Charivari out! Und die andern?

29. September 2020 | Von | Bilder: BFO-Archiv | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Das Charivari wird 2021 nicht stattfinden. Bleibt das die einzige Absage? Oder folgen noch andere Vorfasnachtsveranstaltungen? BFO hat sich bei den Produzententeams umgehört.

 (Bitte beachten Sie auch den Vorfasnachts-Kalender 2021 in der Rubrik „e Hampfle Räppli“)

Helmut Förnbacher (s Ridicule) tönt etwas bedrückt. Sein Theater im Badischen Bahnhof leidet unter der Pandemie. «Die Leute, die kommen, sind glücklich. Aber es kommen wenige!». Auf die Frage nach dem Ridicule antwortet er klar: «s Ridicule ist eine sehr intime Vorfasnachtveranstaltung, die wie ein normales Theaterstück in den Spielplan eingearbeitet wird. Wenn nicht wieder ein Berufsverbot von der Regierung ausgeprochen wird, dann findet das Ridicule statt». Das Förnbacher-Theater im Badischen Bahnhof hat ein Schutzkonzept, welches schon heute angewandt wird. «Mehr als 100 Personen pro Vorstellungen liegen nicht drin. Auch keine grösseren Gruppen, aber das ist bei uns ja normal.»

Auch Almi (s Läggerli) sagt klar: «Wir spielen! Falls es die Welt dann noch gibt. Seit einem Monat proben wir, der Vorverkauf läuft, es gibt noch 30 Tickets für die Première und dann ist sie ausverkauft! Das Schutzkonzept sieht Masken vor!» Natürlich sagt auch er: «Wenn wir im Januar wieder in einen Lockdown müssen, dann spielen wir halt nicht. Aber dann haben wir ganz andere Probleme als ein ausgefallenes Läggerli

Die Durchhalteparole hört man auch aus dem Hause «Häbse-Theater» für das Mimösli. Niels Hauck, Produktionsmanager, ist zuversichtlich: „Wir haben ein ausgezeichnetes Schutzkonzept, spielen mit einer gelockerten Sitzordnung und weniger Besuchenden ja schon länger wieder im Theater und planen fest mit der Durchführung des Mimösli vom 8.1. – 13.2.2021. Allerdings werden grössere Herausforderungen auf uns zu kommen, da wir natürlich auf Vorschriften in Garderoben und auf der Bühne achten müssen. E Gugge im üblichen Sinne wird es 2021 im Mimösli wahrscheinlich daher nicht geben können. Aber wir machen was wir können, um die beliebte Vorfasnachtsveranstaltung durchführen zu können!“

(Update Pfyfferli; 29.9./17.30)

Am Telefon erklärt Caroline Rasser vom Theater Fauteuil: „Wir sind mit dem Pfyfferli auf Kurs! Der Vorverkauf für die Clubmitglieder beginnt am 13.10. und für die breite Öffentlichkeit am 24.10.2020. Wir arbeiten schon lange mit dem Schutzkonzept von weniger Publikum,  leeren Zwischensitzen, Masken und keine Konsumation. Dann haben wir noch in die Lüftung investiert. Wir sind bereit.“ Caroline Rasser bedauert die Absage des Charivaris meint aber: „Das ist verständlich. Das Risiko für die Charivari-Truppe ist viel zu gross und sie arbeiten auch mit viel mehr Menschen auf der Bühne. Da haben wir es leichter, obwohl es auch bei uns Anpassungen hinter der Bühne geben wird.“.

Ebenfalls positive Meldungen wurden uns zugetragen vom Kindercharivari und  dem Fasnachtshuus. Auch Peter Keller vom Theater Arlecchino lässt ausrichten, dass alle seine Vorfasnachtsproduktionen stattfinden werden. Auch er profitiert – wie alle Veranstaltungen in einem bestehenden Theater – von bereits aktuell angewandten und erprobten Schutzkonzepten. Dass es hin- und wieder zu Anpassungen kommt, z.B. beim Catering oder bei der Kapazität im Publikum, ist nicht auszuschliessen. Auch stattfinden sollte – Stand heute – der Kellerstraich im Marionettentheater.

Die Durchführung des  Rotstab-Cabarets in Liestal ist ebenfalls – gemäss Facebookseite der Rotstab-Clique – abgesagt. Das ist begreiflich, wenn man weiss, dass dort – vor allem – die Rotstab-Clique ihr Können zeigen wollte.  Und «Massenauftritte» sind die grosse Herausforderung. In diesem Zusammenhang wird natürlich sofort auch «s Drummeli» genannt. Da ist bisher nichts Neues bekannt. Robi Schärz, der Drummlichef vom Comité, hat es an der Präsidentenkonferenz vom 7.9.2020 klar gemacht: «Es wird e Drummeli gäh.  I waiss nonig wo und I waiss nonig wie. D Cliquene sind scho am Schaffe und d Täggschter am Täggschte!».

Zusammenfassend: Eigentlich ist nichts sicher! Wenn die Pandemie im Winter 2021 abflaut, ein Impfstoff verfügbar ist oder die Schutzkonzepte mit Maske und Abstand zur Gewohnheit übergegangen sind, ist es sehr wohl möglich, dass die Vorfasnacht 2021 stattfinden wird. Wenn auch mit Abstrichen in Kapazität, Bewirtschaftung oder auf der Herrentoilette, wo sicherlich jedes zweite Pissoir mit einem gelben Klebband gesperrt sein wird…! Wenn sich die Situation aber wieder verschlechtert und die Regierung den Veranstaltungen eine Absage erteilt – dann wird’s nix mit der Vorfasnacht 2021. Aber dann haben wir – Zitat Almi – wohl ganz andere Probleme…!