Man darf bei der BSG von einem guten Bänggler-Jahrgang reden, zumindest die Auslese am Schlussoobe machte weitgehend Spass. Etwas überschattet wurde die diesjährige Fasnacht der zweitältesten Bangg-Verbindung durch den Tod des «Kuchi-Daaberettli» mitten in der Vorfasnacht. Mehrheitlich eine Bereicherung sind die vier neuen Bängge.
16 eigene Bänke und zwei Gastbängge mit dem spitzige Ryssbley und den Fäldschnäggli brachten am Samstag nach der Fasnacht eine Art best-of ihrer Verse zum Gehör. Der traditionelle Schlussoobe fand in den Rasser-Theatern, Fauteuil, Tabourettli und Kaisersaal sowie in einem Saal des Löwenzorn statt.
Alle Spielorte waren ausverkauft – und das mit recht. Das Publikum wurde bestens unterhalten, nebst den Bänken auch durch die Pfeifergruppe Piccognito, und im Kaisersaal sowie im Löwenzorn durch ein Dreigang-Menu.
Natürlich hat es auch bei der BSG jede Menge Trump-Verse. Es fällt aber auf, dass sich viele Formationen um lokale Sujets bemühen. Und auch wenn man dann den Dauerbrenner «Baustellen» bemüht, kann durchaus Originelles entstehen, wie der Gnallfrosch beweist:
In Basel, jo kaasch Gift nää druff
rysst me allewyyl no Stroosse uff
D Thurischte finde s fotogeen,
well si ebbis vom Landesinnere seen
Wo viel gebaut wird, braucht es ja auch Leute, die bauen. Die Rätschbääse, die einen sehr feinen 30. Geburtstag feiern, meinen dazu:
Es wäärde schyynts Transgenderfraue uf em Bau iigsetzt.
Das Grücht het is doch zeerscht emool e weeneli entsetzt.
Was genau drhinder steggt, wisse mir jetzt au:
Si schaffe wien e Maa und das zem Loon von ere Frau.
Gar nicht «super» finden diverse Bänggler die neuen Superblocks, so auch einer der neuen BSG-Bängg, die Infuulänzer, die mit neuen Elementenwie einer Videowand daherkommen.:
Die Superblocks sind jetzt im Tesch
Mir finde das nit wirklig s Bescht
Statt Asphalt git’s jetzt Bluemestöck
Dert hogge d Hippies uf de Böck,
D Notärzt mien dert mit de Baare
Zwische Sofas Rollschueh fahre
Altgedient aber immer noch in alter Frische präsentierte sich Frau Länzli mit ihrem Wäschesack. Zur Idee einer Tram-freien Innerstadt hat sie eine Idee:
Unsri gliebte Basler Drämmli, wänn si jetzt verbanne
Uss der scheene Innerstadt, do miemer zämme spanne
Mi Vorschlag wär rächt simpel, hätt isch d Iikäuf fest im Griff
Mir risse unsre Birsig uff und faare mit em Schiff.
Der Schmelzpunggt findet die Idee gar nicht so abwegig:
Wäägem Stadtbild wott me d Drämli in dr Innestadt bald stryyche
Mit em Rollator mien die Alte denn zum Määrtblatz schlyyche
Kai Broblem isch Thämpo 30, si mien eifach friener staarte
So sin si schnäller als wenn si hitt uff s Drämmli waarte
Ebenfalls neu für die BSG unterwegs sind die Staibuggler, die einen guten Einstand haben – nicht nur mit dem folgenden Zürcher-Vers:
Dr nöy Schugger-Kommandant dr Würgler Thomas meint
Är haig dä Stall ufgruum und haig d’ Schugger wieder g’eint
Äxgysy wenn mir vier das Ganze bitzli anders sehn
Dä Zürcher do in Baasel isch bereits doch s’ grööscht Brobleem
Schon vor geraumer Zeit hat die BSG «vo Hingefüüre» die Lumpesammler akquiriert. Ihren Refrain «Jä Nai hösch, mir sinn us Zwinge» haben sie beibehalten, aber die Themen sind baslerisch – und sie reissen das Publikum regelrecht mit:
“Chumm o cho luege!” rieft dr Schorsch: “Dä ESC isch cool
All die bunte Vögel, do isch sicher mängge… uffe für alles”
Manne i Röck, wo zämme singe und d’Fans stöh unger Strom
Do säg i: “Dasch nit ESC, du luegsch doch d’Papstwahl z Rom!”
Ebenfalls ein grandioses Publikumsecho erhalten die Skandaalnuudle ,die beweisen, man Regionales auch mit Internationalem verbinden kann:
Well d Varis nie im Keefig hänn blyybe welle
Duet dr Zolli die Äffli uf d Strooss uuse stelle
Jetz sin die arme Varis arbetsloos
Und dr Stress bim RAV isch zimmlig grooss
Miir glaube, dass die s wyt bringe und schaffe
Well d Wält wird jo regiert vo Affe
Dann wechseln wir doch gerade zu den nationalen/internationalen Themen, wo natürlich Trump und sein Zollhammer dominieren. Gleichzeitig sei dieser Wechsel auch zu einer traurigen Ehrung genutzt. Als BSG-Bangg wäre natürlich auch das Kuchi-Daaberettli aufgetreten. Er verstarb aber mitten in der Vorfasnachtszeit. Trotzdem soll ein Vers von ihm – quasi post mortem – hier nicht fehlen:
E «Chief Executive Officer» goht ins Buff,
E Domina schnallt en ufs Lääderbett druff.
Y bruuch, stehnt är, mit lychtem Gjammer,
Hitt mol statt d Peitsche – der Zollhammer!
Demselben Thema hat sich auch Mamsell Spatz vom Petersplatz angenommen, ein weiterer Frischling der BSG, die schön, aber zu leise singt und künftig wohl an den Pointen noch etwas arbeiten wird:
S Keller Sutter Karin glopft an d Tiir vom wysse Huus.
Es gseht fir d Schwiiz jo wäg de Strooffzell nid so rosig us
Dr Donald het kai Luscht sie z gseh. Ihr Gschwätz miechi ihm Ohreweh.
Sie KI Frindin Karen nähm sich gärn firs Karin Zyt.
D KI Karen schwätzt vo Mode, Schmingg-Tipps und vo Glitzer – Robe.
Ladet unsri Karin zum Heekelkreis y.
Drum bringt sie statt de Null Prozänt em Parmelin,
so halb legal, e Chlor-Poulet im rot-wyssgstreifte Heekelschal.
Und auch die Giftspritzi kommt am Trump-Thema nicht vorbei, sein Vers ist aber einer der originellsten. Zuerst singt er vier Zeilen in einer sehr fremdartigen Sprache, klärt das Ganze dann aber rasch auf:
Wüsst nit, was y oohni Google miech
S haisst uf grönländisch «Trump, du blöde Siech»
Mit den Ungspaltene soll auch der vierte Neuling erwähnt werden – zwar mit einem Trumpf-Vers, aber in origineller Verknüpfung:
Siit Joore schwìngd me d’Nazikeule gege alles Rächte
Mir Lingge dien sii ussschliesse, und drum sind mir die Grächte
Wenn die Linggi bi Brobleem sich nie an d’äigni Naase längd
Wird Europa vo Rächts versänggt und em Trump no Gröönland gschänggt
Immer weder mal gehört hat man bei den BSG-Bänggen Anspielungen auf die nicht gerade glückliche Performance der Baselbieter Kantonalbank – so bei den Hofnarre:
Die letschti grossi Bangg will zu de Amis! Mir dängge: «Ups..!»
Jä deert, wo mir so Zöll müen zaale? S Gäld isch verschwunde! Schwups!!!
Zum guete Glügg isch unser Gäld no doo! Mir saage: «Gott sei Dangg!»
Unser Konto isch ganz sicher «bi dr Baselbieter Bangg!»
Ebenfalls ein originelles Sujet hat Frau Fasnacht (wieso ist.eigentlich vorher niemand auf diesen Bangg-Namen gekommen?) gefunden – wohl zur Freude eines Zürcher Radio-Pioniers – vor allem durch seine schräge Erscheinung zur Freude des Publikums:
Wenn ich mol Musik los, seit mi Sohn, e biz brutaal
«du bisch so alt, hüt streamed me Musik digital»
Doch ich bi voll im Trend, und sag ihm «Bro, muesch gseh!»
«ich stream mi krasse shit jetzt neu uff UKW!»
Zum Schluss noch ein Vers der schon länger unbestrittenen Star-Formation der BSG, den Gsalzene. Wobei bewusst nicht der Monstervers zitiert wird – der endet ja immer damit, dass man diesen Bangg unbedingt in den Bundesrat wählen sollte. Aber sie haben auch die Folgen der Halbierungsinitiative heruntergebrochen:
Am 8. Meerz wird abgstimmt d‘ SRG z halbiere
Was wurd e «Joo» bedytte? Mir diens expliziere
Us «10vor10» wurd «5vor5» – das wär z’erwaarte
Bim «Donnstigsjass» spiilte si nei mit 18 Kaarte
«Landfrauekuchi» nur no Vorspyys und denn Tschau!
«Einstein» wurd zu «Halbstein», nei wärs d‘ «Halbrundschau»
Ai Vooruussetzig isch gää, das merggt my glyy
Dert sinn scho wiirgligg gniegend Halbschlaui drbyy
Und so kann man nur abschliessen: Mit dem Schlussoobe ist auch für die Bänggler die Fasnacht 2026 vorbei – es war keine halbe Sache, sondern ein sehr gelungener Abend..


