Der Dienstag ist quasi der Gemischtwarenladen an der Basler Fasnacht. Die Kleinen geniessen ihren Nachmittag in kostümiert «allergattig» Gefährten, die feinsinnigen Geniesser schmunzeln auf dem Münsterplatz über träfe Laternensprüche, die Wagen-Freunde kommen bei der Kaserne auf ihre Kosten und die Guggen-Fans am Abend in der Innerstadt. Und das alles 2026 bei Traumbedingungen.
Das Fasnachts-Comité hatte es schon vor rund zwei Wochen bekanntgegeben: Es steht gut um den fasnächtlichen Nachwuchs. Dass dies auch auf spätere Generationen zutreffen dürfte, zeigte die selige Stimmung und die überschäumende Freude bei den Jüngsten und Allerjüngsten. Die Bilder sprechen Bände:
Dann rauf auf den Münsterplatz. Auch hier bei prächtigen Bedingungen eine tolle Stimmung an der Laternenausstellung. Und auch hier viele Kinder:
Und viele Pfeifergruppen, welche die Leute erfreuten, wenn sie nicht gerade von staatlichen Fahrzeugen behindert wurden (s. Artikel «Ver(w)irrte Abfallkontrolleure» unter E Hampfle Räppli . Die «Lambbe» wirken natürlich so richtig erst nach Einbruch der Dunkelheit. Trotzdem mal ein paar Impressionen bei Tageslicht:
Keine Angst: Impressionen von der nächtlichen Stimmung werden wir nachliefern. Aber jetzt erst mal an die Wagen und Requisitenausstellung auf das Kasernenareal. Hier haben die «Wägeler» die Möglichkeit, ihre Passiven zu verwöhnen, viele machen dies mit Getränken, Raclette oder Hotdogs, wie die Routebysser. Nebenan bei den jubilierenden Schnurebegge hat man sich etwas besonderes einfallen lassen: Ein Geschicklichkeitsspiel, wie man ein mit Fäden auf einem Holzbrett fixierten Bier einigermassen verschüttfrei trinken kann. Cliquenmitglied und Grossrat Jerome Thiriet gelang dies so mittelprächtig:

Wir haben uns dann mal ein paar Zeedel der «Wägeler» rausgepickt.
Das aktuelle Wagenverbot am Fasnachtsdienstag war natürlich ein gewichtiges Thema. Fast schon zynisch reimt das Sujet der Horburg-Rueche:
Mir hätten e Idee
am Zyschtig ziet uns s Comité
Deutlicher artikulieren dies die Samba Waggis mit dem Sujet «Mer biäärdige dr Waggis an dr Binggis-Faasnacht» un sie schliessen ihren Zeedel mit dem Appell:
Statt lätzi, bleedi Verbott z eerloo
leent d Binggis derfe ufem Waage stoo
Ein ganz anderes Problem haben die Ammedysli. Ihre Stammbaiz wurde anscheinend so renoviert, dass man fast das Modewort «gentrifiziert» gebrauchen muss, sehr zum Missfallen der Aktiven:
Statt Bier und Schnaps gits jetze neu
Fairtrade-Kaffi mit Milch uss Heu
Im Stammtischegge wird nimm glacht
sondern flyssig Yoga gmacht.
Die Plauschwaggis, die sich unter dem Sujet «Jetzt isch gnueg – mir laischte Wiiderstand» gleich an der gesamten Regierung abarbeiten, reimen:
Derfür stellt me am Cramer – sec – e Keenigryych ans Hauptposchtegg
E Tämpel, fascht e Schloss bigoscht, wo gwiss e baar Millioone koscht
Derwyyl d Frau Soland, s isch verfluecht, als no en aigny Woonig suecht.
Auch die anderen im Regierungsrat bekommen ihr Fett weg – hier ein «Mimpfeli»:
S beweggt sich nyt, dr Stillstand boomt. Und wenn me neecher aanezoomt
seesch wie am Hebel vo dr Macht, d Frau Käller grad e Schlööfli macht.
Das erklärt auch, warum sich die Damen und Herren vom Rathaus in ihrem Dienstwagen nicht ganz wohl fühlen:
Es wird ne drum im Tesla-Kiibel bi jeder Faart so richtig iibel.
Und dr Grund für die Symptom: Die sin nur ungärn unter Strom.
Der Berichterstatter ist es aber – nämlich unter Strom – und wird sich nun wieder in den Strom der Aktiven und Passiven zwischen Seibi und Claraplatz einreihen. Mit dem Sternmarsch der Guggen und den Platzkonzerten wird noch viel los sein, ebenso das gemütliche Gässle in den Gassen dahinter. Es gibt viel zu sehen – wir werden darüber berichten.


