Drummeli 2026 Teil I – Einen besseren Trailer für die Fasnacht gibt es nicht!

7. Februar 2026 | Von | Bilder: Lucien Graf | Kategorie: Nachrichten

Die Vorfreude auf die Basler Strassen- und Cliquenfasnacht wird nirgends so intensiv vermittelt, wie beim Drummeli. Hier folgt der Bericht vom 1. Teil.

Die Cliquen und die Guggenformation

Der Anfang machen die jubilierenden Schnurebegge. Sie ziehen einen Leuchtturm in die Mitte der Arena, marschieren gefühlt einmal drum herum und ziehen spielend wieder ab. Ein grosser, eindrücklicher Harst, der mit dem Marsch „Feststpiel“ seinJubiläumsfestspiel und mit den dargebotenen Seeleuten das Motto: „Mr sitze alli im glyyche Boot“ einläutet.

Ein veritables Pferderennen mit winkenden Queens und galoppierenden „Junteressli“ zeigen uns d Glunggi 1966. Ein sauber vorgetragener Marsch „Brite 79“ passt natürlich herrlich dazu. Vielleicht wäre es angebracht, dem Jockey Nr. 4 mit seinem Junteross etwas weniger Dopingmittel ins Heu zu geben. Mit seinen leicht überschäumenden Kapriolen lenkt er doch sehr vom tollen Vortrag der Clique ab.

Die Gundeli-Clique kommt mit einem Wald aus Strassenschildern aus dem Gundeli daher (schönes Bild) und performt einen Marsch von Ivan Kym und Sebastian Meyer. Die beiden Komponisten haben der Clique eine ziemliche Aufgabe überlassen, die sie aber gut umsetzen.

Dann folgt der erste Höhepunkt des ersten Teils: Was die vereinigte „Alti Stainlemer“ (*1926!) dem Drummeli-Publikum bieten, ist ganz einfach grandios. Alle Sektionen kommen zum Zug. Die jungen Steinlemer als Drummler und Pfyffer, die jüngsten mit Schlaginsturmenten und drei der Jungen mit einem gerappten Teil. Und der Stamm intoniert den für die Clique historisch bedeutenden „Glopfgaischt“ und zwar zusammen mit den ebenfalls 100jährigen Jeisi-Migger, die ja eine gemeinsame Vergangenheit mit den Alte Stainlemer haben (das wird in einem kurzen Intermezzo erklärt). Und das ist der Moment, wo die Hühnerhaut ans Hemd drückt! Fantastisch!

Die Pfluderi-Clique zeigt ein paar Versionen von Fredy Mercury und pfeifft (und singt…) dazu ein Medley, komponiert von Bettina Urfer (Trommel- und Pyffertext).

Einen sehr kreativen und kompakten Auftritt bietet die „Alti Richtig“. Mit einem Auszug aus den „Alte Schwyzer“ und der Regimentstochter mit Vorspiel  offerieren sie einen unaufgeregten, soliden und wunderschönen Moment an diesem Drummeli. Sie beweisen, dass die Arena auch genutzt werden kann, indem man einfach eine raumfüllende Stellung einnimmt und gut musiziert.

Der zweite Höhepunkt in dreifacher Hinsicht sind die Basler Dybli. Erstens sind sie optisch eine Wucht mit ihren roten und helvetischen Gosdchym. Zweitens stimmt auch hier die Aufstellung inkl. Fahnenschwinger im Publikumsbereich: Die Arena ist voll, es braucht kein Gezappel drumherum und die Nummer kommt voll zur Geltung. Ein Drummeliauftritt gemacht für diese Arena. Und drittens: Musikalisch top! Hier wurde lange geübt und wahrscheinlich lange an der Stimmung der Piccoli gearbeitet.

Die BMG zeigt uns ein Autorennen inkl. Boxenstopp, gelbe Flaggen und diversenen Rennwagen. Witzige Idee: Der Marsch „San Carlo“ wird vom Rennleiter mit der Zielflagge abgewunken.

Der „reine“ Guggenauftritt im ersten Teil gehört der Guggenmuusig Messingkopf. Sie entführen uns mit Goschdym und Musik nach Bayern an ein Bierfest. Sie haben die Wage-Clique Schopf-Sprysse 1976 mitgebracht. Diese werden eingeladen, mitten im Harst (leider sehr schlecht sichtbar), ein paar Mass Bier zu trinken.

Der letzte Cliquen-Auftritt im ersten Teil gehört den Verschnuuffern und den Luuser Waggis. Mit einem schön vorgetragenen „Ohremyggeli“! Schöne Goschdym, schön muziert, unaufgeregt vorgetragen: Einfach eine solide, schöne Nummer zum Geniessen.

Bängg

An der Première singen „d Spootschicht Rhygass“. Sie beginnen mit einem Langvers und das macht nichts. Denn diese Formation gehört zu der Gilde der Bängg, die erstens auswendig singen und zweiten richtig gut singen können. Das macht Freude. Natürlich drehen sich ihre Verse um Trump, um Birsfelden und um die Eigentumswohnung von Frau Soland. Aber ihre Pointen sind dicht, bissig und es macht Freude, zuzuhören.

Folgende Formationen werden sich im Laufe der Woche abwechseln: dr Heiri, s Schunggebegräbnis, dr Spitzbueb und die beiden heutigen Bängg.

 

Rääme im ersten Teil 

Das Ensemble (Sylvia Garatti, Sangita Singh, Urs Bihler, Jonathan Bötticher, Florian Volkmann und Altmeister Daniel Buser) beginnt mit einem aussergewöhnlich selbstkritischen Prolog, der ein „kürzeres Drummeli“ verspricht, sodass man noch das letzte Tram erwischt… Diese Selbstkasteiung endet in einem wunderschönen Gospelsong „Freusch Di au … wenns fertig isch“ und macht Lust auf mehr musikalisches in dieser Form.

Die Rääme zwischen den Cliquenvorträgen sind gut verständlich und sind auch unterhaltsam. Die richtig bissigen Texte sind es nicht. Aber schöne Wortspielereien (Daniel Buser als Yves Fädler), gibt es, und dort driftet es tatsächlich in sehr treffende Pointen in Richtung Bundesrat Rösti ab. Die Schauspielenden machen einen guten Job, die Regie nützte den Raum sehr gut und lässt manchmal die Rääme in den Auftritten der Clique einfliessen (Der Abgang der beiden Louvre-Hauswarte und das gleichzeitige Auftreten der Clique ist grosses Kino!).

 

Unser Fazit zum ersten Teil

Die Cliquen checken immer mehr, wie man mit dieser Arena umgehen soll. Da ist einerseits Bewegung möglich oder aber ein statischer, runder Auftritt, der aber die Arena füllt. Wir haben beides gesehen und das macht das Drummeli zu dieser wunderbaren Veranstaltung! Man weiss einfach nicht, was kommt und kann dann staunen oder fluchen. Es ist beim Drummeli alles erlaubt.

D Rääme werden ewig eine Herausforderung bleiben. Es braucht gute Texter/innen, es braucht gute Schauspieler/innen (was es hat) und es braucht eine kreative Regie (was es absolut hat). Und dann braucht es noch die richtige Auswahl an Themen, die berühren, die bewegen oder die einfach dazu gehören.

Aber es bleibt dabei: Wer das Drummeli besucht, bekommt die volle Ladung echte Fasnacht. Man fühlt sich manchmal mitten im Basler Fasnachtstreiben! Die Cliquen, manche grösser, manche kleiner, zelebrieren das, wofür sie gemacht sind: Fasnacht machen! Mit allem, was dazu gehört! Herrlich!

 

Für das Drummeli 2026 sind noch Tickets an verschiedenen Abenden erhältlich. Weitere Informationen hier!