Cornelia «Conny» Schenk-Kuchenbuch zum Gedenken

17. Mai 2024 | Von | Kategorie: Nachrichten

von Rolf Zwicky

Ja, das Herz unserer lieben Conny hat am 16. Mai 2024 viel zu früh aufgehört zu schlagen. In einem Alter, da scheinbar das Leben erst anfängt, wenn man Udo Jürgens glauben will – und Conny war eine leidenschaftliche Sängerin und Verehrerin des klassischen Schlagers – da hat ihr Leben aufgehört. Ein Leben, das so viele Facetten offenbart und von dem zu schreiben ganze Bücher füllen könnte. In beiden Basler Kantonen war sie als Schnitzelbänklerin und als treibende Kraft hinter dem «Schalanderli» bekannt.

Cornelia «Conny» Schenk lebte Fasnacht aus Leidenschaft. Sie war der «Hansdampf in allen Gassen» was Fasnacht betrifft, umtriebig, engagiert, begeisterungsfähig. Das Fasnachtsfieber packte sie schon früh. Ihre Liebe galt speziell den Schnitzelbängg, wohl auch, weil sie dort ihre wunderschöne Stimme am ehesten entfalten konnte. Bei den «Stedtliplauderi» in Liestal nahm sie Fahrt auf – und sie blieb Liestal ihr Leben lang treu. Sei es als Bängglerin, als Chargierte im Vorstand der Liestaler Bängg oder als Organisatorin des legendären «Schlussobe» in Liestal – Conny war omnipräsent. Und als wäre dies alles der Arbeit nicht genug, liess sie es sich nicht nehmen,  sich auch in Basel zu engagieren. Lange Zeit freundschaftlich verbunden mit den Dropfezeller (Inge war ihre Gesangspartnerin bei den «Black Mollies») fand sie auch in den Reihen der «Bängg fir Basel» ihre Aufgaben. Ihre unverwechselbare Art, ihre Hilfsbereitschaft, ihre unermüdliche Schaffenskraft, ihre Positivität und ihre Ausstrahlung schafften ihr viele Freunde. Die «Bängg fir Basel» waren auch ihre Heimat in ihrer aktiven Basler Bängglerzeit. Mit den «Bebbi Zigge» erfreute sie lange Zeit das Fasnachtspublikum in den Beizen und Keller.

Nicht nur als Aktive lebte Conny ihren Fasnachtstraum. Nach dem sich seinerzeit die «Dropfezeller» aus der Fasnachtsszene zurückgezogen hatten und der legendäre «Dropfezelleroobe» vor dem Aus stand, war es unter anderem ihrer Initiative zu verdanken, dass das so beliebte Bänggle vor der Fasnacht im Schalander weitergeführt werden konnte. Geboren war das «Schalanderli», eine Institution im Fasnachtsprogramm und beliebt bei Publikum und Bängg. Als dann der Schalander abgerissen werden sollte und der Anlass abermals zur Disposition stand, hat Conny mit dem Volkshaus einen Partner gefunden, der bereit war, den Traditionsanlass weiterzuführen und damit etlichen Bängg einen Vorstart in die «Drey Scheenschte Dääg» zu ermöglichen.

Doch Fasnacht allein war nicht das Leben von Conny Schenk. Ihre Leidenschaft fürs Theater manifestierte sich darin, dass sie sich neben dem eigenen Theaterspiel viele Jahre lang auch für die «Bühne Liestal» als Präsidentin engagierte. Damit nicht genug. Als Mitglied des Fanclubs der «I Quattro»-Tenöre promovierte sie deren Konzerte und Auftritte. Selbst pflegte sie den Gesang auch mit den «Black Mollies» und unterhielt das Publikum an vielen Veranstaltungen bestens. Und nicht zuletzt lag ihr auch unser FCB ganz fest am Herzen. Kein Heimspiel, das Conny nicht besuchte, kein Fest am Barfi, das Conny ausliess. Blau/Rot als Lebensgefühl galt auch für Conny. So erlebte sie auch am letzten Dienstag noch den letzten Befreiungsschlag ihres Herzensvereins und dessen Verbleib in der obersten Liga.

Mit Conny Schenk verlieren wir Fasnächtler einen speziellen, liebenswürdigen Menschen, der unser Brauchtum pflegte, weiterleben und hochleben liess. Wir verlieren einen Menschen, der auch nicht zu ersetzen ist. Und dennoch ist zu hoffen, dass Connys Engagement, ihr Werk und Vermächtnis auf irgendeine Weise weiterleben und damit in Ehren gehalten wird.

Läb wool Conny!