Neu an einem geschichtsträchtigen Ort, Rückblick auf 120 Jahre VSG (Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft 1906), eine VSG-Theatergruppe und natürlich die besten Verse der Fasnacht 2026 waren angekündigt und man war gespannt auf die Umsetzung. Man darf nach diesem Schlussabend im Kiechli verblüfft sagen, das Programm war vielfältig, farbig und überraschend anders. Ein grosses Kompliment gilt den Macherinnen und Machern hinter den Kulissen.
Wenn man die oben genannten Programmpunkte in einen Schlussabend verpackt, eine würdige Verabschiedung dazu kommt und der Abend mit dem Lied «mi Dach isch dr Himmel vo Basel» pathetisch abschliesst, ergibt das ein sehr farbiges und ungewohntes Abendprogramm für einen Schlussabend. Es ist aber beim Publikum angekommen wie die Standing Ovation am Schluss zeigte.
Angefangen hat der Abend mit der Begrüssung durch den Präsidenten, Daniel Roth welcher am Schluss Vital Jauslin vorstellte und ihm die Moderation des Abends übergab. Dann war die Reihe an den 12 Formationen der VSG. Sie haben alle nochmals die besten diesjährigen Verse präsentiert.
Die Altmeister oder besser gesagt die beiden Schüler namens Elfi-Glöggli setzten den Massstab für die folgenden Kollegen. Die Beiden gehören sicher zu den Spitzenwerten innerhalb der Gesellschaft, routiniert und toll vorgetragen.
Dann hiess es Frölein Zaale, ein Neuling mit einem guten und überraschenden Konzept. Eine Serviertochter mit all ihren Problemen und Nöten. Eine mehr als gelungene Premiere.
Die Routinier Nachtschwärmer sind natürlich ebenfalls ein sicherer Wert und haben mit Themen Birsfelden, Trump und vor allem Sarkozi gepunktet.
Die Kaffidante hat einen Mann zu Hause welcher anscheinend nicht der Hellste ist und zu viel raucht und doch geniesst sie mit ihm das Leben, trinkt gerne ein Gläschen Wein und lässt die Wäsche von Marco Odermatt waschen.
Beim Clara Käthi & Kater Carlo meint Carlo, dass er in der Ochsengasse für mehr Verkehr weniger bezahlt als bei der Durchfahrt durch Birsfelden.
Gilbert von den Daameryschli ist nicht zu beneiden, kommt nicht zu Wort und wird laufend herumkommandiert. Was man aber sagen muss, die beiden Damen machen das auch ausgezeichnet. Der Favorit des Chronisten ist der Vers mit der Aufklärung mit den Bienen und der schlechten Geburtenrate. Der Vers kann, wie die übrigen aller Formationen, auf der VSG-Homepage nachgelesen werden.
Der Blagèèri beherrscht das blagieren perfekt und sucht für das Theater Basel magersüchtige Leute, weil man die nicht verpflegen muss, so sparen kann und hofft, dass das «Säggsylitte» nicht auch noch Weltkulturerbe wird.
Und dann war der zweite Neuling, Pfluumeboppi an der Reihe. Zuerst muss sein Name erklärt werden. Ein Pfluumeboppi ist ein junger Mann mit dem Herz auf der Zunge und etwas zuviel auf den Lenden und ein bisschen frech. Er betreibt einen Laden im Gundeli und meint der Bebbi Sagg sei ein Luxusartikel welchen er nicht führt und den man im Globus kaufen soll. Dieses neue Mitglied in der VSG-Familie ist ein echter Mehrwert. Sehr guter Einstieg.
Das Källerdiirli ist wieder ein gestandener und fester Wert mit ganz tollen Versen auf hohem Niveau und ohne einen einzigen Durchhänger. Taylor Swift und ein neues Fussballstadion in Zürich gehen ihm am Allerwertesten vorbei.
Bajass & Omega haben nicht an der Fasnacht teilgenommen und nur für diesen Schlussabend ein «best off» präsentiert. Den Sommerau Vers können sie und das Publikum auch noch immer.
Die Schnapsbagge muss man natürlich auch nicht mehr vorstellen da er erst kürzlich in einer Late Night Sendung vom Schweizer Fernsehen aufgetreten ist. Das hat er sich mit seinen immer tollen Auftritten verdient. Warum Donald Trump sich bei Keller Sutter entschuldigt hat mit Infantino zu tun.
Das war es mit den normalen Auftritten der Bänke und kam das emotionale Highlight des Abends. Er ist seit 25 Jahren auf der Piste und meint wie immer:
Mini Vers, wo i sing, sind vom Intellekt her perfekt, es fehlt enä nur dä recht Dialekt.
In richtigem Ostschweizer Dialekt vorgetragen, kann das nur das Echo vom Säntis sein. Der letzte Vers seines Vortrags war aber der folgende:
Jetz längts. Und i due mi uff e Säntis verzie. I leer jo das «Baaseldytsch» s Lääbe lang nie!
Und er meint es ernst – Aus, Fertig, Schluss. Das Echo vom Säntis beendet seine Kariere als Schnitzelbänkler. Dann folgte eine Verabschiedung durch die Gesellschaft welche seinesgleichen sucht. Auf der Grossleinwand wurde ein Film gezeigt wie das Echo vom Säntis via Autobahn und mit einigen Stops in die Ostschweiz fährt und zwar im Goschdym. Dann mit der Seilbahn auf den Säntis. Oben auf dem Gipfel nehmen sie die Larve ab und fallen sich um den Hals. Auf dem Bildschirm steht am Anfang gross «s Echo goot haim» und am Schluss «Adieu Echo vom Säntis». Nach dem Film werden die Beiden vom Präsidenten geehrt und vom Publikum mit einer Standig Ovation bedacht. Es flossen einige Tränen. Ein sehr emotionaler Moment und eine mehr als würdige Verabschiedung eines treuen Mitgliedes. Wir ziehen den Hut vor solch einer Verabschiedung und wünschen dem Echo vom Säntis alles Gute und danke für deinen Humor.
Hier der Link zum Film https://youtu.be/r3aceeVeZYk
Zum Glück war dann Pause.
Nach der Pause die nächste Überraschung. Man hat im Rückblick auf die 120 Jahre VSG entdeckt, dass es früher üblich war an einem Schlussabend ein Theaterstück aufzuführen und hat das als Idee aufgenommen und umgesetzt. Unter dem Titel «s Rosy isch offline» wurde die VSG-Theatergruppe gegründet und vier Aktive haben einen Schwank präsentiert. Der Hund des Grossvaters ist gestorben und man sucht einen Ersatz. Lea die Tochter gibt dem Opa das Handy und sagt er solle unter Petfinder eine Suche aufgeben. Opa und Handy sind keine Freunde und so kommt es zur Verwechslung mit einer Datingseite. Als dann eine Dame beim Grossvater vorbeikommt, meint er sie wolle mit ihm über Hunde reden und er erzählte Geschichten über die verstorbene Rosy. Das Chaos war angerichtet und das Publikum konnte Tränen lachen. Wenn der Opa sagt er habe Rosy immer gebürstet hat das in dieser Konstellation zwei verschiedene Bedeutungen…… Man konnte die Erfahrung als Schauspieler und Regisseur von Renato Salvi spüren – gut gemacht.
Dann hiess es nochmals Renato Salvi. Er präsentierte zum Jubiläum 120 Jahre VSG einen historischen Rückblick in Versform und mit bildlicher Unterstützung auf der Grossleinwand inklusive einem lustigen Ausblick bis ins Jahr 2506.
Ein letzter emotionaler Höhepunkt folgte mit «mi Dach isch dr Himmel vo Basel», gesungen von Vital Jauslin vor der Silhouette des Basler Münsters. Ein berührender Abschluss.
Die erneute Standing Ovation zeigte klar: Der Mut, vom gewohnten Ablauf eines Schlussabends abzuweichen, wurde belohnt. Es war ein Abend voller Humor, Geschichte, Emotionen und Überraschungen – und ein würdiges Jubiläum für 120 Jahre VSG.
Alle Zedel und weiter Infos über die VSG (Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft 1906) unter: http://www.vsg-basel.ch


