Fasnacht 2013: Stricken schlägt Fusion

1. Februar 2013 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Überraschenderweise ist nicht die Kantonsfusion das meist-ausgespielte Sujet an der Strassenfasnacht 2013, sondern „Stricken“, etwa an der Wettsteinbrücke. Es wird abwechslungsreich: Kein Sujet wird von mehr als zwei Stamm-Cliquen ausgespielt. Einen personellen „Super-GAU“ gab es beim Drummeli. Rundum erneuert wurden der Rädäbäng und der Fasnachtsführer. Bei der Strassenfasnacht liegt der Akzent auf Stauvermeidung. Unvermeidlich werden die Staus bei den Schnitzelbänken sein: 69 organisierte und unzählige „wilde“ Formationen kämpfen sich durch die Auftrittslokale.

Zwei Tage vor Beginn des „Monstre“ lädt das Fasnachts-Comité jeweils zu einer absoluten Monster-Medienkonferenz mit nicht weniger als zehn Referierenden. Die Informationen sind entsprechend vielfältig – die Strassenfasnacht wird es auch sein.

Zwar gibt es auch im 2013 Spitzen-Sujets, wobei das vorne erwartete Thema der Fusion mit 21 Nennungen „nur“ auf Rang zwei ist und zur allgemeinen Überraschung von „Strick-Art“ überrundet wird. Dabei wird auf die „bestrickten“ Geländer an der Wettsteinbrücke angespielt. Oft im Rädäbäng erwähnt sind auch die Themen Waaghof-Ausbruch, der Knall bei der Feuerwehr oder die Schnapsidee einer fleischlosen Mensa.

Erfreut zeigte sich Comité-Obmann Christoph Bürgin von der Vielfalt des Sujet-Reigens. Bei den 38 Stamm-Cliquen gebe es 28 verschiedene Sujets; kein Thema werde von mehr als zwei „Stämm“ ausgespielt. Wobei die Rädäbäng-Einträge manchmal nur rudimentär darüber Auskunft geben, was und wie etwas gebracht wird. Gespannt sein darf man sicher auf die schönheitsoperierten Olymper oder die Stainlemer mit „eNorm“. Kein Thema sind im 2013 die Finanzkrise oder die Energie-Problematik.

Publikationen rundum erneuert

Apropos Rädäbäng. Der wurde erneuert und vom Optischen an das Drummeli-Programmheft angenähert, welches im vergangenen Jahr ein Lifting erfahren hatte. Rundum erneuert wurde auch der Fasnachtsführer. Das bisherige Werk war etwas verstaubt, ohnehin vergriffen und in einem eher ungünstigen Format. In einem „echten Teamwork“, wie Statthalterin Pia Inderbitzin erläuterte, wurden die Texte modernisiert und das ganze in ein Taschen-freundliches Format „gegossen“. Für eine „Anschubfinanzierung“ zeichnete die UBS, auch die Bürgergemeinde Basel und Basel Tourismus halfen mit.

Neu ist dieses Werk auch in Englisch erhältlich, übersetzt von Nigel Stephenson.

Herzlich willkommen, Informationen für Auswärtige

Die neue Broschüre mit viel Wissenswertem über die Basler Fasnacht, erhältlich auf Deutsch und Englisch

Ronny-Schiebler Präsident der FG-Gugge

Markus-Voegtli Präsident der IG-Gugge

Die Verantwortlichen der Schnitzelbänke BSG, VSG, Bebbi Bängg und Bängg für Basel

Walo Niedermann, Obmann Schnitzelbank Comité

Carlos Methner, Comité Verantwortlicher Strassenfasnacht

Pia Inderbitzin, Statthalterin Comité und Ressort Nachwuchsförderung

Christoph Bürgin, Obmann Fasnachts-Comité

Check-Point statt Comité-Standort

Bei der kommenden Strassenfasnacht gehe es den Verantwortlichen vor allem darum, die Stauproblematik zu vermindern. Laut Comité-Mitglied Carlos Methner (der übrigens bereits jetzt schönes Fasnachtswetter versprach – wir werden ihn darauf behaften) war vor allem der vierte Comité-Standort an der Schifflände problematisch. Dieser wird aufgehoben und stattdessen ein „Tschegg-Punggt“ am Brückenkopf der Mittleren Brücke eingerichtet.

Bei der traditionellen Laternenausstellung auf dem Münsterplatz werden nun alle „Lampe“ auf die Pfalz ausgerichtet, was laut Methner mehr Platz schaffen soll. Ausserdem wurde ein Abfallkonzept für den beliebten Aufenthaltsort erarbeitet.

Zum zehnten Mal findet am Dienstag wieder die Wagen.- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenplatz statt. Und am Mittwoch gibt es ab 17 Uhr eine „Schäsete“ vor dem „Trois Rois“, an dem sich diese Art des Fasnächtlichen von ihrer besten Seite zeigt.

Super-GAU am Drummeli

Seit November sind die Ensemble-Mitglieder des Drummeli am Proben – und nun ist laut Christoph das “immer Befürchtete und bislang nie Eingetretene” passiert: Kurzfristig fällt ein Darsteller aus. Kurt Walter ist erkrankt und kann nicht auftreten.

Nach einer schlafosen Nacht liess Regisseurin Bettina Dieterle ihre Beziehungen spielen und fand Ersatz in Domenico Pecoraio. Dieser hat Erfahrungen in der Vorfasnachtsszene von Mimösli, Pfyfferli und Charivari her – und jetzt vor allem viel Text zu lernen. Besucher der Generalprobe werden auf ihn verzichten müssen, da er anderweitig engagiert ist. Aber ab der Premiere ist er auf der Bühne des Musical-Theaters.

Bänkler wieder im Volkshaus – Gugge an Seibi und Märtplatz

Ein früher traditioneller Ort des Schnitzelbank-Singens steht wieder auf der “Baizen-Liste” verschiedener Gesellschaften. Es ist das Volkshaus, das unter neuer Leitung wieder einen diesbezüglichen Anlauf nimmt.

Dort und an anderen Auftrittsorten dürfte es zeitweise eng werden, denn nicht weniger als 69 organisierte Formationen drängen durch die Innerstadt. Das Schnitzelbank-Comité bringt 28 Formationen auf die Route, die BSG 11, die VSG 12, Bängg fir Basel 11 und die Bebbi-Bängg 7 Formationen. Dazu kommen natürlich noch ungezählte “Wilde”, die keineswegs die Schlechtesten sind.

Nicht viel neues hatten die Vertreter von Gugge IG und FG zu berichten. Die traditionellen Monsterkonzerte auf dem Seibi (IG) und dem Marktplatz (IG) finden wieder am Fasnachtsdienstag statt. Der vorgängig stattfindende Sternmarsch wird etwas eingekürzt, um pünktlich zu den Standorten zu gelangen.

Erfolgreiche Nachwuchs-Förderung

Die für dieses Ressort im Fasnachts-Comité verantwortliche Pia Inderbitzin konnte Erfreuliches vermelden. Schon seit zwölf Jahren findet die Aktion “Kinder kaschieren ihre Larve” in den Kellern verschiedener Cliquen statt. Dieses Mal beteiligten sich 13 Schulklassen, so dass rund 250 Schülerinnen und Schüler mit einer selbst angefertigten Larve die Fasnacht geniessen können.

Doppelt so lange gibt es “Die erschti Lektion”, wo sich nach der Fasnacht die Jüngsten mit Piccolo und Trommel vertraut machen können. Das Zelt auf dem Seibi ist am Freitag von 13.30 bis 17 Uhr offen, am Samstag von 11 Uhr bis 16.30 Uhr.

Und wer nach der Fasnacht noch Kondition und freie Leber-Kapazitäten hat, kann am Freitag die MUBA-Eröffnung geniessen. Trägt er (oder sie) eine Fasnachts-Plakette am Revers, so ist der Eintritt gratis.