Das Museumskonzärtli unter dem Motto «Karneval der Tiere» ist tierisch gut. Im Museum kleines Klingental sind musikalische Vorträge auf höchstem Niveau zu hören.
Die Museumsgruppe unter der musikalischen Leitung von Walti Zandona mit Valeria Balmelli, Michaela Brosig, Mirjam Businger, Moritz Frei, Loris Hofer, Nico Hostettler, Lea Jeger, Jonas Paul, Eveline Schönau, Marina Suter, Roman Zehnder und Walti Zandona verwandelt die neue Örtlichkeit in einen musikalischen Zoologischen Garten.
Moderator Tim Stauffer kündigte als erstes einen klassischen bekannten Marsch an: den Rossignol (im Hochdeutschen «Nachtigall») und leitet dann zum Le Canari über, bei welchem man durch die Piccoloklänge quasi einen gelben Kanarienvogel durch die altehrwürdigen Mauern fliegen sah. Der Rossbolle beschäftigte sich nicht nur mit den abfallenden Tönen mit den Hinterlassenschaften z.B. einer Chaise. Jedoch waren die Gerüche weniger penetrant, sondern es war ein genussvoller Vortrag.
Zurück in die Lüfte ging es mit dem Summervogel (im Hochdeutschen «Schmetterling»), welcher sowohl technisch wie auch rhythmisch alles andere als leicht ist, da jeder Vers ein anderes Versmass hat. Ein Ausflug in die Fabelwelt mit dem Phönix, einem neuen Trommelmarsch von Maurice Weiss mit vielen Wirbelpassagen und einem anschliessenden Fyyrvogel, mit Dur- und Moll- und vielen Taktwechseln, zu welchen auch ein ¾-Takt gehört, brachte den Zuschauern den bunten Reigen an Fasnachtsklängen mit Phantasie und Präzision näher. Der Abschluss des ersten Teils machte Bare Necessity, auch bekannt aus dem Dschungelbuch und entliess das Publikum mit viel Gemütlichkeit in die Pause.
Mit dem Leopard, einem arrangierten Marsch von Christoph Walter und Sämi Meyer, wurde es nach der Pause viel wilder und exotischer. Der im Anschluss gespielte jazzige Tiger Rag zeigte, dass auch Unterstimmen tragend sein können. Ein eher unbekannter Trommelmarsch trugen die beiden Tambouren mit dem Schlangefänger vor. Ein Marsch, der durchaus grösseres Potenzial auf der Bühne hätte. Der Bäre-Blues wurde für den Kleinbasler Bärentag geschrieben und kann als Fasnachts-Jazz-Marsch bezeichnet werden. Vorgetragen wurde er jedoch in einer swingigen-bluesigen Variante mit Snaretrommel und Bass-Piccolo.
Als Highlight kann der Karneval der Tiere bezeichnet werden. Walti Zandona hat sich den Löwen, die Schildkröte, den Schwan und die Fossilien sowie das Finale ausgesucht und diese in eine Piccolo-Form umgewandelt. Grandios arrangiert und ebenso vorgetragen. Von den exotischen Tieren ging es zurück zu einem traditionelleren Marsch, dem Papillon. Der nächste Marsch reifte 10 Jahre lang, bevor er am Drummeli 2023 uraufgeführt wurde und den dramatischen Abschluss des Abends bildete, die Mètzgede. Nach minutenlangem verdienten Applaus wurde der Wettsteinmarsch mit der museumsreifen Zierstimme als Zugabe dargeboten.
Das Museumskonzärtli bleibt ein Juwel der Basler Fasnachtsmusik. Ein animalischer Abend mit viel Herzblut und so unterschiedlichen Stücken auf allerhöchstem Level zu präsentieren, ist immer eine Herausforderung für das Ensemble und ein Ohrenschmaus für das Publikum.
Raphael Battegay gibt am Schluss bekannt, dass alle Beteiligten keine Gage erhalten und der Erlös dem Tierheim an der Birs, passend zum Thema, gespendet wird.
Vorstellungstermine
Das Museumskonzärtli finden am Samstag 25. Januar 2025 um 20.00 Uhr und Sonntag, 26. Januar um 19.00 Uhr im Museum kleines Klingental statt. Die Sitzplätze sind nicht nummeriert. Das Museumskonzärtli ist jedoch bereits ausverkauft.


