Fasnachtsbändeli 2014: «aifach himmlisch»

25. Januar 2014 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

„So macht Vorfasnacht Spass“ meinte ein erwachsener Besucher des Fasnachtsbändeli, während die Jüngeren den Max aus der Vorstellung imitierten und meinten „das find ych cool“. Die diesjährige Produktion hat Gross und Klein Spass gemacht. Einmal mehr kann man dem Theater Arlecchino zu einer gelungenen Produktion gratulieren.

Unter dem Titel «Schwester Maria – e himmlischi Komödie» stellt man sich vieles vor aber sicher nicht als erstes eine Vorfasnachtsveranstaltung. Was aber im «Fasnachtsbändeli» unter diesem Titel gezeigt wird ist Vorfasnacht in Reinkultur.

Die erste Szene zeigt das aktuelle Basel. Es wird gebaut, aufgerissen und umgebaut, die ganze Stadt voller Absperrungen und Baugruben. Und dann kommen die Bauarbeiter, nämlich die Trommelgruppe Gipfelstürmer mit Überkleid und Bauhelm und bieten eine tolle und überraschende Trommelnummer «Hämmers». Mehr sei hier nicht verraten, das muss man sehen. Hinter dem Namen «Gipfelstürmer» verbergen sich Tambouren der Knaben- und Mädchenmusik Basel 1841 unter der Leitung von Urs Gehrig.

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Fasnachtsbändeli 2014

Und in einer dieser Baugruben wird von zwei Kindern ein Totenschädel gefunden. Die beiden Kinder sind von nun an ein Teil der Geschichte und es ist bewundernswert was die beiden Kinder Max (Ben Gasser) und Meli (Janina Gasser) schauspielerisch leisten – Chapeau.

Eine Mitarbeiterin der Stadtreinigung welche alles gibt für ein sauberes Kleinbasel kommt dazu, sieht das und fällt gleich in Ohnmacht. Die Rolle als Maria Lustrinelli ist so gut auf Silvia Alioski zugeschnitten, dass man sich fragt ob das gespielt ist oder ob sie nicht wirklich diese Maria ist und sich zivil einen anderen Namen gegeben hat. Dass sie auch singen kann hat sie mit dem Lied vom Graben (Melodie: Can Can, Jaques Offenbach) bewiesen. Alle Liedtexte stammen aus der Feder von Jürg Jösslin welcher es glänzend geschafft hat, für die Songs aus «Sister Act» witzige und gefühlvolle Texte zu schreiben und auf die Basler Fasnacht zu reimen.

Die Polizei mit der übereifrigen Polizistin Martina Hermann (Silvia Ferrari) und Polizei-aspirantin Lotti Griesmüller (Sandra Heitz) im Schlepptau rufen ihren Chef, Kommissar Spüürli (Markus Jeppesen), weil sie überzeugt sind, dass ein Kapitalverbrechen vorliegt. Diese drei Personen haben ebenfalls langjährige Erfahrungen als Polizei auf der Bühne und das merkt man deutlich – perfekt gespielt. Wenn nur im wirklichen Leben einmal das Lachen einer Polizistin so ansteckend wäre.

Da Maria nun anscheinend gefährdet ist muss sie in ein Zeugenschutzprogramm. Spüürli erinnert sich an seinen Freund Abt Peter im Kloster Mariastein und dort soll Maria unter-tauchen. Doch Mariastein ist ein Männerkloster und so wird der der geruhsame Tagesablauf der Klosterbrüder tüchtig aufgemischt.

Wenn plötzlich Brueder Willibald (Willy Wernhard) auf seiner Orgel Kirchenmusik spielt, die Mönche (Manuel Müller, Jürg Jösslin) und der Abt (Silvio Fumagalli) mit Glocken ein Lied zum Besten geben und auch noch Tschoo Klappsmaa (Roger Gugger) als Chorleiter auftaucht und im Finale alle «wenn s Vieri schloot» (oh when the saints) zum Besten geben dann gehts ab im Kloster. Die Mönche der Klostermusik, in Basel bekannter als Guggemuusig Grunzgaischter, bringen mit einem starken Auftritt den Saal noch weiter in den roten Bereich.

Dann beginnt auch noch Schwester Maria auf eigene Faust zu ermitteln und das während der Basler Fasnacht. Die Ähnlichkeit mit Whoopi Goldbärg in Sister Act ist natürlich rein zufällig… In der Stadt ist Fasnacht, es wimmelt von Cliquen und eine davon «d Wiehlmys» sorgen mit ihrem tollen Auftritt, dass eben auch auf der Bühne die Fasnachtsstimmung zu spüren ist.

Nicht fehlen darf natürlich ein Schnitzelbank welcher von Max, Meli und Brueder Vitis als «Gyygelisuppe» zum Besten gegeben wird. Nach dieser Präsentation ist man überzeugt, dass Potential für Schnitzelbank-Nachwuchs vorhanden ist. Grossartig auch die Integration mit dem topaktuellen Thema Mohamed Salah welcher zu Chelsea geht.

Wie die ganze Geschichte mit dem Totenschädel endet und wie alles aufgeklärt wird, erfahren sie am Fasnachtsbändeli 2014. Peter Keller als Regisseur und Texter hat wieder eine Geschichte mit Spannung, Humor und guter Unterhaltung für Gross und Klein ab 4 Jahren inszeniert, welche man unbedingt sehen muss – also sofort Tickets buchen, es lohnt sich.

Text und Regie: Peter Keller; Liedertexte: Jürg Jösslin, Produktionsassistenz und Technik: Sonja Oswald; Lichtdesign: David Krämer.

Im Abendprogramm machen zusätzlich mit: Amerbach-Pfyffer, Guggemusig Glaibasler Schränz-Brieder, the Marble Bags, Schnitzelbängg Rollaator Röösli, dr Uffgweggt und Dipflischysser.

FASNACHTSBÄNDELI 2014. «Schwester Maria – e himmlische Komödie». Theater Arlecchino, Amerbachstrasse 14. Première: Samstag, 25. Januar 2014 um 14.30 Uhr. Türöffnung und Tageskasse ab 14.00 Uhr. Weitere Vorstellungen immer Samstag und Sonntag bis 23. Februar 2014 um 14.30 Uhr. Familienpass-Matinée: Sonntag, 2. und 9. Februar 2014 um 11.00 Uhr. Türöffnung und Tageskasse ab 10.30 Uhr. Abendvorstellungen für Erwachsene: Freitag, 14. und Samstag 15. Februar 2014 sowie Donnerstag, 20. bis Samstag 22. Februar 2014 um 20.00 Uhr. Türöffnung und Abendkasse ab 19.00 Uhr. Tickets gibt es ab sofort auf www.theater-arlecchino.ch, info@theater-arlecchino.ch oder über Telefon 061 331 68 56.