Bereits zum 12. Mal organisierte Martin von Wyl’s Tambourmajorschule Basel den Stockwurf-Workshop! Ein Anlass mit Überraschung und Stargast!
Im Schützenmattpark herrscht herrliches Spätsommer-Wetter, ein Wetterglück für die Durchführung des Workshops. Den Kursleiter darauf angesprochen: „Wir würden auch hier stehen, wenn es regnet. An der Fasnacht haben wir auch keine Wettergarantie!“.
Rund 15 Teilnehmende (draunter zwei Frauen) stehen um den Kursleiter. Alle tragen – gemäss Merkblatt von der Basler Tambourenschule – weisse Handschuhe und tragen den Stock in der rechten Hand. Wir treffen auf die „Grundausbildung im Stockwerfen“ und Martin zeigt die einfachen Grundwürfe. Während die Teilnehmenden diese mehr oder weniger erfolgreich nachmachen, schauen wir uns unter den Übenden um. Da sehen wir die Majoren von etlichen Stammcliquen und ein paar Exoten. Darunter Ivan Kym, der Trommelkönig aus Möhlin, der später – als gelungene Überraschung – mit einem Diplom als 100. Teilnehmer an diesem Workshop ausgezeichnet werden sollte. Auf die Frage, was ihn hierher führt: „Ich habe unserem Tambourmajor bei den Chriesibuebe diesen Kurs geschenkt und habe mich gleich mit angemeldet! Ich finde es grossartig!“ Der Startambour edelt den Job als Tambourmajor gleich noch: „Der Job als Major wird massiv unterschätzt!“. Sein Fazit zu diesem Workshop: „Ein Buch mit sieben Siegeln hat sich für mich weit geöffnet!“. Sagts, und wirft den Stock, ohne ihn aber zu fangen….
Weiter entdecken wir zwei Guggenmajore von den Ueli-Schränzern: Valerio, der Hauptmajor und Aaron, dessen Stellvertreter. Sie haben sich auf Hinweis einer Bekannten zu diesem Workshop angemeldet: „Der Unterricht zielt schon mehr auf die Cliquen-Majore. Aber wir profitieren von den Showelementen und vom Netzwerk. Und es ist ein weiterer Beitrag unserer Bemühungen, die Gräben zwischen Gugge und Clique zuzuschütten…“. Die beiden werden später, beim Auftritt des Stargasts, noch viel über die Stockhaltung beim Marschieren erfahren.
In der Mittagspause im Pavillon Schützenmattpark, sprechen wir mit Martin von Wyl, dem Initiator des Workshops und spüren: Sein Leben ist geprägt vom Wesen des Tamoburmajors. Seine Augen glänzen beim Erzählen von Geschichten über das Winken. Und er ist sichtlich stolz über die Entwicklung des Workshops. Als wir 2019 darüber berichtet haben, war der Workshop eine einfache Schulung. Seitdem hat sich viel verändert: „Vorallem beim Material. Wir haben neue Stöcke entworfen, mit denen man viel besser und sicherer Werfen kann.“. Er erklärt die Änderungen am Material und am Design der Stöcke! „Damit kann ich höher werfen!“ Sein insgeheimes Ziel ist der Wurf über den Torbogen zu Beginn des Imbergässlis, unten an der Schneidergasse. Fünfeinhalb Meter! Natürlich am Bummel oder mit seiner speziellen Wurflarve. Das Stockwerfen mit Panzer und grosser Majorenlarve ist sehr schwierig und gelingt nur ganz wenigen…
Martin freut sich sehr über den Erfolg seiner Idee: „Am meisten freut mich die grosse Anzahl von Nachwuchstambourmajoren, die heute morgen ihre Schulung hatten: über 15 Majore von Binggis und Jungen Garden haben die Grundlagen erlernt!
Wie ist die Tambourmajoren-Bubble organisiert? „Es gibt das Tambourmajorenmöhli, wo sich die Majoren austauschen. Dann gibt es einen harten Kern, die üben auch das Jahr hindurch auf der Wettsteinmatte und einmal pro Jahr gibt’s eine Art Nachtübung: Unter anderen Prüfungen geht’s mit Winken und Werfen das Elftausendjungferngässli hinauf…“. Mit dabei, Sebastian „Baschi“ Hausmann, der ausgewiesene Fachmann für Taktgefühl! Er ist auch an diesem Samstag als „Taktgeber“ am Workshop zugegen.
Am Nachmittag schlendert dann ein sommerlich gekleideter Zuschauer auf die Gruppe zu. Ein ostschweizerisches „Grüezi Mitenand“ klärt die Situation: Es ist Stabsadj Philipp Rütsche, der Fachlehrer aus der Schweizer Armee, zuständig für die Ausbildung der Tambouren, im Kompetenzzentrum Militärmusik in Aarau und ausgewiesener Tambourmajor bei militärischen Formationen. Nachdem er sich vorgestellt hat beginnt er sofort mit dem Erklären und Demonstrieren der Eigenheiten der militärischen – und vorallem wortlosen – Spielführung und bald schon wähnen sich die Teilnehmenden an der Spitze von militärischen Formationen. Sie dürfen dafür die von Rütsche mitgebrachten «Maces» benutzen, die sehr viel länger sind, als jene von den Basler Majoren.
Am Ende bleiben noch ein paar der Teilnehmenden zum «gemütlichen Beisammensein». Sie unterhalten sich über das Erreichen des Kursziels, wie es Martin zu Beginn der Schulung definiert hat: «Am Schluss kasch d Auge zue mache und Du waisch wo dr Stogg isch».
Der Anlass war ein voller Erfolg und wird nächstes Jahr wieder stattfinden. Mit neuen Informationen von – vielleicht – neuen Referenten und viel Übung für die TambourmajorInnen.
Weitere Informationen über den Workshop und das Wesen des Tambourmajors bei der Tambourmajorenschule Basel: martin@vonwyl.ch.


