Schaabernagg & Lumpepagg; Frucht- und furchtlose Fasnachterien im Theater Teufelhof

24. Januar 2016 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Wer sich 1 1/2 Stunden köstlich amüsieren will, darf sich die Vorfasnachtsveranstaltung im Theater Teufelhof nicht entgehen lassen. Grundvoraussetzung hierfür ist nicht zwingend, dass man sich mit der Basler Fasnacht auskennt oder sich diese gar verinnerlicht hat. Schaden kann es aber auch nicht.

Es ist zwar noch nicht ganz soweit, aber der Entscheid, dass die Basler Fasnachtereien endlich Aufnahme in die Liste der UNESCO (Unlimitiert-Närrisch-Eigendümmliches Schaabernagg Collegium) der immatrikulierten Kulturblütler finden, steht unmittelbar bevor.

Deshalb sind drei per Handmehr ausgewählte Spezialisten damit beauftragt worden, eine Präsentation vorzubereiten, welche den Unsinn und die Leidensbereitschaft des fasnächtlichen Treibens in Basel eindrücklich zeigen, und so die UNESCO-Vertreter von der Notwendigkeit der ehrenvollen Aufnahme vollends überzeugen soll.

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Die drei Fasardeure (Heinz Margot, Walo Niedermann und Roland Suter) merken jedoch schnell, dass sich bei der Vergabe zu viele Leute profilieren und bereichern wollen und das Ganze sehr an die Possen und Torheiten der Mächtigen und Einflussreichen erinnert. So beschliessen die Drei, den Geist der Basler Fasnacht zu bewahren, gegen Reglementierungen, Bestimmungen und Vorschriften aufzubegehren und für mehr Schabernack und gegen das Lumpenpack zu kämpfen.

So wirbt das Theater Teufelhof für das Vorfasnachtskabarett im Rahmen seiner Schweizer Kabarett Reihe. Am Sonntag, 24. Januar 2016 feierte das Stück Premiere.

Ziemlich düster beginnt die Geschichte, düster jedoch nur deshalb, weil die Protagonisten den Schalter für die Beleuchtung nicht finden. Bettina Urfer, das Mädchen für alles, findet diesen schliesslich und nun konnte es endlich los gehen mit der Findung der geeigneten Pressentation für eine erfolgreiche Kandidatur für die Basler Fasnacht als Unseco Kurlturerbe. Das sich dies als ziemlich schwierig erweist, zeigen der Magistrat, der Vordrääbler und der Marktingmanager, mit vermeintlich Zürcher Wurzeln, in der Folge.
Es geht um Termine, um das Budget und um geeignete Repressentanten und an allem fehlt es in Basel. Zudem wurde den Besuchern vor Augen gehalten, dass die Basler Fasnacht gar nicht so eigentümlich und einzigartig ist, wie hier viele glauben wollen.

Mit enorm viel Wortwitz, versteckten Nadelstichen, bewussten Seitenhieben und veritablen Schenkelklopfern ist das Programm humorvoll gespickt und durchwegs amüsant. Als Besucher freut man sich jeweils auf die nächste Szene und wartet gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt wird.

Schabernagg & Lumpepagg kommt ganz ohne Pfeifen, Trommeln oder Guggenmusik aus. Einen Schnitzelbangg sucht man in dieser Vorfasnachtsveranstaltung auch vergebens. Die Fasnachtsmusik kommt indes keineswegs zu kurz. Die fantastische Bettina Urfer glänzt hierbei an verschiedensten Instrumenten. Der musikalische Höhepunkt aus fasnachtsmusikalischer Sicht ist aber sicherlich ihre Interpretation von bekannten Fasnachtsmärschen, welche sie klassisch à la Johann Sebastian Bach, Jazzig, als Samba oder als Boogie Woogie am Piano darbietet. Einfach grandios!

Schön sind auch die gesungenen Einlagen, welche jeweils zur Szene passenden Texten versehen und mit lokalen Melodien oder aktuellen Hits vorgetragen werden.  Hervorzuheben ist hierbei die Parodie auf drei Regierungsräte, welche unsere Stadt alleine regieren.

Das Bühnenbild kommt etwas karg daher, es braucht aber auch keinen aufwendigen Hintergrund, geht es doch um das Schauspiel und die Wortakrobatig. Einige Requisiten, einen Beamer und eine Leinwand ist ausreichend um den Fokus auf das Wesentliche richten zu können und das sind die drei hervorragenden Darsteller, welche in ihren Rollen vollends überzeugen.

Schaabernagg & Lumpegagg ist eine etwas andere Vorfasnachtsveranstaltung. Kabarett und Satiere die einfach Spass macht. Unterhaltung und Amüsement vom Feinsten. Ein Besuch im Theater Teufelhof lohnt sich unbedingt.

„Schaabernagg & Lumpepagg“

Vorstellungen: Sonntag, 24.01.2016 – Samstag, 06.02.2016 täglich jeweils 20:30 Uhr
Theater Teufelhof Leonhardsgraben 49
4051 Basel
Tel. 061 261 10 10
info@teufelhof.com