«Basel von A bis Z» ist eine umfassende Sammlung an Geschichten welche viel Wissenswertes über Bauwerke, Kirchen, Klöster, Bräuche, Zünfte und Basler Persönlichkeiten von gestern und heute beinhaltet. Autor ist Roger Jean Rebmann, bekannt unter dem Pseudonym «Grabmacherjoggi».
Wenn man durch Basel schlendert kann es sein dass man auf eine Gruppe Menschen trifft, die aufmerksam einem Mann lauschen, welcher eine Schaufel mit sich trägt und in genagelten Schuhen, Hose, Hemd, Gilet und Mütze gekleidet ist wie ein Totengräber aus dem 19. Jahrhundert. Es ist der leidenschaftliche Basler Geschichtenforscher Roger Jean Rebmann mit dem Pseudonym «Grabmacherjoggi». Er ist für seine aussergewöhnlichen Führungen bekannt. Delikate Kostproben aus dem alten Basel und morbide Anekdoten aus seinem Berufsleben als Totengräber sind sein Markenzeichen. Seine Rundgänge führen die Teilnehmer nicht bloss von einer Sehenswürdigkeit zur anderen sondern auch in unbekannte geschichtsträchtige Winkel der Stadt. Dabei versteht er es, Geschichte lebendig zu machen, den Bogen aus vergangenen Zeiten in die Gegenwart zu schlagen und seinen Zuhörern jene Ecken und Figuren der Stadt näher zu bringen, die in vergangene Jahrhunderte zurückführen.
In einem reich illustrierten und sorgfältig gestalteten Buch präsentiert nun Roger Jean Rebmann auf über 200 Seiten in 145 Artikeln erstmals sein grosses geschichtliches Wissen und seine Erzählkunst auch in gedruckter Form. Dabei entstand eine umfassende Sammlung an Geschichten, die viel Wissenswertes und oftmals auch Überraschendes über Bauwerke, Kirchen, Klöster, Bräuche, Zünfte und Basler Persönlichkeiten von gestern und heute erzählen. Eine wahrer Fundgrube an Anekdoten, aktuellen Begebenheiten und historischen Hintergründen über die Stadt Basel von A bis Z, von Aeschenvorstadt bis Irène Zurkinden. Das Buch ist eine wahre Trouvaille für Liebhaber, Bewohner und Besucher von Basel. Einzigartige Bilder runden das Gesamtwerk ab.
Bei dem literarischen Stadtbummel erfährt man, dass sich 1855 vis-à-vis von Restaurant und Brauerei «Altes Warteck» der Bahnhof der „Grossherzoglich Badischen Staatseisenbahnen“ befand oder dass im späten 11. Jahrhundert eine frühe Kirche dort stand wo heute der «Lohnhof» steht. Doch auch die Neuzeit kommt zu Wort, so unter dem Stichwort «Tattoo». Neun Artikel befassen sich mit der Fasnacht. So etwa damit wie der «Arabi» entstand. Ahamad Urabi Pascha, welcher in Ägypten herrschte bekämpfte den wachsenden Einfluss europäischer Mächte. Daher entsandte Grossbritannien zur Wahrung seiner Interessen Truppen welche 1882 die Streitkräfte Urabis schlugen. Er wurde gefangen genommen und nach Ceylon verbannt. Dieses Ereignis inspirierte den Basler Bürgerturnverein zu einer mit englischer Militärmusik untermalten Satire. So tauchte 1883 an der Fasnacht ein Potpourri auf, welches als «Arabi» bekannt wurde. Oder wer weiss schon welche Clique als erste einen eigenen Übungsraum hatte? Unter «Cliquenkeller» berichtet Rebmann, dass es die „Alti Richtig“ war, welche 1931 im Hause Bäumleingasse 11 einen „Begglisaal“ eingerichtet hat. Im Haus wohnte die Schwester des legendären „Drummeldoggter” Fritz Berger. Die Idee machte die Runde und immer mehr Cliquen zogen nach. Weitere fasnächtliche Themen sind Comité, Drummeli, Fasnacht, Negro-Rhygass, Olympia, Plakette und Rätz.
Das Interesse an Geschichte liegt in der Familie. Schon Rebmanns Urgossvater führte eine Bibliothek zur Vergangenheit der Region. Einige Bücher des «Räbme Schang», wie die Prattler den Landwirt nannten fanden den Weg zu seinem Urenkel. So begann eine Leidenschaft an der Historie, die heute dessen Leben prägt. Geboren am 2. April 1969 in Basel arbeitete Rebmann als Kleinoffsetdrucker. Sein Hobby jedoch blieb die Geschichte, und weil er viel über Basel wusste wurde er angefragt, ob er eine Gruppe durch die Stadt führen könne. Es folgte eine Führung nach der andern. Parallel dazu schuf sich Rebmann als Mitarbeiter der Securitas bei der internationalen Klientel der Uhren- und Schmuckmesse (heute «Basel World») einen Namen. Stets gab er Gästen Empfehlungen, wie sie die Zeit in Basel sinnvoll gestalten können. «Frag den Securitas mit dem Schnauz», so lautete der Standardsatz. Nach englischem Vorbild schuf er sich 2001 eine Figur für seine Stadtrundgänge. Eine, die letztlich eine Mischung aus der tatsächlichen Geschichte und aus Rebmanns Vorstellungen wurde, den «Grabmacherjoggi». Im Jahr 2008 hat Rebmann seine Berufung zum Vollzeitberuf gemacht. Seine einzigartigen Führungen erfreuen sich seither wachsender Beliebtheit.
Dazu passende Links: www.grabmacherjoggi.ch, www.altbasel.ch.
Basel von A bis Z. Autor: Roger Jean Rebmann. Gestaltung und Produktion: Fabienne Steiger. Format 30×24 cm, 224 Seiten, durchgehend farbig illustriert. Hardcover mit Schutzumschlag. Erschienen im Verlag Martin+Schaub, Basel. Druck: Reinhardt Druck, Basel. Preis im Buchhandel: Fr. 48.—. (ISBN 978-3-7245-1780-1)


