Källerstraich 2022: Eine schöne Portion Vorfasnacht im Keller!

19. Februar 2022 | Von | Bilder: André Auderset | Kategorie: Nachrichten

Der Besuch der Vorfasnachtsveranstaltung im Zehntenkeller des Basler Marionetten Theaters ist und bleibt eine spezielle Sache. Der «Källerstraich» ist zurück – und sehr zu empfehlen!

Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, dem «Källerstraich» einen Besuch abzustatten. Tief unter dem Münsterplatz wird ein kleines, aber feines Vorfasnachtskistchen aufgeführt. Auf einer Doppelbühne: Vorne die «Menschen» und hinten die «Marionetten». Es sind die Hauptakteure des Theaters. Die wichtigen Nebenrollen sind dann z.B. Schnitzelbängg von allen Gesellschaften. Das Schnitzelbangg-Line up für den Kellerstraich lässt sich sehen: Das Premièren-Publikum kam in den Genuss von Doggder FMH, vom Schwoobekäfer, von der Dreydaagsfliege, von den PèreFyss (vielleicht dem Abräumer des Abends) und vom Dintelimpli. An andern Abenden im  Angebot sind dr Heiri, d Brunzguttere, dr Singvogel, s Kuchidaberettli und viele andere mehr. Jeden Abend sollen fünf Formationen auftreten.

Allabendlich dabei sind aber auch die Ego-Säu. Eine fünfköpfige Pfyffergruppe, die als erstes Stück den «Lucas» vorgeführt hat (eine Star Wars-Adaption von Michael Robertson, dirigiert und falsch abgewunken von einer – Marionette!). Dann wird der «Bonaparte» gegeben. Eine Komposition von dem 2020 verstorbenen Beery Batschelet – von den Ego-Säu nach dem Tod von Beery als Referenz an ihn einstudiert und für den Källerstraich vorbereitet. Die dritte Nummer war eine Uraufführung eines sehr fidelen Marsches von Gérald Prétôt (Dr Wartauer).

Ebenfalls auf der Bühne Andy Borer, der sehr virtuos trommelte. Einerseits als Begleitung der Ego-Säu und andererseits als Solist (grossartiges Solo als Wolf).

«D Räääme» werden im Källerstraich – natürlich – von Marionetten gespielt. Dies verlangt vom Zuschauenden etwas Konzentration. Denn – im Gegensatz zum menschlichen Schauspielern – ist die Betrachtung einer Figur an Fäden eine andere Nummer. Die Menschen am anderen Ende der Fäden sind Künstler/innen und beherrschen ihr Metier. Aber dennoch definiert sich das «Raamestiggli» mehrheitlich über den Text. Jedenfalls ist der Källerstraich-Marionetten-Bangg «D Antikeerper» (wahrlich ein aktueller Name, der aber schon jahrelang besteht) auf der Suche nach Sujets. Dabei besuchen sie eine Wahrsagerin oder geraten in den Lift der Roche-Towers, wo sie – etwas langfädig  – zu ihrer Sujetsitzung fahren wollen.

 

 

Källerstraich2022

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Weitere «Stiggli» sind der altbekannte Blageddenverkäufer, der schon an Weihnachten mit Optionen für d Blagedde unterwegs ist. Als Höhepunkt dann ein Stück mit Figuren – anstelle von Marionetten – die auf die Bühne an einen Tisch gesetzt werden, und eine Parodie auf die TV-Sternstunde abliefern. Dabei werden ein Bundesrat-Berset (als sehr gut gemachte Figur) und ein Andreas Moser (Netz Natur) hervorragend parodiert.

Und sie können auch Musik – die Marionetten. So wird der «Home office»-Blues dargebracht: «I suech my Muus – im ganze Huus! I ha dr Homeoffice-Blues”.

Der Schluss des Programms bildet der Antikeerper-Bangg – also der Schnitzelbangg aus Marionetten. Dabei wird das Rätsel gelöst, wie eine Marionette die Helgen drehen kann… Und die Verse der drei kleinen Mannen können sich sehen und hören lassen.

Ein schöner Vorfasnachtsabend im Kellertheater!

Technische Daten des Källerstraich: Christoph Haering und Markus Blättler zeichnen für die Texte verantwortlich. Das „Spiel“ des Basler Marionetten Theaters: Dieter Aegeter, Susi Hostettler, Christa Nater Benz und Marianne Zedi. Zuständig für die Requisiten ist Dieter Aegeter, der zusammen mit Susi Hostettler, Wolfgang Burn und Richard Koelner die Figuren produziert hat. Die „musikalische Einrichtung“ stammt von Thomas C. Gass und für „Licht und Ton“ ist Nicole Rutschmann verantwortlich.

Die gute Nachricht, die in „normalen Jahren“ jeweils nicht vermeldet werden kann: Es hat noch wenige Tickets im Angebot!  Vorverkauf Ticketcorner