Der volkswirtschaftliche Stellenwert der Fasnacht

1. Juni 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Welche volkswirtschaftliche Bedeutung hat die Basler Fasnacht? Diese Frage wurde immer wieder dem Fasnachts-Comité gestellt. Um verbindliche, d.h. messbare Grundlagen zu erhalten, erteilte es vor sieben Monaten der Fachhochschule beider Basel FHBB den Auftrag, eine Studie darüber durchzuführen. Ein Studententeam aus fünf angehenden Betriebsoekonomen aus dem Departement Wirtschaft bearbeitete dieses Projekt. Das Ergebnis wurde heute unter dem Titel «D Frau Fasnacht in Frangge und Räppli – Untersuchung über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Basler Fasnacht» im Restaurant Rebhaus den Medien vorgestellt.

47 Interviews, 739 brieflich versendete Fragebogen, 819 ausgefüllte Fragebogen während der Fanachtsumfrage und 349 Antworten aktiver Fasnächtler bei Internetbefragungen lieferten die Daten für eine primäre Erhebung. Die durch die Antworten der 1’535 Personen erhaltenen Daten wurden mittels Hochrechnung ausgewertet.

Die Ausgaben der Aktiven und Besucher für die Fasnacht errechnete das Team auf 27’685’000 Franken. Ein Drittel davon, nämlich 9’290’000 Franken entfallen auf die Vorbereitungsausgaben der Fasnächtler. 4’815’000 Franken fliessen in die Kassen der Vorfasnachts-Veranstaltungen. 13’100’000 Franken, davon die Hälfte von den Aktiven, werden in Restaurants, Cliquenkellern und an Strassenständen «verkonsumiert». Und für Übernachtungen in Hotels werden für 2’687 zusätzliche Logiernächte 480’000 Franken ausgegeben. Dazu kommen noch die Kosten für Medien mit 450’000 Franken, des Kantons mit 476’100 Franken und des Öffentlichen Verkehrs mit 491’500 Franken.

«Die bezifferten Geldstöme sind durchwegs als Mindestzahlen zu interpretieren. Doch die Studie zeigt wesentlich mehr als eine buchhalterische Darlegung», erklärte Comitéobmann Felix Rudolf von Rohr. Die Studie zeigt auf, dass rund 512’600 ehrenamtlche Arbeitsstunden pro Jahr geleistet werden. «Dies entspricht einer Leistung von rund 300 vollen Arbeitsstellen im Dienste von einzigartiger Gesellschaftsverbindung durch alle soziale Schichten, sowie wertvoller Traditionspflege», so Rudolf von Rohr. Speziell erwähnenswert sind die 106’156 Stunden, welche im Dienste der Jugendlichen geleistet werden. Neben der ehrenamtlichen Arbeit verbringen die Mitglieder rund 137 Stunden in ihren Vereinen. Auch wenn nur 46 Prozent der aktiven Fasnächtler in der Stadt wohnen (bei den Schnitzelbängglern sind es sogar nur 41 Prozent), so kommt mit dieser Präsenz doch eine tiefe Identifikation mit Basel zum Tragen.

Die Umfrage bei den Zuschauern hat ergeben, dass rund ein Viertel der Besucher nicht aus den beiden Basel, sondern aus der übrigen Schweiz und dem Ausland kommt. «Die Fasnacht ist zu einem wesentlichen Faktor unseres touristischen Stadtmarketings geworden. Dies ist auch durch die in der Studie bezifferten Mehrumsätze der Gastronomie und Hotellerie abzulesen», so Rudolf von Rohr. Denn mit einem Umsatz von mindestens 28 Millionen Franken ist die Fasnacht ein wichtiger und fester Wert für das regionale Gewerbe. Abschliessend dankte der Obmann dem Studententeam mit Yuko Brodbeck, Fabienne Flammer, Fabian Steiner, Reto Straumann und Matthias Tonazzi, sowie Projektbetreuer Professor Marcel Lüthi und dessen Assistenten Reto Niethammer für die hervorragende und wertvolle Arbeit.

Weitere Informationen:

Fasnachts-Comité