Zwei fasnächtliche Galaabende zugunsten bedürftiger Kinder

28. Januar 2026 | Von | Bilder: zur Verfügung gestellt | Kategorie: Nachrichten

Fasnachtskultur pflegen und gleichzeitig bedürftige Kinder aus der Region unterstützen: Mit dieser Idee wurde 2023 die «Fasnachtsstubete» in der Safran-Zunft ins Leben gerufen. Was als kleines, eintägiges Projekt begann, hat sich inzwischen zu zwei hochkarätigen Galaabenden entwickelt. Der gesamte Erlös kommt regionalen Organisationen zugute.

Von Melina Schneider*

Auch in diesem Jahr hatten Unternehmen sowie private Gruppen die Möglichkeit, ganze Tische zu erwerben und gemeinsam mit Kunden und Gästen ein abwechslungsreiches fasnächtliches Programm zu geniessen. Dieses sei das Resultat von neun Monaten intensiver Planung – und dem einen oder anderen grauen Haar mehr, wie Patrick Gross, Präsident des Vereins «Fasnachtsstubete Caritativum Basiliensis», bei der Begrüssung augenzwinkernd bemerkte. Wir waren am ersten der beiden Abende zu Gast.

Entstanden ist ein vielfältiger Abend mit witzigen bis bitterbösen Schnitzelbänken, tiefgehendem Chorgesang, eleganten Pfeifertönen, mitreissenden Guggenmusik-Klängen und beeindruckenden Perkussionsnummern. Kulinarisch wurden die Gäste unter anderem mit Zander, Rinds-Entrecôte, Kartoffelgratin und Cheesecake verpflegt. Hier einige Impressionen:

Gleich zu Beginn wurde es dunkel im vollen Zunftsaal der «Safre». Wie es für die Fasnacht gehört, eröffnete die Junge Garde der Basler Bebbi den Abend mit dem «Morgestraich». Später sorgte die Kleinbasler Clique «Antygge» für traditionelle Klänge, während die Guggenmusik «Hunne Basel» dem Saal ordentlich einheizte.

Dank «Piccobelli» lernte das Publikum das Piccolo von einer neuen Seite kennen. Mit Konzertpiccolo und Querflöte präsentierte das Quartett unter anderem eine «Strauss-Oper mit Basler Touch». Ein Auftritt, dem man problemlos noch länger hätte lauschen können. Für das explosive Gegenprogramm sorgte die Formation «Stickstoff»: Mit einer präzisen und äusserst temporeichen Perkussionsnummer zeigten sie eindrücklich, welches Klangpotenzial in einem simplen Plastikeimer steckt.

Besinnlichere Töne schlug der Chor «Männerstimme Basel» an. Mit leuchtenden Kopfladäärnli in der Hand sangen die Männer einen stimmungsvollen Mix aus klassischen Liedern und zeitgenössischen Stücken – schöne Atmosphäre.

Für zahlreiche Lacher sorgten die sechs Schnitzelbänke «s spitzig Ryssblei», «Spitzbueb», «Drottoirmischig», «Böschtler», «Tam Tam» und «Penetrante». Sie gaben zugleich einen Vorgeschmack auf die Themen der kommenden Fasnacht: viel Trump und viel Birsfelden.

Auch die anwesenden Ehrengäste schienen sich sichtlich zu amüsieren, darunter EHC Basel-Sportchef Kevin Schläpfer, Couturier Raphael Blechschmidt und (noch) Grossratspräsident Balz Herter. Selbst SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger lachte herzlich, obwohl – oder gerade weil – ihre Partei und ihr Heimatkanton das Baselbiet nicht ungeschoren davonkamen.

Insgesamt standen während des gut fünfstündigen Programms rund 160 Mitwirkende auf der Bühne. Wie Vereinspräsident Patrick Gross betonte, verzichtete der Grossteil der Formationen auf ihre Gage zugunsten des Spendenzwecks. «Ein Zeichen der Solidarität, das nicht selbstverständlich ist», so Gross.

Einen letzten Höhepunkt bildete die Versteigerung der Stäggeladäärne, die der junge Künstler Noah Varni während des Abends live vor Ort bemalt hatte. Polizeisprecher und Moderator Adrian Plachesi bewies dabei sein Talent als Auktionator. Bei einem Gebot von 2’500 Franken hiess es schliesslich:  «Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten –verkauft!»

Jährlich kommen an den Galaabenden rund 40’000 Franken zusammen. Wie hoch die Spendensumme in diesem Jahr ist, ist noch unklar. Der Erlös geht an drei regionale Organisationen: an die Stiftung «Laurenz für das Kind», die Projekte zum Wohl von Kindern und Jugendlichen umsetzt und unterstützt. An den Verein «Seelentrösterli», der Kinder und Jugendliche in Zeiten der Trauer oder des Abschieds begleitet. Sowie an die Stiftung «FIAS», die ein Therapiezentrum für Kleinkinder mit frühkindlichem Autismus betreibt.

Im nächsten Jahr findet die Fasnachtsstubete am 14. und 15. Januar statt. Weitere Informationen gibt es unter www.fasnachtsstubete.ch

*Melina Schneider ist Redaktionsleiterin der Kleinbasler Zeitung, wo der Beitrag im Februar in der gedruckten Version erscheint.