Dr Mittwuch: E Zeedel-Lääsede mit kreative Unterbrächige

4. März 2020 | Von | Kategorie: Nachrichten

Die traditionelle Zeedel-Lääsede auf der Baseldytsche Bihni fällt dieses Jahr aus. Obwohl eigentlich eine literarische Veranstaltung mit deutlich weniger als 200 Zuhörern, fiel sie unter das fasnächtliche Radikalverbot. Wir versuchen, hier einen kleinen Ersatz zu geben – aufgelockert zusätzlich mit einigen kreativen Videos aus der Fasnachts- pardon Nicht-Fasnachts-Szene.

Das Klima-Thema hätte das Hauptsujet der diesjährigen Fasnacht werden sollen. Trotzdem wollen wir uns bei den Zeedeln auf nur wenige Beispiele beschränken. So vermutet die Basler Mittwoch-Gesellschaft eher einen Klima-Wahn:

Furzt e Kälbli in Saas-Grund
rieft me panisch, d Wält goot z grund

Ganz ähnlich reimen die Räpplischpalter auf dem Zeedel „Basel im Ökowahn“:

Esoo wird Basels „Greety-Pleety“
zem ökologysche Umwält-Greety
Nur dr Wessels widerstoot däm Drugg:
„Jetzt wird s mer z grien – jetzt tritt ich zrugg

D Räppli 1976, inc diesem Jahr in Partnerschaft mit der Alten Garde der Giftschnaigge setzen auf Nachhaltigkeit und haben einen wichtigen Hinweis:

E Zwischebemergig: Sex isch au noochhaltig
Me gseets denn in nyyn Moonet gewaltig!

Vielleicht wollen Sie jetzt noch etwas fasnächtliche Musik zum Zeedel-Lääse. Dazu brauchen Sie nur ein Fasnachtskiechli und einen alten Plattenspieler:

Von einigen ausgespielt werden auch die unzähligen Demos – und die Antygge haben dazu einen feinen Wortwitz:

Em Baschi losst me nooch wie vor
Wäg Schtraigg und Demos kai guet Hoor

Nebst Klima- gibt es ja auch noch den Gender-Wahn, den die Junge Garde der Rhygwäggi aufgreift:

Die Stärnli und das Binne-I
muess dä Mischt denn wirgglig sy?
Und d Fachwält isch fascht am Verzage
wie me däm dritte Gschlächt soll saage
doch letschtlig kunnt denn dr Entschaid
ass me „Das Martullo“ sait.

Auch die Basler Bebbi AG nimmt sich des Themas an mit dem Titel „Männerdämmerig“:

Öbb gscheyt, öbb dumm, öbb alt, öbb jung
mir wänn au Glychberächtigung
Dass heisst, es ka denn jede Maa
wen är kai Luscht het, Migräne ha

Und die Gewürztraminer-Waggis meinen zur Gender-Sprachpolizei und Maitlibai:

Uns Narre gfallt daas Riisegschrei
um die bekannti Beggerei
s näggscht Sujet haisst, mer saages hitte
woorschyynlig „Aadie Fotzelschnitte“.

Etwas steif vom langen Sitzen und Lesen? Dann hier unten anklicken und mitmachen:

Schon in den Vorfasnachtsveranstaltungen war das Lager-Chaos im Historischen Museum ein Thema. Die Alte Garde des Dupf-Club zählt unter dem Titel „S Bethli Ackermaa uff dr Suechi noonem verloorene Grimpel“ auf, was in solch einem Lager alles zu finden wäre:

E baar Armlychter us em Groossrootssaal,
unterbeschäftigts BVB-Personal,
sälteni Parkblätz, scheeni Exemplaar,
braavi E-Bikefahrer, schambar raar.

Und noch zwei Verse zur orientierungslosen Patrouille Suisse – zum einen von den Schnuderbeeri mit Bezug auf ein Lied von Reinhard Mey:

Dä Liedermacher het jo völlig rächt
Vo oobe gseht me das do unde schlächt
Durch d Ärdkrümmig kriegt d Optik e Bugg
Und Mümliswil gseht us wie Langebrugg

„Knapp dernääbe isch au verbyy“ meinen die Junteressli und vermuten Folgendes, wenn diese Piloten an die Fasnacht wollen:

Wenns am Mäntig ändligg vieri schloot
e Grüppli Drummler bim Joggeli stoot

Nicht beim Joggeli standen diejenigen, die uns schon am Montag als fasnächtliche Exhibitionisten erfreuten – sondern auf dem Andreasplatz und jetzt als Adventssinger:

Bei den Lumpeditty könnte man fast von einer Vorahnung reden, titeln sie doch ihren Zeedel mit „Aadie Fasnacht“, meinen aber, dass sie selbst die letzte Fasnacht machen. Ihnen gehört das Schlusswort:

Liebi Frau Fasnacht, liebi Stadt
verdienet s grooss Loorbeerblatt
mir mechte s do nit underloo
ohni Dangg – nur aifach z goo