Mimösli 2023: Verdiente Hommage für „Häbse“

13. Januar 2023 | Von | Bilder: Nicole Messer | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Nach 3 Jahren Abstinenz konnte unter der neuen Theaterleitung endlich wieder ein Mimösli Premiere feiern. Man erwartete frischen Wind und trotzdem viel Altbewährtes. Dem wurde die diesjährige Ausgabe gerecht. Der musikalische Part wie immer auf hohem Niveau, die Schnitzelbänke sind schon in Form und Höhepunkte im Programm wechselten sich mit neuen Ideen ab.

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

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Mimösli 2023

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Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

Mimösli 2023

„Häbse“ H.J. Hersberger hat bekanntlich die Leitung des Theaters abgegeben, blieb aber dem Mimösli, wenn auch mit weniger Präsenzzeit, erhalten und seine Solonummer „Adie Fasnacht“ passt genau zum Moment.

Der Prolog ist sicher gleich zu Beginn ein Höhepunkt. Vor der wunderschönen Kulisse des Schwingfestes im Hintergrund und sozusagen in der Arena sitzt die Band und das Ensemble szenengerecht mit Sennen Hemd und Schwinghosen steht in einer Reihe bereit.

Die gänzlich neue Mimösli-Band unter der Leitung von Emmi Lichtenhahn spielte bekannte, sehr volkstümliche Melodien wie „Kiosk, Zoge am Böge, es schneyelet, nach dem Rääge, oh lägg du mir, sich alles ai Ding“ und das Ensemble sang dazu entsprechende Texte welche das Geschehen vom vergangenen Jahr abbildete. Das Lied „i ha e Drääne“ galt dem Abschied von Roger Federer und einem möglichen Abgang der Swiss-Indoors nach Zürich. Bersets Flug nach Frankreich wurde mit „Campari Soda“ untermalt. Ein Feuerwerk von süffigen Melodien und dazugehörigen Pointen. Das Ensemble mit Dani von Wattenwyl, Hedy Kaufmann, Nicole Loretan, Carlos Amstutz, Maik van Epple und Michael Eckerle in Form. Ein Prolog welcher das Publikum mitriss, es wurde gesungen und geklatscht.

Dann wurde es still im Publikum und dafür wurde auf der Bühne auf höchstem Niveau getrommelt. Die Tambouren von „d Rötzilisgge vo Stickstoff“ zeigten Ihr Können mit „dr Renitäntner.

Die Polizei spielte im Mimösli immer wieder eine Rolle. Das wurde auch unter der neuen Leitung nicht gestrichen. Ein „Schugger“ gibt mit Hilfe des Kollegen dem Publikum eine Crashkurs in Selbstverteidigung.

Piccognito mit Unterstützung von Rötzilisgge pfeifen und trommeln auf dem Schulhausplatz und im Schulhaus „s Fritzli“ – ganz tolle Fasnachtsmusik.

Wenn Orgelmusik ertönt und man das Gefühl hat man sei in der Kirche, dann sind die Schnitzelbänkler „d Gryysel“ im Anmarsch. Eine grosse Show mit wechselnden Melodien und Langvers folgt. Der Langvers zum Thema Energie ist mit vielen Pointen bestückt und man muss sich konzentrieren, dass man alle Pointen mitbekommt. In weiteren Versen waren die Gleichstellung, die Klimakleber, Gender, das englische Königshaus und die Fussball WM Thema. Besonders der WM Vers mit überraschenden Wendungen hatte Lachsalven im Publikum zur Folge. Eine grosse Show aber sehr gut gemacht.

Die Räpplischpalter zeigten dass sie ihr Repertoire beherrschen. Die zu spielenden Stücke wurden am Glücksrad ermittelt. Die Gruppe füllte die Bühne, aber die Lautstärke war dem Saal angepasst und der Sound war so wie man es von einer tollen Guggenmusik erwartet.    

Wie eingangs erwähnt, bekam „Häbse“ dann seine zurecht verdiente Hommage. Piccognito spielten den „Theaterkeenig“. Man sah 18 „Häbse“ auf der Bühne pfeifen. Alle hatten eine „Häbse“-Larve montiert und im Hintergrund sah man auf der Leinwand Ausschnitte aus vielen Jahren des Theater-Gründers, sensationell gemacht. Und plötzlich war er live zu sehen, auf einem Dachboden versorgte er seine Fasnachtsutensilien. Die wunderschöne Solonummer „Adie Fasnacht“ (von Paul Roniger) passte haargenau und dass „Häbse“ so etwas einfühlsam spielen kann, weiss man. „Kai drummle, kai pfiffe, kai Bummelsunntig, kai Gugge – s Härz schloot fascht nimm – adie Fasnacht“ sinnierte er. Seine Enkelin betrat die Bühne, holte ihn und hauchte ihm neues Leben ein. Zum Glück war anschliessend Pause. Es wäre schwierig geworden einen guten Übergang zur nächsten Nummer zu finden.

Die Bühne eine grosse Baustelle, mittendrin die Band und das Ensemble kommt durch die Zuschauerräume mit Velos auf die Bühne. Das rassige Lied „Keenig vo de Stroosse“ beschreibt sehr gut die heutigen Gepflogenheiten der Velofahrer, welche sich um keine Verkehrsregeln kümmern, aber jetzt durch die Baustellen ausgebremst wurden.

Piccognito ganz in schwarz brachte dann das Häbse mit „Hauptsach Schunggle“, eine rassige Melodie mit Klavierbegleitung, zum Schunkeln. Der Abgang mitten durch die Zuschauer passte dazu.

Wenn eine Hedy Kaufmann in einem Mobility Kleinwagen mit „Siri“ Nicole Loretan Kommuniziert, dann bleibt kein Auge trocken. Das GPS (eben Siri) sei eine Plaudertasche und sie wolle noch nicht auf die letzte Reise… Hedy Kaufmann ist mit ihrem tollen Humor in verschiedenen Rollen zu sehen und ein unersetzlicher Wert – grosses Kompliment.

Apropos Kompliment die Rötzilisgge kommen mit Trommeln, legen sie zur Seite, machen Pause und lesen Zeitung und plötzlich wird alles zum Rhythmusinstrument inklusive Trommeln auf Holzkisten. Diese Tambouren beherrschen das.

Bereits zum Inventar gehört „s spitzig Ryssblei“ und beweist auch warum. Verse zu den Themen Drämmli, Heiratsstrafe, Zolli Elefant, ESAF, Waldenbrugerli, Hitzesommer, WM, Energie sparen und natürlich das Hundeli werden in klaren Worten, ohne Zusatzshow vorgetragen und das Publikum honoriert es.

Bevor das Mimösli zu Ende geht erwartet man immer mit Spannung die Schlussnummer. In den letzten Jahren immer ein grosses musikalische Highlight und endlos lang. Hier hat man eine neue Idee eingebracht und die Nummer gestrafft. Sie kommt im Gegensatz zu früher sehr sinnlich daher. Eine nicht aktive, aber fasnachtsaffine Dame durchlebt die drei Tage Fasnacht im Schnellzugstempo. Mit leichter Untermalung der Band ist ein Kommen und Gehen auf der Bühne mit vielen Kulissenwechseln. Die Dame sitzt in Cliquenkellern, ist am Cortège, bei den Wagen und immer am Ende eines Tages zu Hause.

Jeder einzelnen Person im Publikum gehen andere Gedanken durch den Kopf, es ist sehr ruhig. Und mit dieser ungewohnten Stille geht es zum obligatorischen Mimösli Schlusslied über. Ebenfalls neu ist, dass am Schluss von allen Gruppierungen Mitwirkende auf der Bühne stehen, sogar der Verantwortliche für Kostüme und Maske war zu sehen. Eine sehr positive Neuerung.

Auch auf dem Nachhauseweg ging vielen Besuchern noch einmal die Schlussnummer durch den Kopf und manch einer überlegte wie sein Programm an dieser, endlich wieder normalen Fasnacht aussehen wird. Die Vorfreude ist gross.

 

Mimösli 2023 / 12. Januar bis 18. Februar 2023

Montag – Samstag:                 19.30 Uhr

Sonntag                                  18.30 Uhr

Nachmittagsvorstellungen:     Sa 14.30 / So 15.30

Sonntag 15.01.: 14.00 + 18.30

 Karten-Vorverkauf

Während 24h unter www.haebse.ch oder via Kasse: +41.61.691.44.46

 Hospitality-Tickets

Neben den herkömmlichen Tickets stehen auch in diesem Jahr für alle Vorstellungen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind erhältlich unter: hospitality@haebse.ch

 

Kulturhuus Häbse, Klingentalstrasse 79, 4005 Basel