Am Drummeli hat sich das Comité lieb

25. Januar 2023 | Von | Kategorie: Nachrichten

Ein Probenbesuch heute beim Drummeli-Ensemble zeigt: Man ist im Zeitplan, die Proben kommen voran – und das an besonderem Ort – und es wird unter dem neuen Motto «Legendär» auch musikalische Experimente geben. Bei den Rahmenstiggli ist vor allem eines zu erfahren: Das Fasnachts-Comité hat sich an seinen Sitzungen „ganz doll lieb“.

«Wir sind die letzte Vorfasnachtsveranstaltung und hinken beim Billettverkauf noch etwas hintendrein, wissen aber, dass heute oft kurzfristig entschieden wird», erklärte Robert Schärz, Drummeli-Verantwortlicher im Fasnachts-Comité beim Probenbesuch. Geprobt wird übrigens in einem sehr übersichtlichen Lokal im Klybeck. Der erste Eindruck zeigt: Die Stimmung im Ensemble ist gut, man ist im Zeitplan und grundsätzlich optimistisch, dass alles gut kommt. So auch Schärz hinsichtlich des kommerziellen Erfolgs: «1’270 Tickets sind im Verkauf, 60% sind in etwa weg, einzelne Tage wie der Freitag gut gebucht, andere weniger.»

Das Motto des diesjährigen Drummelis ist «Legendär», wobei dies– so Schärz –  weit gefasst ist: «Das Monstre selbst ist legendär, es gibt Legenden wie -minu oder Roger Federer oder Tinguely.» Das nach diesem Künstler benannte Museum ist auch gleich Ort eines Rahmenstücks, in dem die Werke von Tinguely auf heutige Verträglichkeit in Sachen Wokeness, kulturelle Aneignung usw geprüft werden.

Ein anderes Stück dürfte die Lachmuskeln des Publikums massiv strapazieren und hat diesem Artikel den Namen gegeben: Gezeigt wird eine Sitzung des Fasnachts-Comité, in dem immer, wenn die Wogen hochgehen, mantrahaft rezitiert wird «Das Comité hat sich lieb!» Was oft schwer fällt, wenn man in Zeiten von Katastrophen wie Krieg, Klimawandel und der Wiederbelebung von Benissimo und «Wetten dass» eine «legendäre» Fasnacht kreieren will. Dass eine der Ideen ein Alkoholverbot an der Fasnacht sein soll, sei verraten, mehr aber auch nicht…

Beim Musikalischen soll das Legendäre mit einem Expermientellen verbunden werden. Man ist mit dem neuen Ort, der Eventhalle der Messe, quasi in der Pflicht, sich einiges anderes einfallen zu lassen. Das Experiment wurde von Michael Robertson erklärt. Unter dem Namen «Naare-Bebbi» werden zwei bekannte Cliquen zusammen auf der Bühne stehen und dabei nicht nur mit Piccolo und Trommel musizieren: «Auf der Strasse ginge die Nummer nicht, man kann zu diesen Takten schlicht nicht laufen», so Robertson. Die Menge an Musizierenden wird die Bühne aber zweifellos füllen. Entstanden sei das Ganze mit der Idee der Naarebaschi, etwas mit Jazz ans Drummeli zu bringen, dann kam das Stichwort «Em Bebbi sy Jazz», was unweigerlich zu den Basler Bebbi geführt hatte – und die wiederum waren sofort dabei. So viel verriet Robertson, der den neuen Marsch auch komponiert hat: «Das Nunnefirzli wird im Stil von ‘Take five’ zu hören sein.»

Zurück zu den «Rääme» und zu einigen Fragen an Susanne Hueber, die sich als «Vorfasnachts-Hopperin» bezeichnet, die schon am Charivari und mehrere Jahre am Mimösli auftrat und jetzt auch schon mehrere Jahre am Drummeli. Eine Rangfolge möchte sie nicht angeben: «Wo ich gerade spiele, da finde ich es am besten. Ich kann auch nicht ausschliessen, mal wieder ganz woanders vorfasnächtlich aufzutreten. Man weiss nie, was die Zukunft bringt.» Aktuell hat sie einiges unter denselben Hut zu bringen als News- und Wetter-Moderatorin bei Telebasel, den Drummeli-Proben und auch noch Event-Moderationen: «Ja, es ist sehr hektisch. Die Eltern und der Mann helfen sehr und auch andere Freunde – etwa beim Kinderhüten.» Es bestehe im Übrigen keine Gefahr, dass sie plötzlich die News gereimt vortrage oder einen Drummeli-Raame» in nüchterner Ansagerin-Manier: «Die Umstellung ist leicht, ich bin immer fokussiert auf den Ort, wo ich bin, das andere kann ich völlig ausblenden.» Und das bei allen Auftretenden von Vorfasnachtsveranstaltungen gefürchtete «Versagge» nach der Vorstellung (der Berichterstatter spricht aus Erfahrung) umgeht sie mit einem Trick: «Ich bin immer mit dem Auto unterwegs, so dass sich gröbere Feten ohnehin verbieten.»

Den Besuchern dagegen wird empfohlen, das Auto zuhause zu lassen, insbesondere wenn sie vom neuen kulinarischen Begleitangebot Gebrauch machen wollen. Es wird im Foyer eine Bar geben und zwei oben auf dem Eingangsbalkon. Und auch vor den Vorstellungen soll man am Ort verweilen – dazu wird neu ein Drummeli-Diner in der Brasserie Monsieur Verseau angeboten. «Man muss also nicht erst in die Stadt gehen, um sich die Lampe zu füllen, das geht nun auch direkt vor Ort», hatte sich Comité-Mitglied Roger Birrer schon früher mal ziemlich launig geäussert. Trotz Getränken à discretion sollte man es aber nicht übertreiben, denn das Programm sei es wert, bei vollem Bewusstsein genossen zu werden.

Drummeli 2023. Eventhalle Messe. 11. Februar 19.30 Uhr Premiere. Sonntag 12. Februar 14.00, von 13. – 17. Februar jeweils 19.30 Uhr. Vorverkauf bei Bider&Tanner, auf www.drummeli.ch und bei Ticketcorner.