Die Arena bietet sehr viel Platz, der in diesem Jahr grandios bespielt wird. Es warten Nummern auf, die auf einer klassischen Bühne nie möglich gewesen wären und bietet den Cliquen Platz für kreative Ideen und phänomenale Umsetzungen.
Cliquen-Auftritte
Den Auftakt in den zweiten Teil machten die Chriesibuebe, die ihr 25-jähriges Jubiläum feiern, mit einer teuflich guten Retraite Diable. Über 20 Tambouren zeigen mit einer unglaublichen Präzision, was die 1571-Trommeln hergaben. Als nächsten zeigte der Dupf-Club Basel 1932, warum die Arena ganz neue Möglichkeiten eröffnete: ein Disco-Medley mit Rollschuhen, wie es in den 70er Jahren anzutreffen war. Grandiose Unterhaltung und auch musikalisch glitzernd war deren Auftritt. Die Junteressli liessen dr Majore-Traum wahr werden: ein Schar von etwa 30 Majoren gross und klein formten einen Harst zwischen der kleinen Pfeifer- und Tambourengruppe. Der Major ist immer ein Blickfang, ob in einer Clique, Gugge oder bei Pipe-Bands.
Mitten in den Stadtlauf wurden die Zuschauer von den Schnoggekerzli versetzt. Inklusive Weihnachtsbeleuchtung werden die Rennteilnehmenden beobachtet und mit einem Saggoddo auf Steigungen und Gefälle mit dem Tempo unterstützt. Eine witzige Idee, die auch musikalisch sehr gut umgesetzt wurde. Militärisch ging es bei den Basler Rolli Fasnachts-Gesellschaft 1969 vonstatten. Zum Marche D‘ Ajoie kam es in der Arena zu einem Formationslaufen, welches am Schluss sternförmig endete. Natürlich durfte der Soldat Läppli nicht fehlen, wobei er die militärische und musikalische Genauigkeit nicht zu stören vermochte. Einen unmusikalischen, aber nicht minder unterhaltsamen Auftritt konnte bei den Vereinigte Kleinbasler 1884 mit ihrem Wagenrennen – auch Carrus Cursus Carnivalis genannt – bestaunt werden. Ein römisch-chaisig-waggisartiges Wagenrennen wie bei den alten Römern. Ein passendes Thema, zumal sie nahe des alten römischen Munimentums beheimatet sind. Und auch diese Umsetzung ist nur mit dieser Arena möglich.
Mit der Breo-Clique 1896 war man plötzlich mitten in der Tour de Suisse. Das Stück Les Triplettes de Bâleville wurde sowohl mit Piccolo und Trommel, als auch auf diversen Veloteilen und zusammen mit Blächschaade intoniert. Die fleissigen Velofahrer drehten in der Arena ihre Runden. Auch dies ist eine Idee, die Arena voll auszunützen. Ein fast schon theaterbühnenwürdiger Auftritt zeigten die Sans Gêne mit dem Sacré Luuser. Alles in schwarz, dunkel und in der Mitte auf einem Podest eine weisse Blätzli-Alti Dante-Figur. Als denn am Ende noch eine Gruppe traditioneller farbiger Fasnachtsfiguren dazustösst, wird die melancholische Stimmung durch ein Schwall Fasnachtsfreude aufgelöst.
Out Of The Dark wurde bei den Pumperniggel Basel 1949 wörtlich genommen. Zu Beginn im Dunkeln und danach wird in zwei konträr laufenden Kreisen gespielt.
Bangg
Die Dreydaagsfliege nahm sich sowohl lokaler als auch internationaler Themen an. Was Hellebarden mit Trump, Tanja Soland mit den 3 Ehrengesellschaften oder die Berner Bundesräte mit einer Laboruntersuchung zu tun haben, wird nicht verraten. Ebenso wenig, was es mit dem Teufel und Trump oder der bereits umgesetzten tramfreien Innenstadt gemeint ist. Die Pointen liegen nicht immer auf der Hand und sind teilweise bitterböse.
Rääme
Nach der Pause spielte der Raame von Jonathan Bötticher und Sangita Singh mitten im Publikum. Eine Diskussion, was nun am ersten Teil gut oder eben nicht gut war. Es sei halt nicht mehr wie früher. Genau um dieses früher ging es in einem weiteren Raame, nämlich der Abschaffung und Wegrationalisierung der 19-hunderter Jahrgänge. Ein Highlight war die basler Version von „Fernandno“. Der Song wurde allen Trommelfrauen gewidmet und von Sangita Singh und Sylvia Garatti, unterstützt von Pfeifern des Dupf-Club und einem Tambour (der eigentlich hinter den Kulissen zu finden ist) sensationell vorgetragen.
Ebenfalls grandios war der nächste schauspielerisch-gesangliche Teil mit dem Baustellen-Song. Das Ensemble nahm nicht nur die vielen Baustellen mit Witz aufs Korn, sondern auch mit Baustellen-Instrumenten wurde Musik gemacht. Dieses Werk ist sicherlich angenehmer als ein Bagger, der Strassen aufreisst. Florian Volkmann übernahm den Part der etwas melancholischen, aber dennoch mit Wortwitz ausgestatteten Interpretation von „Ich staunt‘ ’ne Weile“ (Sound Of Silence). Ebenfalls eine grandiose Nummer.
Der Epilog schloss kurz und knaggig mit Baseldytsche Ussdrygg ab. Ebbe Pfyffedeggel. Mit Pfyffedeggel, vorwärts, Marsch wurden ein Grossteil der Teilnehmenden zum gemeinsamen Wettsteinmarsch nochmals in die Arena geholt. Ein wunderbarer Schluss.
Unser Fazit im zweiten Teil
Der zweite Teil bewies, dass die Grösse und Form der Arena unglaubliche Möglichkeiten zulässt. Und dies haben alle Cliquen umgesetzt. Die vielen kreativen Ideen, Übungsstunden und Basteln haben sich wirklich gelohnt. Ein grosses Kompliment dafür. Die Rääme sind unterhaltsam und mit der musikalischen Umsetzung und Vernetzung geben sie ein stimmige und unterhaltsame Ergänzung. Alles in allem: ein Drummeli, dass kurzweilig, kreativ und unterhaltsam ist.
Das fand auch Regierungsrätin Stephanie Eymann:
Begeisterung auch bei der ehemaligen Obfrau des Fasnachts-Comité, Pia Inderbitzin:
Und die Stimme eines Mitwirkenden, der so seine Probleme hatte:
und eines arbeitslosen Tambourmajors:
Regisseur: Michael Luisier
Ensemble: Urs Bihler, Jonathan Bötticher, Daniel Buser, Sylvia Garatti, Sangita Singh und der musikalische Leiter Florian Volkmann.
Am 7./12./13./14.2.2027 findet ab 23.00h eine After-Drummeli-Party mit DJ statt.
Es gibt noch Tickets für das Drummeli. Nähere Informationen hier


