Fasnacht 2021: Mir mien wider zrugg ins Lääbe!

7. September 2020 | Von | Kategorie: Nachrichten

Das Fasnachtscomité hat an der Präsidentenkonferenz 2020 unter dem Strich zwei Dinge gesagt. Erstens: Eine Fasnacht wie z.B. 2019 wird es nicht mehr geben. Aber zweitens: Es wird eine Fasnacht geben. Wie die aber aussieht, ist noch nicht klar und liegt in erster Linie bei den Cliquen!

Die Stimmung war ganz anders wie sonst: Die Obleute wurden in zwei Gruppe geteilt, jene mit den Cliquennamen L – Z trafen sich um 19.15 Uhr, alle mit Maske, zur Präsidentenkonferenz 2020. Das Comité wartete auf das Publikum – in Maske. Und ebenfalls warteten zwei Regierungsräte – mit Maske  (weil es die beiden Magistraten mit den auffallendsten Frisuren waren, wusste man sofort: «Aha, der Engelberger und der Baschi Dürr!»). Das Geplauder vor der Vorstellung blieb weitgehend aus, weil zwischen jedem Fasnächtler ein Sitz mit einem roten Kreuz war, welcher freibleiben musste.

Und dann kam es knüppeldick: Pia Inderbitzin, die Comité-Obfrau, entledigte sich der Maske und ergriff das Wort. Zuerst machte sie klar, dass in 45 Minuten alle wieder gehen müssen. Fragen können keine beantwortet werden, weil alles gesagt wird, was man weiss und der heutige Abend nicht für die Kristallkugel-Gucker gedacht sei. Pia erinnerte an die letzte grosse Fasnacht in Basel – die Schulfasnacht 2020 – und beschrieb nochmals den schwarzen Tag vom 28.2.2020, wo die Fasnacht abgesagt werden musste. Sie bedankte sich – wie später auch noch die beiden Regierungsräte, die wohl nur deswegen gekommen sind – für das vorbildliche Verhalten der Fasnachtstreibenden und für die Disziplin. Dann beschreibt Pia die Tage, Wochen, Monate nach diesem fasnächtlichen Lockdown und sagt ein paar ganz wichtige Sachen. Erstens: «Mr mien wider zrugg ins Läbe». Meint damit die Fasnacht,  aber trifft den Nagel generell auf den Kopf. Dann: Wir bereiten uns auf die Fasnacht 2021 vor, aber haben noch keine Ahnung, wie die aussieht. Was wir aber wissen: Es darf keine Menschenansammlungen und kein Risiko geben. Also ein Morgestraich und ein Cortège wie z.B. 2019: No way!

Dann zeigt die Obfrau den Lösungsweg aus dieser Sackgasse auf: Das Comité hat – zusammen mit der Regierung – eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Gestaltung der Fasnacht 2021 auseinandersetzen wird. Dazu braucht es aber die Inputs der Cliquen! Und diese sind gebeten, ihre Ideen und Vorstellungen bis zum 26. September 2020 an das Comité zu mailen.

Dann bittet Pia Inderbitzin die Cliquen, dass man jene Gruppierungen nicht vergessen solle, die 2021 keine Fasnachtsaufträge mehr erhalten: Schnyydere, Ladäärnemooler oder Larveatelier etc. Es gäbe viele Lösungen, wie man diese 2021 unterstützen könne, auch wenn man Goschdym und Larve von 2020 benützen will und keine neue Bestellungen tätigen kann.

Regierungsrat Engelberger bedankt sich bei den Obleuten für die Disziplin bei der Nicht-Fasnacht 2020 und ruft dazu auf, für 2021 mit viel Mut neue Ideen zu bringen. Er sichert die Unterstützung der Regierung zu.

Dann folgt Katrin von Bidder, zuständig für Nachwuchsförderung. In einem flammenden Appel ruft sie die Cliquen dazu auf, jetzt primär in den eigenen Reihen für die Pflege und für die Förderung des Nachwuchses zu sorgen. Sie stellt eine Aktion vor – «JETZT Fasnacht», welche fasnachtsinteressierten Jugendlichen den Weg digital zu den ausbildenden Cliquen weisen soll: www.jetzt-fasnacht.ch!

Robi Schärz berichtet pragmatisch übers Drummeli 2021: «Es findet statt»! Man wisse zwar noch nicht genau wo (Musical Theater oder Event-Halle MCH), aber die Cliquen seien im kreativen Prozess und die Textercrew sei am Schreiben der Texte. Auch s Offizielle sei in Vorbereitung. 1000 Mitwirkende sei eine Schutzkonzept-Herausforderung…

Und dann spricht Bruno Kern – der Master of Strassenfasnacht. Er bringts auf den Punkt: Es werde in diesem Jahr keine Abmarschpunkte um 13.30 auf der inneren Route geben. Oder Pausenräume. Oder Wagenparkplätze. Oder Guggekonzärt. etc. Alles das, was man bisher als Fasnacht kennen gelernt habe (z.B. 2019), wird es 2021 so nicht mehr geben.

2021 werde man – vielleicht – in den Quartieren Fasnacht machen. D Gugge werden – vielleicht – über die Strassen miteinander musizieren. In den Beizen der Quartiere werden – vielleicht – plötzlich Bängg zu hören sein. Die Altersheime werden – vielleicht – zu Bühnen von Cliquene. Der Morgestraich: In den Quartieren um 6 Uhr, damit die, die arbeiten gehen müssen, richtig geweckt werden. Alles möglich. Noch nichts geplant. Und dann wieder der Aufruf:

Cliquene, Gruppene, Wääge, Guggene etc.: Schickt Eure Ideen, wie die Fasnacht 2021 aussehen könnte bis zum 26.9.2020 an: idee@fasnachts-comite.ch mit Angabe einer Kontaktperson innerhalb der Clique (z.B. der/die Sujetobmaa/frau), die mithelfen soll, wenn die Idee durchgeführt ist. Dann wird die Arbeitsgruppe entscheiden!

Als nächster Referent (noch immer innerhalb von 45 Minuten), kommt Mathias Brenneis mit der besten Nachricht des Abends: Es wird eine Blagedde in den üblichen Ausführungen geben! Man sei daran zu entscheiden, wie hoch die produzierte Stückzahl sein soll – man wolle aber, dass jeder/jede eine Blagedde kaufen könne. Blageddevernissage nach Weihnachten ist gestrichen. Der Verkauf beginnt am 2.1.2021. D Blaggedde isch e Symbool vo dr Hoffnig. Mr mache Fasnacht im 2021!

RR Baschi Dürr bedankt sich – überraschenderweise – für die Disziplin an der Nicht-Fasnacht 2020 und verpricht ein massvolles Vorgehen gegen überlanges und lärmiges «Iebe im Freye». Man solle bitte Augenmass behalten.

Pia übernimmt den Epilog: Sie ruft dazu auf, die Fasnacht 2021 zusammen zu gestalten. Sie freue sich auf viele Vorschläge und ist davon überzeugt, dass die «Corona-Fasnacht 2021» wegweisend für die Zukunft der Basler Fasnacht werden wird.

In den Gesprächen vor dem Saal war es deutlich: Man muss sich zuerst an die Tatsache gewöhnen, dass man eigentlich keine Sujetsitzung abhalten oder keinen Wagenbau beginnen muss, ohne nicht vorher über die Art und Weise der Fasnacht 2021 Bescheid zu wissen. Wer weiss, vielleicht wird der Wagen ja zur Beiz oder die Clique tritt ausschliesslich auf Bühnen auf? – Auf den Punkt bringt es die Fasnächtlerin die sagt: «Also so richtig blöd isch die Idee jo nit!». Damit hat sie die richtige Denkrichtung eingeschlagen!