Und die Fasnacht findet doch statt!

4. Februar 2021 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Während die herkömmlichen Fasnachtsevents auch dieses Jahr im Mottenkasten bleiben, entsteht vielfältiger Ersatz. Darunter das Projekt STATT-Fasnacht – Die guten Geister hinter der Fasnacht»! Ein tolles Projekt mit neuer Thematik!

Uns hat dieser Tage ein Paket Unterlagen erreicht. Absender: Nicolas Joray, Fotograf und Produzent des Films «Ystooh zur Basler Fasnacht». Aus einigen Ideen einer Gruppe von Fasnachtskünstlern ist im letzten Herbst – zusammen mit wesentlichen Personen „hinter den Fasnachtskulissen“ – eine Idee entstanden: das Projekt «STATT-Fasnacht». Und das hat es in sich! Die Hauptidee ist das Konsumieren der gezeigten Kunst coronakonform durch Schau- und Gebäudefenster! Und dieses Konzept wird in drei Teilen realisiert:

  1. Benefiz-Ausstellung

Die Galerie EULENSPIEGEL (Gerbergässlein 6) zeigt vom 18.2. bis zum 14.3. eine Ausstellung von Bildern aus der Hand von 12 fasnachtsaffinen Künstler/innen (darunter einige Blagedde-Kinschtler). Die Einnahmen aus dieser Ausstellung gehen an die Künstler/innen und an auserwählte Organisationen der fasnachtsmusikalischen Nachwuchsförderung. Die Ausstellung ist bis zum Ende des Lockdowns durch das Schaufenster zu besichtigen. Danach hoffentlich live – aber sicher online. Weiter Informationen www.galerieeulenspiegel.ch

  1. Schaufenster-Show

In Kooperation mit dem Verein für die Instandhaltung des Rümelinplatzes  (www.vibr.ch) werden in den Gassen, die zum Rümelinsplatz führen, gegen 30 Schaufenster mit Werken von Pascal und Nicolas Joray geschmückt. Sie zeigen auf Bildern und Fotografien die in arge Schieflage geratene Arbeit von «Fasnachtsschaffenden». Auch diese Schaufensterausstellung wird zwischen dem 18.2. und dem 14.3. zu sehen sein (Beispiele in der Bildergalerie).

 

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Pascal beim Trommelbau (Foto: N. Joray)

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Moritz beim Trommeln (Foto: N. Joray)

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Mirjam im Atelier (Foto N. Joray)

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Almin hinter der Bühne (Foto N. Joray)

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pascal joray malt doris in der larvenstube

pascal joray malt doris in der larvenstube

pascal joray malt claudia in der larvenstube

pascal joray malt claudia in der larvenstube

 

 

  1. Das lebende Schaufenster am Fasnachtszyschtig

Und dann – am eigentlichen Fasnachtsdienstag (für die, die das verdrängt haben: 23.2.2021) – werden ebenfalls in verschiedenen Schaufenstern rund um das Fasnachtsherz Hotel Basel Arbeiten vorgeführt, die für die Durchführung unserer Fasnacht unabdingbar sind: Im Hotel Basel arbeitet Daniel Ebner an Larven, Doris Hummel schneidert im «Kawaart» ihre Goschdym, im «Set & Sekt» malt Pascal Joray Stäggelambbe, im Spielegge entstehen Schnitzelbangg-Helge (Alexia Papadopoulos), im Zeronove entstehen Entwürfe zu Goschdym, in der Galerie Eulenspiegel wird getrommelt und im Sahara wird Piccolo geübt. Zudem wirft das «Gässli Festival» auch an den andern Fasnachtstagen die Wand-Fasnacht an die Wand…

Das Hotel Basel nimmt in dieser «Live-Demonstration» eine tragende Rolle ein. Durch die Fenster und Schaufenster des Gebäudes bekommen die spazierenden Fasnächtler/innen einen Einblick in das Leben hinter den Fasnachtskulissen: Es entsteht eine grosse, surreale Fasnachtsbaiz mit über 100 verschiedenen Larven und Ladäärnewänd. Daneben wird das Fasnachtsatelier aufgebaubt, wo man – durch die Scheiben hindurch – den Fasnachtshanderwerken zuschauen kann.

Abgerundet wird die Sache durch die Aktion «Ladäärne lychte aingewäg»: Die  Sans-Gêne-Clique und der Barbara-Club zügeln verdankenswerterweise ihre Lambbe auf den Rümelinsplatz und die «Druurladäärne 2021» (wurde von der Clique speziell für dieses Jahr in Auftrag gegeben) wird in den Rathaushof platziert.

Pascal Joray, einer der Ladäärnemooler resümiert sein Empfinden in dieser Zeit: „Die überwältigenden Reaktionen auch auf die Solidaritäts-Blaggedde war ein so grossartiger Aufsteller, der mir und uns Schwung gab, ebenfalls mit unseren künstlerischen Mitteln einen Beitrag für die Anliegen der Fasnachts-Handwerker und Kulturschaffenden beizusteuern. Und als wir über unsere Idee begannen zu informieren, gingen so viele Türen auf, die unsere Projekt immer wie grösser werden liess. Diese menschliche Wertschätzung von so vielen Seiten erfahren zu dürfen, gibt Kraft für die Bewältigung der Schwierigkeiten und Zukunftsfragen.“

Also: Niemand kann und darf sich beklagen, dass die Fasnachtsstimmung in Basel fehlen wird. Das Fasnachts-Comité wird mit ihrem «Fasnachtsspaziergang» die Fasnacht zeigen. Und die Aktion STATT-FASNACHT befasst sich mit den «guten Geistern hinter der Fasnacht». Das alles reicht allemal für ein paar Stunden gässle in der Basler Innenstadt.

Die Organisatoren bitten alle, welche die Schaufenster besuchen, sich an die Corona-Regeln zu halten: Keine Gruppen grösser als 5 Personen und bitte mit Masken! Und damit sind leider keine Larven gemeint!