„Räppli“; eine weitere Vorfasnachtsveranstaltung

23. September 2022 | Von | Bilder: Nicole Nars-Zimmer bz | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Basel erhält ein neues Fasnachtsfest – samt Cliquen, Guggen, Schnitzelbänken und DJ, so berichtet die bz vom 23.09.2022.Der Basler Pascal Altunbas findet, die Stadt benötigt noch eine weitere Vorfasnachtsveranstaltung. Das «Räppli» soll sich in mehreren Bereichen klar vom bisherigen Angebot unterscheiden, schreibt Aimee Baumgartner (bz)

Räppli

Hier im Alten Kraftwerk findet das «Räppli» von Pascal Altunbas Ende Januar statt.
Foto: Nicole Nars-Zimmer (bz)

Räppli

Pascal Altunbas zeigt das pink-weisse «Räppli»-Logo.
Foto: Nicole Nars-Zimmer (bz)

Pascal Altunbas ist schon jetzt, fünf Monate vor dem Morgenstreich, im Fasnachtsmodus. Bevor der 35-Jährige an der Basler Fasnacht wieder die Pauke in die Hand nimmt und mit seiner «Guggemuusig Ohregribler» durch die Strassen zieht, stellt er zusammen mit Co-Projektleiter Simon Contessi eine neue Vorfasnachtsveranstaltung auf die Beine. Stattfinden wird das «Räppli» erstmals am 28. Januar 2023 im Alten Kraftwerk, auf dem Haefely Areal hinter dem St.-Jakob-Park.

Der bz erzählt Altunbas von den Plänen: «Es wird ein richtiges Fasnachtsfest geben – das auch für Nicht-Aktive attraktiv ist.» Auf die traditionellen «Raamestiggli» mit ihren politik- und gesellschaftskritischen Inhalten wird bewusst verzichtet. Der 35-jährige Kleinbasler sagt:

«Wir wollen die Fasnacht, wie wir sie von der Strasse kennen, auf die Bühne bringen.»

Dazu gehören für ihn neben Cliquen, Guggen und Schnitzelbänken auch beispielsweise die Wagencliquen. «Nach der Strassenfasnacht geht das Fest aber auch immer weiter, weshalb wir einen DJ engagiert haben», so Altunbas. Der genaue Ablauf des Abends müsse noch definiert werden.

Eine weitere Besonderheit: es wird keine gestuhlte Veranstaltung. Mit rund 1000 Besucherinnen und Besucher rechnet das Leitungsteam, Sitzplätze soll es jedoch nur 80–100 Stück geben.

Das «Räppli» als Ergänzung zum bestehenden Angebot

«Unser Wunsch ist es, dass sich die Gäste frei bewegen und der Event dynamisch ist. Wir möchten aber auch sicherstellen, dass alle, die einen Sitzplätz möchten, diesen auch bekommen», betont der 35-Jährige. Für alle anderen ständen Stehtische zum Verweilen zur Verfügung. Um einen zwischenzeitlichen Sitzplatz dürften sich die eine oder der andere freuen. Denn die Vorfasnachtsveranstaltung soll ungewöhnlich lange fünf Stunden dauern – der DJ folgt erst nach der eigentlichen Vorstellung.

Die Konkurrenz macht Pascal Altunbas keine Sorgen. Er ist überzeugt: «Diese Art von Vorfasnachtsveranstaltung fehlt in Basel noch.» Die anderen Veranstaltung wolle er nicht schlechtreden, «aber es ist auch okay, wenn jemand nur Musik und Schnitzelbänke hören will.» Jeder habe einen anderen Zugang zu den «drey scheenschte Dääg».

Altunbas selbst fand erst im Alter von 24 Jahren zur Fasnacht. «Ich bin als Halb-Kurde in der Clarastrasse aufgewachsen, meine Familie hatte nicht viel mit der Fasnacht am Hut», erinnert sich der 35-Jährige. Ein Bekannter war es schliesslich, der ihn in eine Guggenmusik holte. «Wegen meiner Herkunft musste ich mir auch schon Sprüche anhören. Dabei bin ich hier geboren und kann die Fasnacht als Tradition genauso wertschätzen. Die Fasnacht ist schliesslich ein Fest für alle.»

Ticket-Vorverkauf ist schon gestartet

Als mutig würde er den Schnitt nicht bezeichnen. «Ich bin gut vernetzt und kann auf diesen Kontakten aufbauen», sagt Altunbas. Dies zeigt sich auch bei den Sponsoren, die aktuell mehrheitlich aus seinem privaten Umfeld stammen. Um die Fixausgaben von rund 18’000 Franken decken zu können, sind die Organisatoren aber auch auf einen Vorverkauf angewiesen. Die Tickets sind bereits erhältlich.