Tracker gegen Klau und Stau

1. April 2026 | Von | Kategorie: Kurz & bündig

An der Fasnacht 2026 kam es vermehrt zu Diebstählen von Larven (siehe Beitragsbild) und Trommeln. Als Möglichkeit, solche Delikte zu vermindern oder wenigstens aufzuklären, wird nun der Einsatz von Trackern evaluiert. Diese könnten an Larven oder im Innern der Trommeln angebracht werden. Auch zur Verbesserung der Stauproblematik auf dem Cortège könnte der Tracker-Einsatz als mildere Massnahme anstatt der vom Comité geplanten «Pausier-Regelung» (s. Artikel «Stau am Cortège: Jetzt verordnet das Comité Pausen») vorgesehen werden.

Speziell aufgefallen ist das Problem durch Medienmeldungen, dass einem Schnitzelbangg die Larve nach einem Auftritt gestohlen wurde. Bei fasnacht.ch meldeten sich auch diverse Tambouren und beklagten, dass während eines Halts die Trommeln vor dem Pausenlokal abhanden kamen. Trommel- und Larven-Diebstähle sind zwar kein neues Phänomen, doch scheinen sich die Vorfälle zu häufen. Ursache könnte unter anderem sein, dass wegen der Feuerschutz-Thematik in vielen Lokalen penibel darauf geschaut wurde, dass keine Utensilien wie eben Larven oder Trommeln innerhalb der Lokale deponiert werden und so allenfalls die Notausgänge verstopfen.

Bei teuren Velos gibt es heute schon Tracker, die zwar einen Diebstahl an sich nicht verhindern können. Da sich das Vehikel aber vom rechtmässigen Besitzer orten lässt, hat schon Mancher seinen Drahtesel wieder beschaffen können. Etwas ähnliches schwebt nun Larvenmachern und Trommelbauern auch für fasnächtliche  Verwendung vor. So könnten solche Tracker wie der unten Dargestellte in Larven oder im Innern der Trommel montiert werden.

Das Atelier Charivari hat da bereits etwas evaluiert. Der Tracker kann mit dem Helm verschraubt werden. Das Delux-Model hat noch einen Accelerometer, ein Gyroscope sowie einen 100 dB Lautsprecher verbaut. Sprich eine saubere Alarmanlage.

Bei den Trommeln wäre noch zu klären, wie das Gerät so montiert werden kann, dass die Akustik nicht leidet. Die Batterie müsste jährlich gewechselt werden, was jeweils ein zusätzliches Schränken erfordert. Die Tambouren würden angehalten, ab Sommer die Trommeln in den Service zu bringen, damit vor der Fasnacht nicht ein Stau bei den Trommelbauern entsteht.

Apropos Stau: Hier gab es ja gerade dieses Jahr eine grosse Diskussion darüber, dass es am Cortège zeitweise kaum mehr vorwärts ging. Auch hier könnten Tracker helfen und eine mildere Massnahme darstellen als die radikale «Pausier-Regelung», welche das Comité anscheinend plant (s. Artikel: «Stau am Cortège: Jetzt verordnet das Comité Pausen»)

 

Die Tracker werden vor der Fasnacht an die Einheiten abgegeben und sollen von einem aktiven Mitglied oder dem Zugchef getragen werden. Die Laufzeit ist so ausgelegt, dass sie den gesamten Cortège abdeckt. Der Tracker kann auch per USB-C geladen werden. Nach Abschluss kann der Tracker einfach abgeschaltet und wieder zurückgegeben werden.

Das Fasnachts-Comité betont ausdrücklich, dass die erhobenen Bewegungsdaten nicht für allfällige Sanktionen verwendet werden. Auch wenn sich einzelne Einheiten nicht strikt an den Ablaufplan halten, sollen keine Konsequenzen daraus entstehen. Gleichzeitig wird an alle Beteiligten appelliert, im Sinne der Fairness zum Gesamtgelingen beizutragen.

Neben der Optimierung des Cortège-Ablaufs adressiert das System auch ein wachsendes Sicherheitsanliegen. In der Vergangenheit kam es vermehrt zu Übergriffen auf aktive Gruppierungen, darunter Stossen, Schlagen oder sogar Pfefferspray-Attacken. Aus diesem Grund sind die Tracker zusätzlich mit einem SOS-Knopf ausgestattet. Im Ernstfall kann damit direkt die Alarmzentrale der Polizei verständigt werden, welche umgehend mobile Einheiten an den übermittelten Standort entsendet.

Derzeit befinden sich die Systeme in einer Testphase unter realen Bedingungen. Das Fasnachts-Comité wird in den kommenden Wochen weiterführend über Details sowie den geplanten Einsatz informieren.