Dr Zyschtig: Tipps gegen den (Nicht-)Fasnachts-Blues

3. März 2020 | Von | Kategorie: Nachrichten

Gerade die Liebhaber des besonders anarchischen Fasnachts-Teils dürften es am heutigen Dienstag besonders schwer haben, einer depressiven Stimmung zu entgehen. Alkohol ist nicht die Lösung, zuhause herumhängen und Trübsal blasen auch nicht, aber vielleicht der eine oder andere Tipp unserer Redaktion.

Personen, die sich mit Autosuggestion leicht tun, können natürlich einfach eine alte Fasnachtsplatte oder den Querschnitt des letzten Jahres reinziehen, die Augen schliessen und geistig „gässle“ gehen. Der in der Nase kitzelnde Duft einer (selbstgemachten?) Määlsubbe, Ziibele- oder Kääswaihe hilft natürlich zusätzlich.

Wer etwas stärkere optische Reize braucht, dem sei das Internetportal PrimeNews wärmstens ans Herz gelegt. Da findet man alphabetisch aufgereiht herrliche Helge der Laternen, die leider heute nicht auf dem Münsterplatz stehen. Vor dem Bildschirm herrscht dafür nicht das sonst dort übliche Gedränge und es läuft einem keiner immer dann ins Bild, wenn man ein Foto machen will. Dazu haben sich die Macher von PrimeNews einen besonderen Stimmungs-Aufheller einfallen lassen: Man kann eine Schaltfläche „Fasnachts-Marsch“ anklicken und sich beim virtuellen Rundgang durch die Welt der Laternen auch noch akustisch aufmuntern lassen.

Virtuelle Laternenausstellung bei PrimeNews

Dann gibt des noch diverse Möglichkeiten, die aktuellen Bängg zu sehen und hören. Alle diese Aufzeichnungen leiden darunter, dass sie aus rechtlichen Gründen ohne Publikum stattfanden. Vor allem bei eher schwächeren Versen hilft einem sonst der zumindest höfliche Applaus und die Baize-Atmosphäre über anhaltende Pointen-Armut hinweg. Wie wichtig dieser Faktor ist, zeigt sich besonders bei der Zusammenstellung von Telebasel, wo so ziemlich ungefiltert jeder und jede auftreten konnte – und da war leider nicht nur Gutes dabei. Wer also zu fasnächtlichen Depressionen neigt: NICHT anschauen. Wer seine Frustrationstoleranz testen will (auch ein guter Test, wenn man beabsichtigt, im Grossen Rat Einsitz zu nehmen):

Schnitzelbänke im Telebasel

Ein echter Hingucker ist dafür der Vorfasnachtsquerschnitt bei Telebasel. Die Ausschnitte sind gut gewählt und es hat natürlich Publikum. Kleiner Wermutstropfen: Mit dem „Fasnachtshuus“ (aus terminlichen Gründen) und dem „Källerstraich“ (aus unerfindlichen Gründen) fehlen zwei absolute Highlights.

Vorfasnachtsquerschnitt bei Telebasel

Aber nochmals zurück zu den Schnitzelbänken. Auch die Comité-Bänke haben sich aufzeichnen lassen, dies im Teufelhof und natürlich auch ohne Publikum. Da die Aufzeichnung aber sehr professionell ist und bei dieser Gesellschaft halt schon einige Trouvaillen dabei sind, ist es nicht nur erträglich, sondern meist auch richtig unterhaltsam. Stroosewischer, Gaslatärne oder die Penetrante – um nur einige der Höhepunkte zu nennen – sind halt alte Hasen und lassen sich auch von fehlender Resonanz nicht aus dem Konzept bringen.

Aufzeichnung Schnitzelbank-Comité in 2 Teilen

Und schliesslich mein ganz persönlicher Tipp: Investieren Sie inc doppelter Hinsicht in die Basler Wirtschaft. Die Wirte in der Innerstadt sind von der Absage der Fasnacht schwer gebeutelt. Helfen Sie ihnen, indem Sie sich heute Abend nicht zuhause verkriechen, sondern sich ein gepflegtes Mahl oder ein paar schöne Drinks gönnen. Ok, da sind wir wieder beim Alkohol, der nicht die Lösung ist – aber meistens ja auch nicht das Problem…

Und für die späteren Stunden (wenn man morgen sowieso frei hat) empfiehlt sich ein Abstecher ins Kleinbasler Bermudadreieck, so zwischen „Schiefe“, Schluuch“ und „Schoofegg“. Ich habe es natpürlich nur aus zweiter und dritter Hand, aber man munkelt, dass da an den letzten beiden Abenden einiges an Stimmung abgegangen sei. Wieso soll das heute Abend anders sein. Gemäss „Fasnachtssprache“ aus dem diesjährigen Charivari: Mr nämme denn no aine!