BSG-Schlussoobe: Jubiläumswürdiges Nicht-Jubiläum

13. März 2022 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Nachrichten

Der Basler Schnitzelbangg-Gsellschaft hatte Corona 2020 das 100 Jahr-Jubiläum verhagelt. Zwei Jahre danach lassen sie es aber krachen, auch am Schlussoobe auf den Bühnen der Rasser-Theater und im Sperber. Viele gute Formationen mit träfen Versen und nur wenig Mittelmass, dass kann auch als jubiläumswürdig im 102. Jahr des Bestehens bezeichnet werden.

BSG Schlussoobe 2022

Der Präsident der BSG, Daniel Flury, heisst die Gäste herzlich willkommen.

BSG Schlussoobe 2022

D Rätschbääse

BSG Schlussoobe 2022

Gastbank: Die Unterbeliechtete (Bängg fir Basel)

BSG Schlussoobe 2022

D Emigrante

BSG Schlussoobe 2022

Bebbi Buebe

BSG Schlussoobe 2022

Musikalisches Intermezzo: Egosäu

BSG Schlussoobe 2022

Wiggelfisch

BSG Schlussoobe 2022

Gastbank: Schnappsbagge (VSG)

BSG Schlussoobe 2022

Babberlababb

BSG Schlussoobe 2022

Gastbank: Rollaator Röösli (Bebbi Bängg)

BSG Schlussoobe 2022

s Kuchi-Daaberettli

BSG Schlussoobe 2022

Giftspritzi

BSG Schlussoobe 2022

Patrick «Almi» Allmandinger hat als Basler Hampelma für grossartige Unterhaltung gesorgt.

BSG Schlussoobe 2022

Gastbank: Lumpesammler aus Zwingen

BSG Schlussoobe 2022

Skandaallnuudle

BSG Schlussoobe 2022

Die Gsalzene

Corona spielt natürlich bei vielen Formationen eine Rolle, und wird mal besser, mal schlechter mit anderen Themen verknüpft. Gut schaffen dies Babberlababb

Dr Hampe Gysin, dä uss Sissach, meint s isch s Beschte
Isch zwölf mol boostered, und losst sich dääglig teschte
Angscht vor Corona heig är prinzipiell zwar nit
Doch nimmsch als Baselbieter all’s wo s gratis git

Apropos gratis, eine Idee zu den Corona-Tests hat das Kuchi-Daaberettli:

My Frau und ich sinn letscht Summer haimlig und verstohle
vo Abideeg zu Abideeg go Gratis-Corona-Sälbsttescht hole.
Mer hänn ghamschteret, hänn se zwar nie miesse benutze,
Aber die Wattestäbli sinn ideal, zem d PC-Taschte z’ butze!

Zu Corona gehören ja auch die neuen Begrüssungsrituale und das Problem, dass man nie weiss, wer wie gegrüsst sein will. D Rätschbääse glänzen neben einem herrlichen FCB-Langvers (zu 10 kleine Negerlein) mit diesem:

Du zaigsch mir d Fuscht, ich gib dir d Hand und denn umgekeert.
S Rituaal zem Griezi saage, isch noochhaltig gsteert.
«Hey Mann, dasch aber cool», sait unsere Neveu Casimir.
«Gäll, das isch die neui Foorm vo Scheere, Stai, Babyyr?»

Was man nicht vergessen sollte: Ein Vers kann auch durchaus mal nicht lustig sein, sondern nachdenklich – oder einem sogar den Atem stocken lassen. So bei den Laggaffe, die leider kurzfristig erkrankt ausfielen, aber hier trotzdem nicht unerwähnt bleiben sollen.

Risikogruppe sinn sehr luut am schimpfe,
Sälbscht Nordkorea kha si schnäller impfe,
Doch was si vergässe, bi däre ganze Gschicht,
Dört wird niemerts alt, und nur ein het Übergwicht.

Wie immer ein sicherer Wert sind die Gsalzene, die nun statt eines reinen Männerquartetts mit zwei Vätern und ihren Töchtern (am Schlussoobe nur mit einer, noch ein Corona-Ausfall?) antreten. Die ist im Programm voll eingebunden und singt die beiden letzten Zeilen des Corona-Verses gleich selbst:

Mir hänn vom BAG e Telefax bikoo
Und hänn vom Gsangsverbot fir Bänggler Kenntnis gnoo
Unsri Deechtere hänn gfrogt: «Hänn die e Gnaggs?
Und was um Gottes Wille isch e Telefax?»

Daneben ist die Gender-Zwängerei ein grosses Thema – so bei den Bebbi-Buebe etwas unappetitlich:

Miir drey dien vor dr Schyssi stop
und wisse nid wo iine goo
Isch s Wyybli jetzt nid doch e Maa
Und was isch denn am Männli draa
Vor lutter Tschender bi ba bo
hänn miir s in d Hose laufe loo

Origineller ist da die Giftspritzi zum selben Thema:

LGBT*Q
ASF-HIU
ICN+BOK
DQ#RNA
Ych bi bim Väärs-Schryybe – s isch e Katastrophe:
Voll mit em Grind uff dr Taschtatuur yygschloofe!

Und denn hetts gschällt – immer wieder. Die Freiheitstrychler waren fast bei jedem Bangg mit einem Vers dabei. So bei den Emigrante – auch hier mit einem eher nachdenklich machenden Vers:

Si tryychle lut und mache Buff,
Gän für d Freiheit niemools uff.
S Virus grinst nur fies drzue,
Schällt s Dooteglöggli – scho wird Rueh

Schön reimt dazu der Wiggelfisch:

Impfe, impfe, Impferiego
Isch kompliziert, drum blyyb ich do
Jetz hogg y zue de alte Segg
Am Clarablatz ins Schiefe Egg

Neu dabei sind D Skandaalnuudle (im Gegensatz zu ihrer eigenen Schreibweise ohne die vielen unnötigen Akzente), die Corona-bedingt auf die Hälfte – also einen Solisten – reduziert sind. Dieser metzget sich aber tapfer und nimmt das Publikum als Hilfe mit. Der Anfang ist allerdings etwas selbstüberschätzend (so wegen Perlen vor die Säue):

Miir Peerle sin in däm Joor nei
Und wäärfe uns doo hit vor d Sei
Lyychtfiessig cringe pink schrill und haiss
Fääderliecht frivool und faiss

Als Gastformationen hat man dieses Jahr das Rolatoorröösli, D Schnappsbagge, die Unterbeliechtete und die Lumpensammler aus Zwingen eingeladen. Dank ihnen weiss man, dass es ganz normal und nicht Corona ist, wenn man keinerlei Geschmack im Mund spürt: nämlich beim Verzehr von Tofu. Und die alte Dame ist ganz schön kokett:

Dr Doggter Schyybli, my neue Fachaarzt für Dhromböösli
sait zue mer: «Mache Sy sich doch bitte frey, Frau Röösli»
Dass e Daame nit alles bryysgit, han y aagnoo
Drumm han y s Bändeli vo dr Basler Heerbschtmäss aagloo

Der VSG-Bangg Schnappsbagge brilliert mit seiene lakonisch vorgetragenen Versen, auch mit einem über Corona:

Ych ha e alte Frind droffe, oouuh, hänn mir is lang nimm gseh
mir hänn is lang unterhalte bime Dässli Tee
und well me sich nit derf umarme, hänn mir is nur beriehrt mit dr Fuscht
aber als Zaiche vo dr Verbundehait hänn mir d Gsichtsmasgge tuscht

Nicht zu kurz kommt auch die Fasnachtsmusik, perfekt vorgetragen von den Egosäu, die man schon beim Källerstraich im Basler Marionettentheater bewundern durfte. Und als Hampelmaa vo Basel bringt ein bekannter Komiker, Fasnachtsbaizer und Vorfasnachts-Organisator eine Nummer, die der jüngst verstorbene Paul Roniger vor 35 Jahren geschrieben hatte. Beide, die Nummer und Almi, sind gut gealtert und immer noch aktuell. Vom gleichen Künstler gibts dann noch fasnächtlichen Klamauk im besten Sinn.

Nicht dabei ist Frau Länzli, obwohl ihre Verse im Programmheft abgedruckt sind. Sie hat es krankheitsmässig erwischt – trotzdem soll einer ihrer Verse den Abschluss machen:

Bassts no? Jo das hani mi au gfrogt nach so vill Joor
Kai Värsli dräggsle, Sii do kunnt mer alles Spanisch voor
Doch so, wie Sii jetzt glacht hän, muess i saage, ischs Magiie
Do bini wieder mit vill Freyd, gärn s nägst Joor au drbii

Das hoffen wir doch und wünschen Frau Länzli «Gueti Besserig»