Kinder-Charivari 2026: Dr glaini Charivari – Tick Tack Schabernack

31. Januar 2026 | Von | Bilder: Lucien Graf | Kategorie: Nachrichten

Ein würdiges und kurzweiliges Jubiläumsstück für jung und jung gebliebene. Dr Glaini Charivari erlebt mit seiner Zeituhr allerlei interessante Abenteuer, die ihn sogar ins Jahr 1976 zurücksenden. Es ist die Fortsetzung des Buches „Dr Glaini Charivari“, welches zum 50-jährigen Jubiläum erschienen ist.

Der Glaine Charivari (Yuri Fasola), ein zum Leben erwachtes Fasnachtskostüm, erlebt mit Anna (Marie Herbst), Baschi (Moritz Zeitz), Quinn (Hugo Teixeira) und Herrn Nodelöhri (Linus Röthlisberger) die Basler Fasnacht. Gestartet wird traditionell mit dem Morgestraich (Naarebaschi Binggis und Junge Garde). Der Fasnachtsrap vom Glaine Charivari wird vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert. Mit seiner magischen Fasnachtsuhr kann er dreimal Wünsche erfüllen und in der Zeit zurückreisen. Der sehr lebhafte Glai Charivari gerät mit den strengen Alte Dante Bieder (Matilda Ventura) und Bünzli (Alina Fritschi) in einen Konflikt, freundet sich mit zwei rebellischen Waggis-Grufties (Lola Olano und Charlin Pajkovic) aus dem Altersheim an, versucht die Regeln der Zugführerin Antoinette (Florine Brodbeck) mit eher mässigem Erfolg zu erfüllen und sorgt mit Seifenblasen, Räppli und spontanen Einfällen für Chaos. Jedoch hat er das Herz auf dem rechten Fleck und nutzt die ersten beiden Zeitreisen, um anderen zu helfen. Im Wohnzimmer von Sandra (Marie Herbst) treten die Alten Dante Bieder und Bünzli wie allewyyl als Schnitzelbangg mit Versen zur Frauen-EM-, dem ESC und einem internen Kinder-Charivari-Vers auf. Als der Glaine Charivari zum dritten Mal die Zeit zurückdrehen will, geht etwas gewaltig schief und die vier Freunde plus Jaël reisen ins Jahr 1976, dem Gründungsjahr des Kinder-Charivari, zurück. Die Naarebaschi-Tambouren zeigen mit Jack Daniels, wie es etwa in den Köpfen der vier Freunde nach der Zeitreise ausgesehen haben mag.

Nach der Pause eröffneten die etwa 50 Naarebaschi mit einem Aeschlemer. Die Gruppe begegnet den jungen Versionen von Nodelöhri, Sandra, Antoinette, den Alten Danten und Waggis-Grufties. Jedoch haben die Zeitreisen den Glainen Charivari sehr stark geschwächt und nur der Basler Zyt-Gaischt (Marco Brodmann) kann in seiner Audienz um Mitternacht beim Georgsturm helfen. Dieser gibt ihnen Rätsel auf, welche sie schlussendlich mitten auf den Rhein führen. Hier brillieren die Pfeiferinnen der Naarebaschi (es pfeiffen die Gewinnerinnen der Offiziellen Jungen Pfeifergruppe mitsamt Pfeifferkönigin Junge) mit einem Zrugg in d Zuekunft (Back To The Future, arr. Michael Robertson). Der Zyt-Gaischt kann das Wunder vollbringen. Jedoch wird nicht verraten, ob sie durch ihre Zeitreise auch eine Veränderung der Vergangenheit und somit der Gegenwart bewirkten. Was noch verraten wird, ist dass die Guggemuusig Jung Garde in einer Bummelszene einen weiteren Auftritt hat wie bereits vor der Pause. Auch sie standen mit 50 Musikerinnen und Musikern auf der Bühne.

Eine grossartige Jubiläumsausgabe mit einem Schlussbild von ca. 120 Kindern und Jugendlichen auf der Bühne. Das macht Freude und lässt das Fasnachtsherz höher schlagen. Ganz unter dem Motto «Blyyb verspiilt» zeigen die Schauspielerinnen und Schauspieler viel Spielwitz und reissen das Publikum mit. Die Co-Regisseure Lucien Kaskulski und Arthur Kimmerle und Eric Robertson als Musikalischer Leitung haben hier ein stimmiges Programm auf die Beine gestellt, welches Klein und Gross auf kurzweilige Weise unterhält. Die neue Videotechnik von Calvin Lubowski wie auch die Kostüme (das Goschdym des Glaine Charivari ist eine Mischung aus Pierrot, Blätzlibajass, Dummpeter, Harlekin, Ueli und Waggis) von Claudia Pümpin und Ursi Brandenberger überzeugen aus jeder Perspektive.

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler war die Vorbereitung eine kleine Zeitreise. So befragten sie ihre Eltern und Grosseltern, wie es so damals war in den 70er Jahren. Welche Wörter nutzten sie als Jugendliche? Was war damals hip und wie war die Fasnachtstradition 1976? So konnten sie in ihre Rollen finden. Dass dies äusserst nützlich ist, haben sie an der Generalprobe bewiesen, als eine kollektive 5-minütige Improvisation stattfand, ohne dass es den Zuschauenden auffiel. Unisono sagen alle „alten Hasen“, welche teilweise seit 8 Jahren dabei sind, dass sie dies Lucien Jaskulski zu verdanken haben. Nach 15 Jahren Kinder-Charivari wird er dieses verlassen. „Wir haben so viel von ihm gelernt und wir haben ihm so viel zu verdanken“ klingen die etwas wehmütigen Stimmen der Schauspielenden nach der gelungenen Premiere.

Die Geschichte basiert auf den Texten von Brigitte Voltz sowie Bildern von Martin Studer und stellt eine Fortsetzung des Buches «Dr Glaini Charivari» dar. Dieses ist sowohl im Foyer als auch im Basler Buchhandel erhältlich. Ein weiteres Jubiläums-Supplement sind die Lieder (Roman Huber und Jonas Göttin) und das Hörbuch von Matthias Thalmann, welche via QR-Code oder unter www.kinder-charivari.ch nach der Derniere und im Buch heruntergeladen werden können. Eine tolle Jubiläumsidee, welche die Zeit für Kinder bis zur Fasnacht verkürzt.

Das Kinder-Charivari ist ausverkauft. Die Vorstellungen finden auf der Kleinen Bühne des Theater Basel an folgenden Daten statt: Samstag 31.01.26 um 14h, Sonntag 01.02.26 um 11h & 15h, Samstag 07.02.26 um 14h & 17h, Sonntag 08.02.26 um 11h & 15h.