Basler Fasnacht 2018: Zahlen und Sujets

16. Hornig 2018  Text:  André Auderset

Beim Fasnachts-Comité sind 2018 470 Einheiten gemeldet; dies sind 10 Formationen weniger als im Jahr davor. Das Total unterteilt sich in 36 Stammvereine (unverändert), 41 Alte Garden (unverändert), 49 Junge Garden und Binggiszügli (unverändert
), 65 Piccolo- und Trommel-Gruppen (-2), 61 Guggen (-3), 120 Wagen (unverändert), 20 Chaisen (+3) und 66 
Gruppen (+1). Unter „Gruppe“ subsummiert das Comité alles „mit mehr als einer Person, was spielend oder nicht spielend läuft“. Ist es nur eine Person, redet man von 
Einzelmasken; hier haben sich 12 (+4) angemeldet.

Sujets 2018: viel Politisches, aber auch leicht (?) Verdauliches


Wie immer ist die Zusammenstellung der Sujets mit Vorsicht zu geniessen. Die Einträge im Rädäbäng sind oft unklar und lassen viel Interpretationsspielraum offen. Klar ist: Wie schon 2017 wird die Fasnacht 2018 politisch, gesellschaftskritisch und ernsthaft werden. Als Stichworte genannt werden können das düstere Weltgeschehen, Digitalisierung, Egoisten und Despoten. Ob es leicht verdaulich ist oder nicht: Essbare Insekten und Ähnliches nehmen einen grossen Platz im Rädäbäng ein. Bei den lokalen Sujets dominieren Wessels und Ackermann und die Fasnacht selbst – speziell als Weltkulturerbe.

Von den gemeldeten Einheiten spielen 90% ein Sujet aus. Aufgrund der auch in diesem Jahr sehr vielseitigen Auswahl darf man sich auf eine kritische und nachdenkliche, aber auch witzige und kreative Umsetzung der vielen Sujets freuen.

Aus den rund 180 erkennbaren Sujets sind nachfolgend diejenigen – einzeln oder sinngemäss in Gruppen zusammengefasst – aufgeführt, die mehr als einmal ausgespielt werden.

 

Die Weltpolitik bzw. die Sorge um den Zustand der Welt beschäftigt sehr viele Cliquen, Guggen, Wagen und Chaisen. Sujets wie:

 

«Oobeland first»
«Wenig Ryys – Bombe surprise»
«Dr Grieg total isch digitaal»
«All you can tweet»
«ApéroCalypse»
«PjöngJangeles»

spielen dieses Unbehagen, verbunden mit grosser Verunsicherung, aus. 32 Einheiten (davon 7 Stammvereine) beschäftigen sich mit diesem Themenbereich. Dazu kommen die oben erwähnten neuen Esswaren:

«Made us Basel»
«Es grabbelt im Ässe»
«Mit Insäggten uf em Däller, lauffsch nit besser, aber schnäller»

Aber auch das Lokale kommt nicht zu kurz. Vor allem die von Wessels verschenkte Million ins Elsass, die neuen Staupunkte (resp. Dosierstellen) und die nicht immer wahrnehmbare Stadtpräsidentin Ackermann kommen „dran“:

«1 Million für d Waggis»
»Basel doot dur Stau – grien, root»
«Basel quo vadis? oder Wessels(h)use»
«Wo isch s Bethli Ackermaa? – Mer hälfe sueche».

 

26 Ciquen und Guggen feiern sich selbst wegen unterschiedlichster Jubiläen. Aber auch ganz spezielle Jubiläen werden gefeiert: 40 Jahre Tinguely-Brunnen, 25 Jahre Kellerabstieg, 50 Jahre Farbfernsehen, 200 Jahre Velo oder 50 Jahre Flower Power.

Strassenfasnacht

Der Cortège 2018 führt wie in den letzten Jahren an den drei Comité-Standorten Steinenberg, Clarastrasse und Wettsteinbrücke sowie am Tscheggpunggt bei der Schifflände vorbei. Laut Einschätzung des Comités sowie der Verkehrskommission, in welcher die Fasnachtseinheiten repräsentativ vertreten sind, hat sich dieses Konzept bewährt.

Neu gibt es Ruhe- und Futterplätze für Tiere, die im Cortège mitgeführt werden.

Ausstellungen von Laternen, Wagen, Requisiten und Chaisen

Auf dem Münsterplatz findet die Laternenausstellung in gewohntem Rahmen statt, neu erweitert durch eine Wanderausstellung zur Fasnacht im Hof des Museums der Kulturen. Den Besucherinnen und Besuchern stehen wie immer auch verschiedene Verpflegungsstände zur Auswahl. Der Abfall kann in den dafür bereitgestellten Containern entsorgt werden.

Fasnachtswagen und –requisiten werden wieder auf dem Kasernenareal ausgestellt. Besucher können die Ausstellung, die von der Wage-IG organisiert wird, am Montagabend und am Dienstag besichtigen. Am Dienstag steht ein Verpflegungsstand auf dem Areal.

Die Chaisen-IG führt wiederum am Fasnachtsmittwoch um 17.30 Uhr vor dem Hotel Les Trois Rois die Schäsete durch.

Me het e Blaggedde!

Nicht nur für die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz, sondern für die ganze Fasnacht gilt die Plakette als eine Art freiwilliges Eintrittsbillet. Sie ist ein Zeichen der Unterstützung für die Fasnächt- lerinnen und Fasnächtler und für die Fasnacht als Ganzes.

Zwar besteht kein Kaufzwang, es ist aber Ehrensache, eine oder mehrere Exemplare zu erwerben, denn dieses Geld macht den Löwenanteil der Subventionen aus: Der Reinerlös aus dem Verkauf wird nach der Fasnacht an alle Einheiten verteilt, die sich am Fasnachts-Montag und -Mittwoch am Cortège beteiligt haben. Diese Subvention ist für die Cliquen ein wichtiger Zustupf an die enormen Auslagen für die Umsetzung des jährlich wechselnden Sujets.