UPDATE: Schon mehr als 2’500 Plätze für heimatlose Fasnächtler

10. Februar 2026 | Von | Kategorie: Nachrichten

Drohende Keller-Schliessungen oder -Einschränkungen aufgrund verschärftem Brandschutz haben fasnacht.ch motiviert, einen Aufruf an die regionale Gastronomie zu starten. Dieser war innert kürzester Zeit erfolgreich: 29 Gastgeber aus Basel und der näheren Umgebung meldeten noch freie Kapazitäten von total rund 2’500 Plätzen. fasnacht.ch führt die Liste nun weiter und stellt sie allen Interessierten zur Verfügung.

Da dürfte dem einen oder anderen Routenchef oder Obmann einer Jungen Garde ein grosser Stein vom Herzen fallen: Auch wenn der eigene Keller für Pausen oder das gemeinsame Abendessen nicht zur Verfügung stehen sollte, gibt es Alternativen.

Nachdem die Basler Behörden bekanntgegeben hatten, dass nach der Crans-Katastrophe die Brandschutzvorschriften penibel kontrolliert und notfalls mit Massnahmen bis zu Schliessungsverfügungen durchgesetzt werden, kamen sofort Befürchtungen der Betreiber von Fasnachtskellern auf, dass das eigene Lokal den Anforderungen nicht genügen und eine massive Einschränkung drohen könnte. Erste Medienberichte über die Ergebnisse der amtlichen Begehungen bestätigten die Befürchtungen – erste Keller haben angesichts der Anforderungen bereits aufgegeben.

Das Problem besteht in der Kurzfristigkeit der amtlichen Massnahmen und in der Tatsache, dass die amtlichen Verfügungen auch für interne Anlässe gelten. So kurz vor der Fasnacht ist es eine grosse Herausforderung, noch in der «normalen» Gastronomie Reservationen für grössere Gruppen zu tätigen. Man fürchtete vor allem um die gemeinsamen Nachtessen der Jungen Garden.

Das Team von fasnacht.ch beschloss, in dieser Situation zu helfen. Auf der Homepage wurde ein Aufruf an die Betreiber von Gastrolokalen in Basel und der näheren Umgebung geschaltet. Die Gastroverbände BS und BL wurden kontaktiert und um die Verbreitung des Aufrufs gebeten. Zu danken für die prompte Reaktion und unbürokratische Hilfe ist dabei Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, und Fabienne Ballmer, Präsidentin von Gastro Baselland!

Gewaltiges Echo

Der Erfolg des Aufrufs ist gewaltig. Innert nicht einmal 24 Stunden wurden noch freie Kapazitäten gemeldet, die im Total 1’000 Plätze übersteigen. Naturgemäss eher weniger freie Plätze gibt es in den Innerstadt-Lokalen, aber auch dort – etwa im Kuni&Gunde, Noon oder im Ufer7 gibt es noch Möglichkeiten. Besser sieht es in der etwas weiteren Umgebung aus, wo etwa der «Rheinhafen» in Kleinhüningen oder das ZicZac in Allschwil, aber nahe der Stadtgrenze, auch grössere Gruppen aufnehmen können.

Richtig kreativ geworden sind im weiteren das Möwenpick Hotel, dass den Ballsaal freiräumt zu Gunsten von bis zu 240 Plätzen oder die Mensa des Kohlenberg-Gymnasiums, die bis zu 130 Personen Platz und Essen anbietet. Letzteres könnte vor allem für Junge Garden eine gute Möglichkeit sein.

Sehr lieb gemeint, aber wohl logistisch für Pausen am Cortège kaum zu bewältigen, war ein Angebot aus Röschenz. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätten Hin- und Rückfahrt alleine über zwei Stunden in Anspruch genommen. Trotzdem auch hier herzlichen Dank – und vielleicht wird der Röschenzerhof ja am Bummelsonntag für die eine oder andere Wellness-orientierte Gruppe zum Thema; es muss ja nicht immer Liestal oder Rheinfelden sein…

Weiter hat auch der Kanton angekündigt, nach Lösungen für eventuell nun heimatlos gewordene Junge Garden zu suchen. Eine entsprechende Arbeitsgruppe soll sich wohl diese Woche treffen. Vielleicht ergeben sich dann ja noch weitere Möglichkeiten. Wir stellen unsere Liste natürlich gerne auch ihnen zur Verfügung.

Wir machen weiter

Die jetzt auf fasnacht.ch veröffentlichte Liste (hier anklicken) umfasst zurzeit rund 30 Lokale mit einem Totalangebot von über 2’500 Plätzen. Da sollte doch für viele der eventuell heimatlosen Cliquen, Guggen und sonstigen Formationen. Etwas dabei sein. Die Kontaktpersonen und -daten sind bei jedem Eintrag angegeben. Dazu haben sich b is jetzt Verantwortliche von zehn Kellern gemeldet, die an der Fasnacht sicher – auch für Externe – offen haben und teilweise auch noch Plätze für Abendessen anbieten können.

fasnacht.ch wird die Liste laufend aktualisieren. Da nun die Verfügungen der Behörden hinsichtlich Offenhalten und allfälligen Begrenzungen bei den Betreibern von Fasnachtskellern ankommen, sind auch diese gebeten zu melden, ob ihr Lokal offen oder geschlossen sein wird. Gerne nehmen wir weitere Angebote zur Veröffentlichung entgegen und bitten gleichzeitig die Gastronomen, eine Streichung ihres Eintrags zu verlangen, wenn das Angebot ausgeschöpft ist. Vor allem aber dankt die Redaktion schon jetzt allen, die sich gemeldet haben – hier ist das viel bemühte Wort vom «Gastgeber» sicher richtig am Platz!