Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den olympischen Spielen werden heute Sonntag Abend ihren Ändstraich zelebrieren. Während sich die Fasnächtler und Fasnächtlerinnen in die Startpositionen begeben.
Sportler und Sportlerinnen, die sich auf die olympischen Spiele vorbereiten, trainieren wöchentlich mehrmals um nach vier Jahren Wartezeit einmal hinter die olympischen Starttore zu stehen und die Buckelpiste oder den Slalomhang runter zu brettern. Vielleicht gibts eine Medallie. Vielleicht ein Diplom. Das wäre dass Tüpfelchen auf dem i. Aber die allermeisten der anreisenden Sportlerinnen und Sportler kommen nicht der Medallien wegen. Dafür sind sie nicht gut genug. Sondern sie kommen, um den olympischen Gedanken zu zelebrieren: Dieser stellt „das friedliche Miteinander, Fairplay und die persönliche Weiterentwicklung über die Medalliengewinne! Im Zentrum stehen Völkerverständigung, Respekt und das Streben nach Exzellenz, wobei das Teilnehmen wichtiger als das Siegen ist“
Also hier entsteht der Eindruck, als hätte man die Funktion und den Sinn der Basler Fasnacht bei den Olympischen Spielen abekupfert: Nicht nur unsere „Olymper aus der Rheingasse“, sondern alle Fasnächtler üben das Jahr hindurch auf ihren Instrumenten. Oder die Wäägeler treffen sich um ihre Wagen neu zu bauen. Und die Schnitzelbänggler drechseln ihre Verse. Sobald die Fasnacht näher kommt, wird in den Übungsstunden und auf dem Bauplatz oder beim Verslibrünzeln das „Streben nach Exzellenz“ sichtbar.
Die Triolen müssen hörbar, die Schrauben sollten versenkt und die Verse geschliffen sein. Und alle sind zufrieden, wenn sie irgendwo, in irgendeinem Medium am Rande erwähnt werden. Denn das Teilnehmen ist wichtiger als das Siegen. Und auch die Völkerverständigung spielt an der Basler Fasnacht: Würde man die Namenslisten der Aktiven aller Formationen anschauen, wird klar: Da haben sich schon einige Völker mit der Basler Fasnachtkultur verständigt. Ich denke da zum Beispiel an die regelmässigen, aktiven Besucher aus allen Herren Länder, wie z.B. die Gruppe der Holländer, die seit vielen Jahren an die Basler Fasnacht anreisen um in Goschdym und Larve mitzutrommeln.
Und ja, auch wenn es dann und wann zu etwas böseren Sprüchen zwischen Guggen und Cliquen oder zwischen starkruessenden Trommelgruppen und Kleinstcliquen kommt – spätestens in der Beiz ist das vergessen. Das „friedliche Miteinander, Fairplay und Respekt“ herrschen noch immer in unserer Fasnachtswelt.
Wenn also heute Abend die Vorbilder in Milano ihre Flamme löschen und sich über erbrachte Leistungen freuen und über 4. Plätze ärgern, dann nähert sich in Basel die fasnächtlich Flamme langsam aber stetig der Feuerschale, die präzis um 4 Uhr am Montag morgen gezündet wird. In den folgenden 72 Stunden werden in vielen Disziplinen Höchstleistungen erbracht oder einfach Fasnacht gemacht. „D Hautpsach me isch derbii!“
In diesem Sinne gilt für alle Fasnächtlerinnen und Fasnächtler: „On your marks“ (Auf die Plätze). Um vier Uhr ertönt der Startschuss. Am Donnerstag morgen um 04.00 findet die Schlusszeremonie statt. Vielleicht nicht mehr ganz so üppig wie die Eröffnlung (genau wie bei Olympia, Odermatt ist auch schon längst wieder zu Hause), aber wohl glückseelig.
Das Redaktionsteam von fasnacht.ch ist ebenfalls in den Startboxen. Bereit für ein paar Eindrücke aus der Fasnachtwelt. Wir wünschen allen eine wunderbare Fasnacht, schönes Wetter und die eine oder andere Medallie!


