Drummeli 2013, 2. Teil: Tradition und Moderne

3. Februar 2013 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Auch im zweiten Teil zeigen sich phantasievolle Umsetzungen von Traditionellem wie auch Modernem. Famose Auftritte von Stammvereinen, Rahmenstücken sowie Schnitzelbangg und „Gugge“ sorgen für eine kurzweilige und abwechslungsreiche zweite Halbzeit.

Den zweiten Teil eröffnen die Basler Rolli mit „Circus Circus“. Sie bändigten mit ihrem Marsch wilde Tiere und die Zuschauer.

Der Aufmarsch der Spale mit ihren Sousis ist amüsant. Der Marsch „Sousa“ beschwingt nicht nur im guten Zusammenspiel.

Ein „Musical Medley“ ertönt von den Spezi. Über die Klassiker Phantom of the Opera zu Mamma Mia und Cats sind auch Evita und Jesus Christ Superstar vertreten.

Als angegessene Apfel treten die Tambouren der Sans Gêne auf. Mit ihrem „Calvados“ bringen sie einen klassischen Marsch auf die Bühne.

In Erinnerungen schwelgen kann man auf dem „Fischmärt“ mit der J.B. Santihans. Mit einer aussergewöhnlichen Aufstellung und einer sauberen Leistung nehmen sie den Zuschauer mit in die alten Zeiten.

Noch etwas weiter zurück geht es mit dem „Altfrangg“ und den Junteressli. Hier zeigen junggebliebene Ü70-Jährige, was alles in einem Altersheim vorgehen kann und dass man auch im hohen Alter sauber intonieren kann.

Basler Rolli

Zwischenspiel

Spale

Spezi

Balkonszene, klappt das ächt mit dr Fusion

Balkonszene, klappt das ächt mit dr Fusion

Sans Gêne

Rahmen, Waggis, ledig, sucht….

J.B. Santihans

Junteressli

Rahmen, Chemie statt Basel

Rahmen, Chemie statt Basel

Rahmen, Chemie statt Basel

Glunggi

Alti Stainlemer

Stroosewischer, Schnitzelbangg

Schlangefänger

Rahmen, Mamma Mia, loss dä Bube jetzt äntlig goo

Rahmen, Mamma Mia, loss dä Bube jetzt äntlig goo

Schnurebegge

Finale, mir heebe nit dr Latz

Beim „chille under dr Chille“ kam den Glunggi die Idee der Umsetzung des „Nunnefirzli“. Neben der sauberen Leistung der Pfeifer wie auch der Tambouren ist die Umsetzung mit der Bar und den Besuchern eine tolle und unerwartete Idee.

Den Schwierigkeitsgrad dieser Ausführung zu toppen grenzt an ein Mirakel. Die Alte Stainlemer haben sich der Thematik gestellt, wie man Bier trinken und trommeln oder pfeifen kann. Sie kamen zum Schluss, dass man sich ein Instrument teilt und so die andere Hand frei hat. Dass daraus eine grandiose „Pfyffer Daagwach“ entsteht, lässt den Zuschauer mit offenem Mund im Saal sitzen.

Die Schlangefänger treten mit „Basel swingt“ auf. Die Tanzformation reisst den Zuschauer in seinen Bann.

Als letzter Stammverein treten die Schnurebegge mit dem Marsch „Hot Schott“ auf, welcher mit einer pyromanischen Einlage endet.

Die Schnitzelbanggformation Stroossewischer treten zwar immer wieder mit dem Ensemble auf, haben aber ihren Auftritt im zweiten Teil. In ihrer gewohnten Art wischen sie den Dreck weg und zum Vorschein kommen neben den Pointen auch klanglich schön formierte Töne.

Die Musicalbühne erweist sich als Segen für die Techniker. Sie können aus dem Fundus des Musicals We will rock you“ schöpfen. Dies kommt den Spezialeffekten für die Cliquen zu Gute. Jedoch zeigt die Bühne auch, dass ein wohlüberlegtes Verhältnis zwischen Tambouren und Pfeifern nicht einfach zu finden ist. Bei einigen Cliquen gehen dadurch die Pfeifer im Trommelwirbel unter.

Auch bei den Rahmenstücken blitzt das Musical, welches im Moment ruht, immer wieder durch. Der Einsatz des Gesangs bringt Abwechslung. Besonders die Basler Version des Queen-Songs Bohemian Rhapsody-Szene sei hier erwähnt. Sensationell getextet, umgesetzt und gesungen. Einige Rahmenstücke wirken jedoch im Zusammenhang eher erzwungen. Dies wäre nicht nötig, da sowohl eine durchgehende Geschichte, wie auch einzelne abgeschlossene Szenen, ein wirklich gelungenes Gesamtwerk ergeben. Die Schauspieler zeigen mit Biss auf, was die Bebbi bewegt hat. Die Balkon-Szene setzt das Grundthema der diesjährigen Fasnacht in den Mittelpunkt. Geschichtliches wird zwischen den beiden Balkonen verbal hin und her geworfen. Bei diesem Schlagabtausch hätte Roger Federer seine helle Freude daran. Es gab keine Asse, da immer ein Return von der anderen Seite erfolgt. Geschichtliche Fakten werden für die jeweilige Baslerseite, Stadt oder Land, adaptiert und knallhart eingesetzt. Hier gehen aber beide Seiten als Sieger vom Platz, denn die Umsetzung des Dialekts wie auch der Optik sind herrlich. Ein Lösungsansatz bei der Kantonsfusion ist die Vereinigung der beiden Basel-Hymnen „z Basel am mym Rhy“ und „vo Schönebuech bis Ammel“, wie sie auf den beiden Balkonen vorgetragen wird.

Alles in Allem ein gelungener Jahrgang, welcher die Vorfreude auf die „drey scheenschte Dääg“ noch verstärkt.

Drummeli 2013. 2. – 8. Februar, täglich 19.30 Uhr, am 3. Februar auch 14 Uhr. Preise zwischen 38.- und 68.- Fr. Vorverkauf bei Bider&Tanner, Ticketcorner und via www.drummeli.ch


Weitere Bilder in der Drummeli 2013 Galerie.