Die verschiedenen Rollen der Fasnacht als eines der ältesten Brauchtümer überhaupt betonte Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr an der Medieninformation «100 Jahre Fasnachts-Comité Basel». Da sei zum einen die «Hofnarren»-Rolle, dann der soziale, über die gesellschaftlichen Barrieren verbindende Wert, der künstlerische Aspekt bis hin zur Pflege und Erhalt der Muttersprache und die Jugendförderung. Dazu kämen die wirtschaftliche Seite mit einer jährlichen Wertschöpfung gegen 30 Mio. CHF und die internationale Beachtung, welche Basel dank der Fasnacht widerfahre.
All dies rechtfertigt es laut Rudolf von Rohr, zum Jubiläum speziell auf die Fasnacht aufmerksam zu machen und Impulse für die weitere Entwicklung zu geben. Geschehen soll dies mit fünf Jubiläumsprojekten, die am 16. Oktober vorgestellt wurden:
Am 29. Dezember werden zusammen mit der Plaketten-Vernissage drei Jubiläums-Briefmarken der Schweizer Post vorgestellt. Die Marken werden bis dann noch geheim gehalten, jedoch wurde bereits bekannt, dass es sich um die Sujets «Spalentor», «Rathaus» und «Münster» handelt und um einen Frankierwert von jeweils einem Franken.
In Zusammenarbeit mit dem Christoph Merian-Verlag wird ein multimediales Fasnachtsset, bestehend aus Buch, DVD, CD und einer Handvoll «Räppli» herausgegeben. Das Buch führt die Chronik seit dem 75-Jahre-Jubiläum weiter; für DVD und CD konnten die beim Staats-TV respektive -Radio für die Querschnitte verantwortlichen Beat Manetsch und Michel Luisier gewonnen werden. Erhältlich ist das Werk sinnigerweise ab 11. 11. zum Preis von CHF 68.-.
Kompositions-Werk wird mit einer Choreographie von Richard Wherlock mit Ballett-Ensemble und dem Basler Symphonie-Orchester im nächsten April uraufgeführt.
Vom 2. Februar bis zum 16. Mai kommenden Jahres wird es im Tinguely-Museum eine spezielle Sonderausstellung «Fasnacht & Kunst & Tinguely» geben. Man will sich laut Andres Pardey dabei speziell auf den «Kunstbezug» der Fasnacht konzentrieren, hätten doch eine Vielzahl von Cliquen Sujets wie die Picasso-Bilder, die «tut»-Ausstellung oder die verhüllten Christo-Bäume ausgespielt. Wobei es – so Pardey doch paradox sei, dass ausgerechnet in der «Heimat» Tinguelys eine Aktion zu diesem Jubiläum stattfinde, hätte doch eine innige Hassliebe die «Kuttlebutzer» und das Comité verbunden.
Als fünfte Aktion wird eine Schulfasnacht 2010» durchgeführt, für die sich bereits gegen 4’000 Schülerinnen und Schüler angemeldet hätten, wie Comité-Mitglied Pia Inderbitzin stolz vermelden konnte. Der Umzug findet am 11. Februar ab 17 Uhr auf der Route Münsterplatz – Bäumleingasse – Freie Strasse – Eisengasse – Mittler Rheinbrücke – Rheingasse – Theodorskirchplatz statt. Parallel dazu wird im Reinhardt-Verlag ein Bildband von Rolf Jeck erscheinen, der sich intensiv mit dem Motiv der Kinderumzüge beschäftigt.
Ein ambitioniertes Programm hat das Fasnachts-Comité damit auf die Beine gestellt, und dies trotz einer laut Rudolf von Rohr eher harzig verlaufenen Mittelsuche. Die Einnahmen aus dem Plaketten-Verkauf sollen nämlich für die Ausschüttung von Subventionen an die Fasnächtler verwendet und nicht zweckentfremdet werden. Man habe deshalb – zum ersten Mal in der Geschichte – spezielle Bittgänge unternommen, die teils zwar erfolgreich waren. Das Schlusswort des Comité-Obmanns war aber an Deutlichkeit nicht zu überbieten: «Wir brauchen noch Geld!»


