Getreu dem Conzärtlicantus «Was isch im letschte Joor bassiert? Wo het sich naime-n-ain blamert?» nahmen die Fagunzen das lokale und internationale Geschehen mit bissigen Wortspielen unter die Lupe. Knausrin Knappe-Chlutter, Problemas Tschüssli und Schwer-am Reklamiri bildeten die Lyyche. Die Zahl an Neben-Lyyche war gross und vielfältig wie auch die Wortspiele und Wortwitze.
Nach dem obligaten Cantus startete der Prolog von v/o Deuce mit einem Stadtrundgang. Er führte uns von der Rittergasse über den Marktplatz bis zum Barfi. Hier pointierte er mit der Rot-Grün-Schwäche und, dass man in Basel alles machen kann, solange daraus eine Baustelle resultiert. Derselbe Ablauf wie jedes Jahr bedeutet beim Zofingerconzärtli nach dem Prolog der klassisch musikalisch hochstehende Teil. Stimmlich überzeugte hier Christian Schmid v/o Tram Giovanni mit einer Arie von Ludwig van Beethoven und später Carlos Gardel. Begleitet wurde er von Floris Zuur v/o Jackie. Dieser liess zusätzlich noch seine Finger in einer Étude von Alexander Skrjabin über die Tasten fliegen.
Danach folgten die verschiedenen Stiggli mit sehr starken Wortspielen. So spielte das erste Stück im Zollogischen Garten mit Glacés von Grönlandini und Tanja Zolland. Beim Lied Zollkampf aa foo (Kung Fu Fighting) überzeugte die tänzerischen Bewegungen von Karin Keller-Sutter v/o Knausrin Knappe-Chlutter. Das Thema Baustellen wurde immer wieder aufgegriffen. So auch bei Oekolombad und Paracelsus, welche in die Zukunfts reisten und sich bei den vielen Baustellen fragten, ob nach dem Erdbeben immer noch nicht aufgeräumt wurde. Dass die Fagunzen die cis-Männer-Thematik aufgreifen ist naheliegend. Jedoch überraschte die Umsetzung mit dem Schauplatz Kindergarten und Herr B. Herter als Lehrperson und Jessy und Pascal M. als Kindsgi-Kinder. Auch Birsfelden und dessen Bussenregime erhielt ihren Platz mit einer sehr schön umgesetzten Parodie und mit dem Lied «Buesse, Buesse, Buesse» (Money, Money, Money). Hier fanden auch Bussenzettel den Weg ins Publikum (Verstoss gegen das Humorgesetz). In der nächsten Szene taucht Xherdan Shaqiri v/o Schwer-am Reklamiri zusammen mit Magnin und zwei Hexen in der dunkle Szenerie auf und meint: ach wie gut, dass jeder findet, dass mit Magnin auch das Problem verschwindet. In der Höhle der Löwen versucht die letzte Lyyche, Thomas Süssli v/o Problemas Tschüssli, einen 40 Mia. Kredit für 2% Bereitschaft zu überzeugen. Er scheitert jedoch bei den Löwen Andreas Caminada, DJ Antoine und Thomas Gottschalk. Abgerundet wird die Szene mit dem Schweizer-Hit «Heimweh nach de Bärge», selbstverständlich adaptiert und mit einem stimmengewaltigen Tschüssli.
Nach der obligaten Pause mit «eins für drei und drei fyr zää» standen Die Aagfrässene mit dem San Carlo und Monty (Liberty Bell) auf der Bühne. Sie bildeten die Überleitung zur nächsten Baustellenszenerie mit Schwer-am Reklamiri. Eine grossartige Kombination der Gemeinsamkeiten von Baustellen und dem FCB. Auch hier waren die Wortspiele ein Highlight wie auch der anschliessende Song «Ich reklamier und machs gärn (I kissed the girl). Im Hamam treffen alsdann der Fotograf dieses Berichts und Mustafa Atici aufeinander. Was in der Realität eher unwahrscheinlich ist, von den Fagunzen jedoch im Schweisse ihres Angesichts dargestellt wurde. Nicht nur das Charivari hat seine Tauben, auch im CCB sind sie mitten auf den Lachmuskeln gelandet. Gekrönt wird dieses Stück mit dem Lied «Mir wänn nit furt» (She’s got the Look). Das nächste hervorzuhebende Stiggli ist die Freibadszene mit Nebenlyyche Joel Thüring. Grandios parodiert, mit gutem Text versehen und mit Sexiness umgesetzt. Zu guter Letzt treffen sich alle drei Lyyche am Morgestraich und performen das Lied «Das isch s Conzärtli gsi» (Karma Chameleon). Und wie allewyl wird am Ende von allen Fagunzen «La Blanche» gesungen.
Das Zofingerconzärtli zeigt in diesem Jahr viel Wortwitz, Wortspielerein und einige gut parodierte Charakteren. Überzeugt hat vor allem Problemas Tschüssli schauspielerisch wie auch gesanglich. Die vielen verschiedenen Darsteller v/o Fagunzen bieten ein breit abgestütztes Ensemble, dass es versteht zu parodieren und die Zuschauer zu unterhalten. Die Wahl der Lieder und deren Texte waren interessant und animierten zum genauen Hinhören. Es ist ein solides Zofingerconzärtli-Jahr mit wunderbaren Akzenten. Leider konnten sich die Original-Lyyche an der Premiere nicht von den schauspielerischen Umsetzungen persönlich überzeugen.
Die Vorstellungen finden jeweils um 20.00 Uhr an folgenden Terminen im Congresszentrum der Messe Schweiz statt: Première: 05. Februar 2026, Intermediaire: 06. Februar 2026 und Dernière: 07. Februar 2026. Die Tickets können über die Zofingia- Webseite im Ticketshop erworben werden.
Und so fand es Kolumnist -minu


