s’Konfetti 2026: d Buebedörfer Vorfasnacht

8. Februar 2026 | Von | Bilder: Lucien Graf | Kategorie: Nachrichten

Die Bubendorfer Tambouren- und Pfeifer-Clique führte am Samstag, 07.02.2026 mit ihrem „s’Konfetti“ eine ganz eigene Veranstaltung durch. Sie müssen sich im Reigen, der im Landschafts-Kanton doch auch zahlreichen Vorfasnachtsveranstaltungen, keineswegs verstecken.

Ja, sie haben recht, Basel-Stadt hat zwischenzeitlich eine riesige Anzahl von Vorfasnachtsveranstaltungen und wir von Fasnacht.ch, der Basler Fasnacht Online (BFO), versuchen diese möglichst alle zu besuchen und sie in Schrift und Bild auf unserer Plattform zu portraitieren. Es ist tatsächlich eine Herkulesaufgabe geworden dem gerecht zu werden und doch pilgert ein Redaktionsmitglied auch noch nach Bubendorf, um eine dortige Veranstaltung zu besuchen?
Nicht zum ersten Mal hat die BFO von auwärtigen Vorfasnachten berichtet. Beispielsweise fand bereits das Larifari in Pratteln, das Guggerzytli in Ettingen, den HC-Plausch in Frenkendorf oder das Schotte-Röggli in Pratteln, aufnahme auf unserer Webseite.
Wir bekommen immer wieder Anfragen von solchen ausserkantonalen Veranstaltungen und haben doch vielfach erwidern müssen, dass wir uns auf die Programme in unserem Stadtkanton beschränken würden.
In unserer letzen Redaktionssitzung haben wir nun beschlossen, dass wir es einrichten möchten, künftig pro Saison über eine ausserkantonale Vorfasnachtsveranstaltung berichten zu wollen. Die Nachbarschafts-Aktion steht unter dem Motto: „iiber e Dällerrand uuse„.

Iiber e Dällerrand uuse“ schauen wir also im 2026 nach Bubendorf und deren Tambouren- und Pfeifer Clique, welche seit 2018 in der Mehrzweckhalle ihr Konfetti durchführt. Die Veranstaltung erfreut sich grösster Beliebtheit und so verwundert es nicht, dass die Halle restlos ausverkauft war. Bereits um 1830 Uhr wurden die Türen geöffnet und die Gäste konnten sich dem kulinarischen Angebot hingeben, welches mit Schnitzelbrot, Käseküchlein, Hot-Dog oder heissem Fleischkäse mit Kartoffel- und grünem Salat, doch für jeden etwas hervorbringen konnte. Auch ein reichhaltiges Kuchenbuffet stand zur Verfügung. Für das leibliche Wohl war also ausgiebig gesorgt. Eine Vielzahl von Helferinnen und Helfer aus den eigenen Reihen, aber auch von befreundeten Fasnachtsvereinen sorgten für eine zeitverzugslosen Service. Chapeau!
Die Mehrzweckhalle war dezent fasnachtlich geschmückt also nicht als würde man sich in der Dekoration verirren. Hoch oben erstrahlten die 5 olympischen Ringe, welche passend zur Eröffnung der aktuellen Winterspiele in Italien aufgezogen wurden oder haben die noch eine andere Bewandnis?

Pünktlich um 2000 Uhr lichtete sich der Vorhang zur Bühne und die hauseigene Clique mit Stamm und Junge Garde begrüsste die Gäste im letztjährigen Migros-Kostüm und dem „Binggis„. Alsdann erschien Urs Rudin mit einem seiner Bühnenpartner und sinierte über bestechliche Superhelden und der Tatsache, dass Fasnächtler durchaus auch Superhelden sein können. Urs Rudin ist so etwas wie der von Wattenwyl des Bubendörfer Konfetti, ist er doch gleich Regisseur, Texter und Schauspieler in beinahe allen Rollen, in einer Person. So fungiert er als Lückenfüller zwischen den Programmpunkten und weiss mit viel Wortwitz und fein gedrechselten Versen die Zeit spielend zu überbrücken. Er glänzt in Person einer Aushilfslehrerin als Quereinsteigerin in breitestem schwääbischen Dialekt, hielt als Bruno Reiniger den Quartierbewohner den sprichtwörtlichen Spiegel vor und mahnte mit erhobenem Zeigefinger, dass man immer zuerst vor der eigenen Türe wischen sollte. Kämpfte im Stadion St. Jakob um die Gunst seine Frau, um diese für den Fussball zu begeistern und stand damit auf verlorenem Posten, erzählte eine herzzereissende Morgenstraich-Geschichte, welche zum Glück ein Happy End hatte und stellte schliesslich das Aktuelle Sujet der Tambouren- und Pfeifer Clique Bubendorf vor. Eine ungemein professionelle Vorstellung, welche Urs Rudin da geboten hat, jedes Wort konnte man verstehen und mir ist kein einziger Hänger im Bewustsein. Grossartig Leistung. In dieses Lob seien auch seine Partner/In in den Rahmen und Szenen mit eingebunden.

Dass es auf Basellandschaftlichem Boden ebenfalls sehr gute Guggenmusiken hat, ist uns in Basel-Stadt durchaus bekannt, sind doch nicht wenige von ihnen in unser Fasnacht seit Jahren fest eingebunden, laufen am Cortège mit und sind sogar Gast an hochkarätigen städtischen Vorfasnachtsveranstaltungen wie dem Drummeli oder Charivari.
Eine der ältesten und auch grössten ihrer Gilde sind die Fränkenschränzer 1967 aus Bubendorf, welche gleich mit gut 60 Musiker auf und vor der Bühne standen. Alleine die 14 Schlagwerker sorgten für einen gehörigen Akustik-Schock und die restlichen 50 Bläser verwandelten die Halle in ein Guggen-Odeon. Toller Guggensound, da kam eine Wand!
Mit den Sambaschränzer Buebädorf 2002 stand die zweite ortsansässige Gugge auf der Bühne. Sie sogten im zweiten Teil für den gewünschten, guten Guggensound und obwohl ich keine der vorgetragenen Stücke gekannt habe, fanden sie beim Publikum Gehör und ernteten verdiente Ovationen.
Beide Guggen haben alle Stücke auswendig gespielt und behielten während ihrer Auftritte die Larven an. Bravo!

Zwei in Basel-Stadt bestens bekannte Schnitzelbängg fanden ebenfalls ihren Weg nach Bubendorf an s’Konfetti.
Im ersten Teil lachte d Giftspritzi (BSG-Bangg) ein wenig viel über sich selbst und verlor dabei etwas den Faden. Dies schmälert jedoch keineswegs seinen Auftritt, welcher wie gewohnt giftig und spritzig daherkommt. Er wurde mit viel Applaus verabschiedet. Im zweiten Programmteil gaben sich d Schnaabelwetzer (Comité-Bangg) mit Banjo und Waschbrett die Ehre. Musikalisch im zwiegesang und tollen Versen, wussten auch sie zu gefallen, machten sich jedoch etwas abrupt von der Bühne…

Für das musikalische Glanzlicht zeigten sich die Pfeifer der Clique verantwortlich, welche ein tolles Beatles-Medley vortrugen. Wunderbar unterstützt wurden sie von einem Keyboarder. Die Tambouren perkussieren alsdann effektvoll mit unter UV-Licht leuchtenden Trommelsticks und performten ein Medley der Greatest Hits, welche über Lautspecher eingespielt und mit ihrem Schlagwerk rhythmisch untermalt wurden.

Den Programmabschluss bildete die Tambouren- und Pfeifer Clique Bubendorf in ihrem neuen Sujekostüm, welche Eishockey-Spieler/Innen an den olympischen Spielen darstellen soll. Somit sind auch die an der Hallenwand angebrachten olympischen Ringe geklärt. Der Stamm schloss mit einem prächtigen „Liberty Bell“ und zusammen mit der Jungen Garde schloss das Konfetti 2026 in Bubendorf mit dem „Arabi„.

Das Konfetti 2026 in Bubendorf umfasste 12 Programmnummern und Lückenfüller, welche durchaus als eingenständige Nummern hätten bezeichnet werden dürfen. 2 Stunden Amüsement mit Guggen, Schnitzelbängg, Rahmenstücke und feiner Fasnachtsmusik mit Trommeln und Pfeifer. Selbst die Leute, welche keinen Bezug zu Bubendorf haben und die Begebenheiten und die Lokalprominenz im Ort nicht kennen, fühlten sich nicht Fehl am Platz und konnten sogar etwas über die Umgebung lernen. Ein wunderbarer Abend. Gratulation zur Veranstaltung und herzlichen Dank für die Einladung.