«Ussdringgede» in der Fasnachtsstuube

31. März 2023 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es ist leider kein vorgezogener Aprilscherz: Seit 31. März ist die «Fasnachtsstuube» zumindest vorerst Geschichte. An der gut besuchten «Ussdringgede» nahmen die Stammgäste Abschied vom geliebten Lokal. Ob und wann die «Baiz» wieder öffnet, steht in den Räppli-Sternen. Der bisherige Geschäftsführer Rolf Tschan sucht nach neuen Lösungen.

Die an der Schützenmattstrasse gegenüber dem Strafgericht gelegene «Fasnachtsstuube»wurde Anfang November 2019 eröffnet und etablierte sich bald als beliebter Treffpunkt für Stammgäste, Gruppen-Events, Fasnachtsinteressierte und Touristen, die ganzjährig in der Gastronomie-Kulturstätte mit der Fasnacht vertraut gemacht wurden. Das Ambiente mit vielen Larven und anderen Utensilien aus den «Scheenschte drey Dääg» sorgte für die entsprechende Stimmung, vor allem, wenn das Lokal verdunkelt und ein Morgestraich simuliert wurde. Das Corporate Design war bis zum Bierdeckel abgestimmt oder bis zu den Holz-Zoggeli, in denen ein Glastablett mit kalten Köstlichkeiten steckte. Draussen wachte eine «Alte Dante» in einer historischen Kutsche und in den gegenüber liegenden «Montere» konnten Einblicke in eine fasnächtlich gestimmte Wohnung gewonnen werden.

Entwickelt wurde das Konzept mit viel Herzblut auf Basis einer geschäftlichen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Alleineigentümer und Investor mit Wirte-Patent, Rolf Tschan, und dem Ideengeber sowie Mitinitianten Patrick «Almi» Allmandinger. Angelegt war es auf vorerst fünf Jahre, dann wollte man eine Zwischenbilanz ziehen. Nun zieht man die Vorhänge, nachdem sogar die Corona-Pandemie der Fasnachtsstuube nicht den Stecker ziehen konnte. Die «Leidenschaft und Kooperation zwischen den beiden Initianten» konnte anscheinend nicht mehr in ausreichendem Mass aufrechterhalten werden, wie Rolf Tschan dazu bei der Bekanntgabe der Schliessung erläuterte: «Bedauerlicherweise sind diese wichtigen Kriterien mittlerweile nicht mehr vollumfänglich erfüllt, und aufgrund der aktuellen Gegebenheiten kann deshalb die Weiterführung der Sujet-Baiz in einer unilateralen Konstellation nicht mehr aufrechterhalten werden».

Wenn möglich soll die Fasnachtsstuube in neue Hände übergeben werden. Dafür wird weiter eine mögliche Nachfolge gesucht, immer mit dem Ziel, dass in der Baiz mit fasnächtlichem Flair eine gemütliche Atmosphäre im Herzen von Basel genossen werden kann. Interessenten können sich auf fasnacht@fasnachtsstuube.ch melden.

Dass ein Bedürfnis nach der Fasnachtsstuube vorhanden ist, zeigte die «Ussdringgede» mit voll besetzten Tischen. Gesehen wurden unter anderem Catering-Fee Christa Marbot, BSG-Präsident Daniel Flury, Graphiker-Legende Urs „Däge“ Degen, die Obfrau der Breesmeli-Chaise, Suzanne Hollenstein, und Gundelis berühmtester Schreiberling Thomas Weber.