Bim Pfyfferli goot ebbis!

5. Januar 2021 | Von | Bilder: Theater Fauteuil-Archiv | Kategorie: Nachrichten

Normalerweise – also früher – wurden wir  so gegen Ende Jahr als fasnacht.ch von den Vorfasnachts-Produzenten zu einer Medienkonferenz eingeladen. Dann wurde geredet, versprochen, gesungen und Musik gemacht und wir durften uns dann einen schönen Bericht zusammen schustern. Damit ist jetzt – zumindest bei den Rasser-Theatern vorläufig Schluss: Da wird jetzt eine ausführliche Medienmitteilung verfasst, welche keine Fragen offen lässt. Deshalb publizieren wir diese im Wortlaut ohne Änderungen. Denn ehrlich gesagt: besser könnten wir das sowieso nicht zusammenfassen…

Neuste Informationen zum «Pfyfferli 2021» –

Stand 5. Januar 2021 

«Pfyfferli 2021» – der Film

Die für den 8. Januar 2021 geplante Bühnenpremiere des «Pfyfferli 2021» kann bedingt durch die aktuelle epidemiologische Lage und die damit verbundenen behördlichen Massnahmen nicht stattfinden. Bis mindestens 22. Januar bleiben bekanntlich landesweit alle Theater geschlossen.

Unsere «Pfyfferli»-Produktion ist über die letzten intensiven Probe- und Produktionswochen so weit fortgeschritten, dass wir am Tag der geplanten Premiere mit den Dreharbeiten zum digitalen «Pfyfferli» beginnen können. Der «Pfyfferli-Film» wird allerdings keine reine Aufzeichnung des Bühnenstücks, wir werden vielmehr die beiden Elemente Bühne und Film miteinander verbinden. Wir sind der Überzeugung, damit ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten zu können und verzichten deshalb bewusst auf einen Live-Stream. Wir wagen uns mit dieser Produktion auf zu neuen Ufern.

Die aktuelle Umstellung der ganzen Produktion von «analog» auf «digital» ist ein grosses kreatives Abenteuer. Zusammen mit der Hubbuch Media AG sind wir mit vollem Einsatz und mit viel Herzblut des gesamten Fauteuil-Teams dabei. Die Produktion bleibt agil und fragil … und alle Beteiligten hoffentlich gesund.

Unser Ziel ist es, das «Pfyfferli 2021» dem Publikum ab Februar 2021 als Stream anbieten zu können. Den ersten «Pfyfferli»-Beitrag, die «COVIDIAN HARMONISTS» haben wir als «Produktions-Teaser» bereits vor ein paar Wochen aufgezeichnet und veröffentlicht.

Detaillierte Informationen, wie das «Pfyfferli» ab Februar unkompliziert und für alle zugänglich nach Hause auf den TV-, Tablet- oder den Computerbildschirm gelangen wird, folgen Ende Januar. Wir werden – zur Miete oder zum Kauf – einen jederzeit abrufbaren «Video on Demand»-Service anbieten. Für Firmen, welche dieses Jahr auf den Live-Pfyfferli-Besuch verzichten müssen, besteht die Möglichkeit, eine grössere Anzahl an Stream-Zugangscodes für Kunden und Mitarbeiter zu bestellen. Dies gilt auch für sonstige Gruppen, Cliquen und Vereine.

«Pfyfferli 2021» – das Theater

Noch ist unklar, ob das «Pfyfferli 2021» auch live vor Publikum gespielt werden kann. Aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen rechnen wir eher nicht damit. Trotzdem bleiben wir auch hier agil und flexibel: Sollten ab Ende Januar wieder mindestens 50 Zuschauer im Theater erlaubt sein, werden wir die angesetzten Vorstellungen bis zur Derniere vom 21.2.21 mit bewährtem Schutzkonzept spielen. 

Unter diesen Umständen würde das «Live-Pfyfferli» im doppelten Sinne zum «Bijou der Basler Vorfasnacht». Wir könnten in den verbleibenden Vorstellungen wohl nur noch knapp 1’000 Besucher im Fauteuil empfangen – anstelle der rund 14’000 Zuschauer in «normalen» Pfyfferli-Jahren.

 

«Pfyfferli 2021 – Das Äxtrablatt

Auch zum digitalen «Pfyfferli 2021» wird es eine gedruckte «Pfyfferli-Zytig» geben. Unser «Äxtrablatt» (Redaktion Christian Platz, Illustration Domo Löw) wird ab 8. Januar 2021 bei der Fauteuil-Theaterkasse aufliegen. Wer möchte, darf sich gerne ein – wie immer kostenloses – Exemplar holen.

Auf unserer Homepage www.fauteuil.ch ist das «Äxtrablatt» zudem im pdf-Format abrufbar.

  

Was für ein Jahr 2020! Was für ein «Pfyfferli 2021»! – Die Entstehung einer aussergewöhnlichen Vorfasnachtsproduktion

 Seit Frühsommer wird am Spalenberg kabarettistisch gebrütet, getextet, komponiert, entworfen, entwickelt, gezeichnet und gebaut. Seit November täglich gesungen, getanzt und geprobt.

Die epidemiologische Lage und damit verbunden die Massnahmen der Behörden haben sich in dieser Zeitspanne mehrfach verändert. Trotzdem haben wir uns entschlossen, am «Abenteuer Pfyfferli in Zeiten von Corona» festzuhalten und – zumindest meistens – mit Mut und Zuversicht weiterzuarbeiten

und kreativ zu bleiben. Wir möchten unser Publikum mit einem kabarettistischen Spiegel einer aussergewöhnlichen Zeit überraschen und damit ein Zeichen setzen. Mitten im Sturm. Theater und Kabarett sind relevant, geistige Nahrung ist wichtig. In diesen schwierigen Zeiten erst recht.

 

Wie ist das möglich? Die Hintergründe.

 Die Kulturbranche leidet. Für nicht subventionierte Theater ist die Luft besonders dünn geworden. Wir kämpfen, wir arbeiten, wir produzieren, wir halten unser wunderbares Team zusammen und bleiben bei dem, was wir am besten können und am liebsten tun: Theater machen!

Im Frühjahr durften wir auf unsere Aktion «Vive le Fauteuil – Vive la Résistance» eine überwältigende Resonanz und Unterstützung erleben. Wir wurden ermutigt und getragen. Das gab uns die Kraft, den Elan und den Mut, trotz grosser Herausforderungen dranzubleiben und durchzuhalten.

Ende Oktober, als mit der Beschränkung auf 50 Zuschauer plötzlich wieder alles anders war und auch das «Pfyfferli 2021» auf der Kippe stand, tat sich für uns wie durch ein Theaterwunder in Zeiten von Corona eine weitere Türe auf: Eine kleine Gruppe von stillen Pfyfferli-Unterstützern formierte sich (und erweitert sich laufend…) und ermutigte uns – im Moment der grössten Zweifel – am «Pfyfferli 2021» festzuhalten. Und dranzubleiben. So können wir dank der Unterstützung dieser Freunde der Kleinkunst am Spalenberg und deren Bekenntnis zu unserer kreativen Kraft, das «Pfyfferli» auch im Jahr 2021 auf die Bretter bzw. auf den Bildschirm bringen.

 

Wie kommt’s daher, das «Pfyfferli 2021»?

 Schwarz/weiss – auf den ersten Blick. Wie die Pole unserer Gesellschaft. Und was für den roten Farbtupfer sorgen wird, bedarf wohl keiner Erklärung.

Im Narrenschiff segelt das Pfyfferli-Ensemble durch stürmische Gewässer.  So treffen wir auf dieser Reise zum Beispiel auf zwei lästermaulige «Daigaffe» im geschlossenen Zolli. Wir erfahren, wie sich Alain und Frau Hubesack-Labhardt (mit -ckdt) die Zeit im Lockdown vertrieben haben. Ein fasnachtsloser Fasnächtler singt sich beseelt seine Irritation vom Leibe. Drei Freunde trotzen der Corona-Kontrolle ihres dauerbesorgten Nachwuchses. Die «Covidian Harmonists» besingen die Pandemie in höchsten Tönen, und zwei Polizisten erklären uns die Tücken des Racial Profilings. Und im Jahresrückblick 2020 darf eine Ode auf die Lebensfreude nicht fehlen. Jetzt erst recht nicht! Dies und vieles mehr wird im «Pfyfferli 2021» zu sehen sein. Es wird ein besonders musikalisches «Pfyfferli», teils laut und bissig, teils still und besinnlich. Letzteres zum Beispiel in einem poetischen «Basler Faasnachts-Dootedanz» von Hansjörg Schneider, der dieses Jahr zum ersten Mal fürs «Pfyfferli» geschrieben hat. Was uns ausserordentlich freut. Und selbstverständlich dürfen weder fasnächtliche Klänge noch Top-Schnitzelbängg fehlen.

Die Covidian-Harmonites Pfyfferli 2021

 

 

 

 

 

MITWIRKENDE:  Ensemble: Salomé Jantz, Caroline Rasser, Myriam Wittlin, David Bröckelmann und Roland Herrmann; Dreh- und spielbereite Alternativbesetzungen: Ronja Borer, Ursina Früh und Marius Hatt; Dramaturgie: Caroline Rasser und Felix Rudolf von Rohr; Regie/Choreografie/Assistenz: Martin Schurr und Stefanie Verkerk; Assistenz: Laurence Sauter; Bühne: Dietlind Ballmann und Domo Löw; Musikalische Leitung: Arth Paul, Andreas Binder und Bettina Urfer; Am Flügel: Bettina Urfer und Andreas Binder; Autorenteam: Emanuel Kuhn, Walter Loeliger/Domo Löw, Michael Luisier, Stefan Uehlinger, Felix Rudolf von Rohr, Alexander Sarasin und Hansjörg Schneider; Schnitzelbängg: Doggter FMH, Heiri, Singvogel, Spitzbueb und Tam Tam; Leitung Fasnachtsmusik: Yasmin Picton; Pfeifer: D Bajass Clique, Mix und Zimmerlinde; Tambouren: Chriesibuebe, Bâsilicum und PiSDiG

Anmerkung: Der Text wurde 1:1 vom Theater Fauteuil übernommen. Für allfällige Fehler bei Namen und Tatsachen – wovon wir nicht ausgehen – übernehmen wir keine Verantwortung!