfang wie am Ende des Drummelis wird die Arena mit Mitwirkenden aller Cliquen geflutet. Die Arena bringt die Zuschauenden viel näher zu den Auftretenden und lässt so eine familiäre Athmosphäre entstehen.

Die Raamestiggli kamen in diesem Jahr viel musikalischer daher. Das Ensemble aus Gesang und Musikern bot viele verschiedene Einblicke in ihr Können. Vor allem das erste Raamestiggli mit einem Song über den „Cortège, s muess halt so sy“ ist sicherlich das Beste. Es werden in verschiedenen Rääme die kleinen und grösseren Problematiken wie Stamm versus Schissdräggzygli, dem Fasnachtsblues am Donnerstagmorgen, was eine echte Balkonszene sei oder der Öffnung von Männercliquen thematisiert. Die schauspierische Leistung des Ensembles ist durchwegs gut und überzeugend. Dies könnte vielleicht der Ausschlag gegeben haben, die Rääme zu lang zu gestalten. Sie sind durchs Band zu lang und es sind zu viele. Das Versprechen eines kürzeren Drummelis ist ganz klar nicht erfüllt, denn es dauerte mit Pause rund 3,5 Stunden.

Fazit ist in diesem Fall klar: die Cliquen haben eine hervorragende Arbeit geleistet und tolle Ideen präsentiert. Letzlich ist – und das sollte nicht in Frage stehen- das Drummeli noch immer eine Leistungsschau der Stammcliquen und nicht eine Performance-Lounge für Schauspielende! Aber es ist auf einem sehr guten Weg.

Cliquen
Naarebaschi: Fischmärt
Lälli-Clique: Ryyslälli (Uraufführung) und der Pfeifer- und Trommelschule
Rootsheere: San Carlo
Olympia: dr Calvados
Alti Glaibasler: Bhaltis 23 (Uraufführung)
Muggedätscher: Brite 79
Rätz-Clique: Fritzli
Central Club Basel: Free Böögg!
Seibi: Pinocchio
Märtplatz-Clique: Tattoo-Medley
Aagfrässene: eimol komplett (Trommelsolo)
Basler Bebbi: Hofnaar
Barbara-Club: uff em Petersplatz (Pfeifersolo)
Opti-Mischte: Papillon

Guggen
Räpplischpalter: Medley und 50 Joor Fasnacht
Giftschnaigge/Schänzlifäger: Medley

Schnitzelbangg
abwechselnd jeweils zwei: Brunzguttere, Dreydaagsfliege, Heiri, Singvogel, Spitzbueb, Spootschicht Rhygass

Drummeli-Team
Ensemble: Baschi Hausmann, Daniel Buser, Marie-Louise Hauser, Florian Volkmann, Jona Volkmann, Simone Haering, Jonathan Bötticher, Ella Suter, Nicolas Gehrig
Regie: Michael Luisier
Bühne und Kostüme: Pascal Kottmann
Produktionsleitung: Matthieu Meyer, Roger Birrer, Beat Läuchli

Daten und Zeiten
Samstag, 22.2.2025 bis Samstag, 1. März 2025 (ohne Montag). Beginn jeweils um 19.30h ausser Sonntag um 14.30h

Ticketverkauf
unter www.drummeli.ch oder http://www.ticketcorner.ch sowie bei Bider und Tanner (dort von Mo-Sa 09.00h bis 17.00h)
Preise: ab 48.00 CHF (für Jugendliche reduziert) bis 78 CHF