Dr Schlussoobe vo de Comité-Bängg: E Kultfigur wird 20

1. März 2026 | Von | Bilder: Lucien Graf | Kategorie: Nachrichten

In der Basler Fasnachtsszene und weit darüber hinaus kennt ihn jeder. Der beliebte Landschäftler Burli hat Geburtstag und wird im Rahmen des Schlussabends der Comitè-Bängg mit stehenden Ovationen frenetisch gefeiert.

Natürlich handelt es sich beim beschriebenen Burli um Heiri, welcher zusammen mit seinem Kälbchen die Bängglerwelt in rapigem Vortrag nunmehr seit 20 Jahren ergänzt, bereichert und begeistert. Wo er auftritt geht ein raunen durch die Reihen und erwartungsvoll sehnt man seinem ersten Jou, jou, jou entgegen. Man begutachtet die einfach skizzierten Jutesäcke, welche als Helgen aus seinem Koffer entnommen werden und wippt verzückt mit dem sonnenbebrillten Kälbchen mit.

Er macht bei seinen Vorträgen keinen Hehl daraus, dass er aus dem Nachbarskanton, genauer aus Buckten, in der grossen Stadt seine Verse vorträgt und genauso gerne setzt er sich und sein Tun als Bauer in den Mittelpunkt und sieht sich und sein vermeintliches Handeln, als Vermittler, Retter der Schweiz oder gar der Welt, als Sprachrohr für die Landwirtschaft und deren Viehcher. Eine Selbstbewusste Figur, welche entwickelt und innert der letzen 20 Jahre hat perfektionieren können und die man ihm abnimmt.

Die Figur Heiri ist beim Publikum äusserst beliebt und dies gibt ihm den Antrieb immer wieder in den Stall zu gehen, dort intensiv auszumisten und das dabei hervorgebrachte mit enorm viel Elan, Spitzfindigkeit und Pointenreichtum an die Basler Fasnacht zu bringen. Dass er hierbei manchmal entgegen der Meinung seiner Vorstandsleute der Comité-Bängg agiert, ist ihm bewusst und ist gemäss seinen musikalischen Darbietung am Schlussabend offensichtlich egal. Für ihn zählt einzig, dass es dem Publikum gefällt und das tut es nunmehr seit 20 Jahren. Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag.

Den ganzen Stall am Schlussabend

Für seinen Geburtstags-Auftritt am Schlussabend der Comité-Bängg im Stadt-Theater und Schauspielhaus hat er sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Auf die Bühne folgten ihm gleich eine ganze Ansammlung von Gutsbewohnern. Gleich 3 Kälbchen waren zugegen, ein Schaf mit Banner, ein Schwein mit Handörgeli, ein Ochse der als Tambourmajor fungierte sowie ein Chriesibueb, bei welchem es sich nur um Ivan Kym handeln konnte, bildete sein Entourage.

Während seinen Versen und dem rappigen Rhythmus, war enorm viel Bewegung auf der Bühne und sein „Heiri het sys Kalb verkauft“ -Refrain aus der kleinen Niederdorf Oper, wurde von einem gekonnten Wirbel des Chriesibueb untermahlt. Auch für seine 2026 Verse erntet er frenetischen Applaus und in seiner Dankesrede, respektive innerhalb seiner kleinen Niederdorf Oper-Melodie zusammen mit dem Handharmonika spielenden Schweinchen machte er deutlich, dass er noch weitere 20 Jahr weitersingen oder Schnitzelrappen möchte. Wir freuen uns darauf.

Alsdann wurde ihm gehuldigt. Hierfür gelangte Comité-Bängg-Vorstandsmitglied Michael Luisier auf die Bühne und überreichte ihm die goldene Nadel, weil der den Becher ja bereits für seinen 10 Geburtstag erhalten hat. Alsdann verliess er folgende Laudatio:

Vor vyyle Joor im Altstadt Käller
E Bänggler kunnt in Ruum
Dr Bänggler singt, d Lüt ässe schnäller
me regischtriet en kuum

Dr Bänggler goot, isch nit fruschtriert
Aä dänggt in däär Nacht
Jetz han y doch, ych geile Siech
My erschten Ufftritt gmacht!

Dä Bänggler het sich Heiri gnennt
Grad wie dä Zürcher Buur
Und wäär dr Ruedi Walter kennt
Isch uff dr rächte Spuur

Dä het emoll vor vyyle Joor
Au so n e Heiri gspiilt
Wo s Kalb verkauft und denn, s isch woor
Uff Zürcher Maitli schiilt

Die Niederdorfer Opere
Isch rächt für ihri Zyt
Em Heiri aber längt das nit
Ihm goot s au zwenig wyt

Y muess, so dänggt er sich zum Glügg
E huffen anderscht mache
So revidiert äär Stügg für Stügg
Die ganz zentraale Sache

Als erschts verkauf y s Kälbli nit
Das isch nit myy Besträäbe
Und au als Zürcher gang y nit
Das wäär jo au drnääbe

E Baslerbieter will y syy
Doo lache d Lüt sich hii!
Das macht au Sinn, dänggt äär drbyy
Well yych jo aine bii

Und denn die alti Melodie
Vom Heiri und vom Kalb
Die söll zum Teil au anderscht syy
E Rap. Das will y halt!

Am Schluss vo dääre Änderig
Dr Heiri dänggtg sich „ou“
E gueten Aafang wär no digg…
Denn het är s: Jou, jou, jou

Denn tuet är au no ummehample
Mit Brülle uff dr Riebe
So kann är denn bim Ummestrample
Dr Värsaafang no yebe

Denn isch s sowyt, dr Heiri stoot
Und das syt zwanzig Joor
Als Baselbieter Rapper Buur
Für lebändige Humor

Doch amme in dr dunggle Nacht
Wenn äär so noochedänggt
Denn froggt är sich, was är doch macht
Und ob das wirklich länggt

Denn dänggt är amme, ka s denn syy
Dass das wo ächt passiert
Absurder isch als mänge Witz
wo me so generiert

Denn stoot är uff und macht e Värs
Wo alles in sich trait
Die kleini Wält vom Buurehoof
Die grossi wytti Wält

S Groosi und dr Muuni und
Dr Radio in sym Stall
Dort höört är, was vo dusse kunnt
Die Wält mit ihrem Knall

Au wird dr Heri amme suur
Wenn s um Dänggschabloone goot
Es macht en muff wie kuum e Buur
Wenn dr Zytgaischt duureschloot

So Wokeness oder Genderreegle
Dr Heiri gseeht doo rot
Das muess denn amme s Kälbli reegle
Bis äär sich „wiider foot“

Drbyy isch unsere Heiri doch
E tolerante Maa
Gränzt niemert uss – auf d Basler nit
Was kuum ain z Buggde kaa

Vo ihm ghöörsch au kei dumme Witz
über Lüt wo nit guet hööre
Aär tuet au d Menschheit nit e Bitz
Mit Schwob – e- witztli stööre

Jetz isch är zwanzig. Und bikunnt
Die Noodle doo, s macht Sinn
E Bächer het är nämmlig scho
Es liggt kai zweite dinn

Die Noodle schänggt em s Comité
Und fyyrt ihn hüt am Oobe
Nit stupfe will s en, sondern mee
Mit gspitzter Pointe loobe;

Dr Heiri isch als Schnitzelbänggler
No kei Ladehierter
Vor allem aber isch und blybbt är
Unsere Baselbieter

Hey jou, jou, jou