Das Premierenpublikum des Läggeri 2026 fühlt sich unweigerlich ins Kleinbasel versetzt und dies wurde bewusst so inszeniert, zeigt doch das Bühnenbild die legendäre Fasnachtsbaiz «Schoofegg» wo sogar die Wirtin Gordana Jovanovic während der Premiere hinter dem Tresen steht. Die Gäste zeigen sich vom Programm begeistert und spenden gleich zwei stehende Ovationen.
Die 7. Ausgabe des Läggerli findet in der ältesten Beiz im Kleinbasel, dem «Schoofegg» statt. Die Kulisse ist demzufolge eine fasnachtlich geschmückte Spunte in welcher das Programm von Statten geht. Es sind sogar richtige Gäste im Restaurant, welche sich ein echtes Fondue gönnen lassen können und alle auf der Bühne befindlichen werden durchgehend mit Wein und Bier bedient, wobei Patrick «Almi» Allmandinger sich so manchen Becher zuführen muss.
Den Auftakt des Programms machen die Läggerli-Pfyffer (Mirjam Buchwalder, Stefanie Herzog, Claudia Suter und Martin Wirz) mit einem wunderbaren Barogg. Sie pfeifen sozusagen die Läggerli Ladärne ein, welche vor dem «Schoofegg» positioniert ist und entblösst wird. Alsdann gesellen auch sie sich zu den Gästen in die Beiz, wo s Ruthli (Isolde Polzin) als Servierkraft, welche schon in mancher Kleinbasler Absteige gearbeitet hat, das Zepter führt. Sie sieht sich eher als Psychologin, welche den Gästen in verschiedenen Lebenslagen behilflich ist und dies auch mit einem entsprechenden Lied Kund tut. Gut gemacht Isolde!
Rolf Boss verkörpert einen Gast, der meist spendabel und mit einem oder zwei Glas Weisswein über die Basler Regierung herzieht, aber auch klarstellt, dass das Jahr 2025 die Schlafstadt Basel doch endlich aus seinem Dornröschenschlaf hat erwecken können. Patrick «Almi» Allmandinger ist der «Schoofegg» -Stammgast schlechthin, der nach der 15. Stange, immer etwas lauter und ausfälliger gegen die überbordende Festhütte Basel wettert und Stapi Conradin Cramer in seine Schranken weisen will.
Sie beide verkörpern alsdann auch den Küchenchef und dessen Gehilfe, welcher die Sterne vom Himmel holen möchte. In die Szenerie, gelangt auch ein Schnitzelbangg, wie es sich für die Fasnachtszeit gehört. Es handelt sich am Premierenabend um den VSG-Bangg s Daameryschli. Die eineiigen Zwillinge mit ihrem Buttler trumpfen gewohnt sicher und im Gleichklang auf. Sie überzeugen wiederum mit schön gedrechselten Versen. Ein immer wieder erfrischender Bangg, der Spass garantiert.
Spass bereiten auch die Läggerli-Pfyffer, welche erstmals von den Läggerli-Tambouren (Cédric Rudin, Silvan Surber und Fabiano Thaler) unterstützt werden. Während die Tambouren mit Löffeln auf dem Tisch und auf Weinflaschen die Pfyffer-Retraite spielten und sich mit beleuchteten Trommeln, auf dem Rücken liegend, für einmal für eine ganz andere Perspektive sorgen, brillieren die Läggerli-Pfyffer mit einem Medley aus Schweizer Klassiker wie «Bring en Hei», «io senza te» , «lägg du mir am Tschööbli», «Kiosk» oder «Alperoose». Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete frenetischen Applaus. Unterstützt werden das Pfeifer-Ensemble, vom grossartigen Pianisten Wolfang von Dechend. Ein absoluter Genuss!
Nicht zum ersten Mal sorgen d Kilts Basel 2012 für die Guggen-Töne, obwohl hier das Schottische augenscheinlich dominiert, sind es doch gleich 9 Dudelsäcke, welche den Blechmusikern doch ordentlich den Rang ablaufen. Dem Puplikum gefällts! Sie sorgen vor der Pause für beschwingte Stimmung, welche die Gäste mit in die zweite Programmhälfte mitnehmen können.
Im zweiten Teil sticht vor allem das wunderbare Lied über den Kleinbasler Ehrentag und seinem Vogel Gryff hervor. Das von «Almi» Solo vorgetragene Stück bringt nicht nur den anwesenden Kleinbasler ein wohliges Gefühl bei.
Ebenfalls hervorzuheben ist das dreiköpfige Krampfadernguggengeschwader, welches sich im «Schoofegg» nach einem Marathon-Marsch vom Altersheim zum Lamm bis hin zur Fasnachtsbaiz mühten. Ein Frontalangriff auf die Lachmuskeln. Die drei Hauptprotagonisten (Isolde, Rolf und Almi) lassen es sich nicht nehmen sogar noch ein Guggenstück zum Besten zu geben. Trotz grösster körperlicher Mühe ihrerseits ist das Stück als Maid of Orleans von OMD zu erkennen. Grossartige Nummer!
Mit dem «en intelligänte Stadtreiniger» hat auch Rolf Boss eine Solonummer am Läggerli 2026, welche absolut auf ihn zugeschnitten ist. Eine gelungene Nummer, die mit einer unrühmlichen Pointe endet. Sehr zeitgemäss!
Mit dem Ausblick auf die Festhütte Basel 2026 mit dem Eidgenössischen Jodlerfest geht es in die Schlussnummer des diesjährigen Läggerli. Während am Hauptprobe-Abend vom Dienstag ein kleines technisches Malheur für grosse Lacher besorgt war, verlief der Premierenabend störungsfrei und das grosse Schoofegg-Finale mit dem Schoofegg- und dem Morgestraich-Liedli sorgte nochmals für einen Gänsehautmoment und sich schlussendlich alle Mitwirkenden für das Schlussbild auf der Bühne positionierten.
Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert und verdankte es den Produzenten und Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus und gleich zwei stehenden Ovationen.
Das Läggerli 2026 ist eine rundum gelungene Vorfasnachtsveranstaltung, welche mit viel Fasnachts-Musik, tollen Schauspielern, welche mit guten Texten versehen, enorm viel Spielfreude an den Tag legen, einer Kulisse, mit der man sich problemlos ins mindere Basel versetzen lassen kann und einem unterhaltsamen Programm, wo der rote Faden immer wieder aufgenommen wird und ungemein kurzweilig daherkommt. Ein Besuch ist unbedingt empfehlenswert. Gratulation allen Mitwirkenden.
Mitwirkende s Läggerli 2026
Regie: Lothar Hohmann
Ensemble: Patrick Allmandinger, Isolde Polzin, Rolf Boss
Schnitzelbangg: S‘ Daamreyschli
Gugge: Kilts Basel 2012
Läggerli Pfyffer-Ensemble
Läggerli-Tambouren-Gruppe
Piano: Wolfgang von Dechend
Spieldaten:
Weitere Spieldaten: 30.1.,31.1.,1.2., 5.2., 6.2., 7.2.2026
Vorstellungsbeginn ist um 20.00 Uhr (Sonntag um 16.00 Uhr)
Tickets CHF 65.00 (Vergünstigungen für Gruppen und Jugendliche)
Tickets erhältlich ab sofort bei Bider&Tanner und Ticketcorner.ch


