Basler Fasnacht als Kandidatin für immaterielles Kulturerbe der UNESCO nominiert

22. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Wie das Basler Präsidialdepartement, Abteilung Kultur mitteilt kommt die Basler Fasnacht auf die Liste der Schweizer Kandidaturen für eine Aufnahme als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Der Bundesrat hat am 22. Oktober 2014 die Vorschläge für die Kandidaturen gutgeheissen. Diese werden nun schrittweise beim UNESCO-Komitee für das immaterielle Kulturerbe eingereicht. Die erste Kandidatur ist für 2015 geplant.

In der Medienmitteilung des Präsidialamtes Basel-Stadt dazu heisst es:

«Die Aufnahme der Basler Fasnacht auf die Liste der Kandidaturen ist für Basel und die Pflege seiner Tradition eine sehr schöne Wertschätzung. Eine Aufnahme als immaterielles Kulturerbe der UNESCO würde dazu beitragen, die Sichtbarkeit der Basler Fasnacht im Ausland zu verfestigen und die Vielfalt des Weltkulturerbes mit zu unterstreichen. Sie ist eine der wenigen Traditionen welche es auf die Liste geschafft hat.

Mit dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes will die UNESCO ein Kulturerbe bewahren, das weniger mit Bauten oder Räumen zusammenhängt – im Unterschied zum Weltkulturerbe oder Weltnaturerbe – sondern mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen des Alltags verbunden ist. Die Liste umfasst aktuell etwa 250 Ausdrucksformen aus 100 Ländern, zum Beispiel den Tango, die tibetanische Oper oder die Stickerei in Kroatien.».

Das Echo dazu ist vielfältig

Philippe Bischoff, Leiter Abteilung Kultur Basel-Stadt meint dazu: «Wir freuen uns sehr darüber, dass die Basler Fasnacht auf die Liste des Bundesrates gekommen ist. Ihre kulturelle und soziale Bedeutung ist unbestritten gross. Mich persönlich fasziniert besonder, dass die Fasnacht in der Basler Gesellschaft seit vielen Jahrzehnten eine Art kulturelle Grund(aus)bildung leistet: Musizieren, Larven und Kostüme gestalten, Schnitzelbänke schreiben und vortragen, dieses Spektrum ist eindrücklich und multidisziplinär vor der Zeit.».

Und Christoph Bürgin, Obmann Fasnachts-Comité: «Die Nominierung ist eine grosse Anerkennung für alle, die sich für die Basler Fasnacht einsetzen. Der Geist, der die Fasnacht umgibt, dauert nicht nur drei Tage, sondern das ganze Jahr hindurch. Der soziale, gesellschaftspolitische und kulturelle wert der Fasnacht ist für die ganze Region äusserst wervoll und wird oft unterschätzt. Deshalb ist es sehr positiv, dass die grosse Bedeutung der Fasnacht, die weit über das eigene Fasnachtsmachen hinausgeht, durch diese Nominierung auch von der kantonalen und eidgenössischen Politik erkannt worden ist.».

Sehr erfreut über den Entscheid des Bundesrates zeigt sich auch LDP-Grossrat André Auderset. Dieser hat vor ziemlich einem Jahr in einem parlamentarischen Vorstoss den Regierungsrat aufgefordert, die bisher gezeigte Zurückhaltung aufzugeben und energisch beim Bundesrat dafür zu Lobbyieren dass die Basler Fasnacht als Kulturgut auf die UNESCO-Liste kommt. Er schreibt: «In nachfolgenden Gesprächen mit dem Basler Kulturbeauftragten konnte ich mich davon überzeugen, dass mein Anliegen ernstgenommen und ernsthaft verfolgt wird. Diese Bemühungen haben nun zum vorläufigen Erfolg geführt. Man muss aber weiter am Ball bleiben, dies insbesondere, da der Bundesrat ein „gestaffeltes“ Einreichen der Schweizer Anträge in Aussicht stellt. Früher eingereichte Vorschläge dürfen somit mehr Chancen haben als spätere, da pro Land nur zwei bis drei Einträge akzeptiert werden.».

Die Medienmitteilung des Präsidialamtes Basel-Stadt: http://www.medienmitteilungen.bs.ch/2014-10-22-pd-002