Der umtriebige ex-SRF-Moderator und Fasnachtsexperte Franz Baur versuchte zu ergründen, wie angespannt die Obmänner vom Fasnachts- bzw. Schnitzelbangg-Comité kurz vor der Fasnacht sind. Spoiler: Sie sind vollkommen relaxed…
Franz Bauer lud zusammen mit dem Verein pro Klingentalmuseum in ebendieses ein, um sich unter dem Titel „Obmänner verzelle“ in ein Gespräch mit den Obmännern des Fasnachts-Comités (Robi Schärz) und des Schnitzelbank-Comités (Edi Etter) einzulassen. Rund 50 Personen fanden sich in dem Refektorium des Museums ein.
Die beiden Obmänner, erzählten zuerst von den konkreten Aufgaben des Fasnachts-Comités (Mir organisiere dr Cortège mit allem, was derzue ghöört. Mit em Morgestraich, den Ööbe und em Zyschtig hänn mr nüt z due) und vom vom Schnitzelbangg-Comité (Unseri Hauptuffgoob: Pfläg und Förderig vom guete Schnitzelbangg). Beide haben genügend Zeit für die „eigene Fasnacht“. Schärz ist seit jeher Mitglied im Dupf-Club und macht Morgestraich, Dienstag und die Abende mit seiner Clique „ganz normale Fasnacht“. Edi Etter kann den Dienstag geniessen, weil am Montag und Mittwoch Abend seine „Bängg“ ihre Rushhour haben.
In einem zweiten Gesprächsteil versuchte Franz Baur die Gemeinsamkeiten der beiden Comités zu ergründen. Einerseits fand er sie in den eigenen „Blagedde“. Das Fasnachts-Comité verarbeitet die aktuelle Blagedde zu einem Pin, der an ausgesuchte Empfänger geht (z.B. ehemalige und aktuelle Mitglieder des Comités). Edi Etter erzählt von der „eigenen Blagedde“, die alle aktiven Bängg erhalten. Beide Exemplare sind nicht im Verkauf.
Im folgenden Gespräch über die Findung und Produktion der Fasnachts-Blagedde versuchte Franz Bauer in die Tiefe dieser Thematik zu stossen. Aber die Anzahl der verkauften und produzierten Blagedde ist ein gut gehütetes Geheimnis im Comité – und bleibt es auch. Auch bei der Höhe der Subventionen blieben die Obmänner verschlossen (Schärz an Baur auf dessen Frage nach der Höhe der Subventionen: „Du waisch, dass ich Dir das nid wird saage…“), gaben aber ausführlich über die Kriterien der Subventionsfestlegung Auskunft.
Im weiteren wurde festgestellt, dass beide Comités ein „Büechli“ herausgeben. Die Schnitzelbänggler schaffen es sogar, am Ende der Fasnachtswoche die besten Verse ihrer über 20 Formationen in einem Sammelbändchen heraus zu geben. Und das Fasnachtscomité verlegte bisher den „Rädäbäng“ in gedruckter Form. Seit diesem Jahr gibt es die Fasnachtsinformationen über das City-App von Basel Tourismus. „Jo, I han en au gäärn gha, dr Rädäbäng. Aber scho syt Joore isch dr Verkauf zrugg. Am Schluss hänn mr nur noch wenig Exemplaar verkauft und mir hänn viil miesse entsoorge. Das isch mit däm Uffwand nümme zämme gange!“. Der elektronische Ersatz für den Rädäbäng war schon seit vielen Jahren ein Thema im Fasnachts-Comité. Robi und sein Team haben das jetzt umgesetzt. Franz Baur hat auch kurz über den „Ersatz“ gesprochen: Wenn Si wunderfitzig sinn was das isch, lääse si fasnacht.ch“ (hier).
Der dritte Teil befasste sich mit der unsäglichen Situation bei den Fasnachtskellern, wobei deutlich wurde, dass die beiden Comités nichts zu einer kurzfristigen Lösung beitragen konnten. Die Vorgaben kamen von den Behörden. Robi: „… aber d Källermaischter vo de Cliquene hänn syt em 1.1.2026 unglaubligi Aarbet glaischtet und sich viil Gedangge gmacht.“. Erschwerend kam die Kurzfritigkeit dazu. Edi Etter verwies auf die problematische und schwer kontrollierbare obere Maximalzahl an Besuchenden im Keller: „… und wenn denn e Bangg mit 4 Mitgliider yynekunnt, mien denne vier Gescht uuse??“
Mit einem Blick in die Zukunft der Fasnacht und des Bängglerwesens – bei beiden fiel dieser sehr optimistisch aus, auch was den Nachwuchs betrifft – schloss der Moderator diesen spannenden Abend. Man konnte feststellen, dass die beiden Obmänner recht entspannt waren dafür, dass der Mega-Event schon in ein paar Tagen über die Bühne geht.
Nicht zu vergessen sind die drei Entre’acts von der Pfyffergruppe der aktuellen Pfyfferkönigin Valeria Balmelli. „D Baaresaare“ lockerten die Gesprächsrunde mit drei wunderschön gepfiffenen Märschen musikalisch auf.
Damit wurde dies ein unaufgeregter, informativer Anlass, der zu einem erweiterten Verständnis für die Arbeit der beiden „Comités“ führte.


