„Nicht-Morgenstraich“ 2020: Leise Töne und einige Tränen

2. März 2020 | Von | Kategorie: Nachrichten

Hunderte von Leuten bevölkerten heute um 4 Uhr morgens die Innerstadt und begingen – jeder auf seine Art – den „Nicht-Morgenstraich“. Der traditionelle Marsch wurde gesummt, gesungen und gepfiffen – in den allerwenigsten Fällen aber auf Piccolos. Die Töne waren leise, der Tränen viele. Die Polizei war präsent, hielt sich aber zurück und liess die „Trauerarbeit“ zu. 

Dass man am Morgenstraich Gänsehaut bekommt, ist an sich nichts spezielles. Dieses Jahr war es aus den bekannten Gründen aber sehr speziell. Auch im 2020 war Punkt vier Uhr der Ruf „Morgestraich vorwärts marsch!“ zu hören – aber viel leiser, fast geflüstert.

Und es folgte nicht ein akustischer Orkan wie sonst, sondern ein leichtes Säuseln. Von überall her schienen sich die bekannten Töne wie ein leichter Frühlingswind zu verbreiten, man hörte ein Summen, feinen Gesang und ab und zu sogar ein Piccolo oder eine sanft geschlagene Trommel. Hier ein schönes Beispiel:

Der Basler Fotograf Patrick „Blaetti“ Blatter liess uns das folgende, am Marktplatz gedrehte Video zukommen:

Wie es die „Ainzelmasgge“ bei uns gestern vorausgesagt hatte: ebenfalls zu hören war immer wieder ein Schnuuder-Hochziehen, nicht wegen Krankheit, sondern schlicht wegen Rührung, oder ein Räuspern, um selbige zu überdecken. Nicht wenigen standen die Tränen zuvorderst, Jeder und Jede trauerte über diesjährige Fasnacht, die uns genommen wurde.

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Viel Kreativität war allerorten zu entdecken. Die Helvetia am Kleinbasler Rheinufer trägt nun ein „Goschtym“, das Käppelijoch war geschmückt. Auch andernorts viele Kerzen, verbunden mit einem am Boden liegenden Lärvli oder eine Steckenlaterne.

Ein ganz grosses Happening fand im Schafgässlein statt, wo hinter dem „Schoofegg“ Punkt 4 Uhr viele Fenster aufgingen und ein traurig-schöner „Morgestraich“ gespielt wurde. Merci Georgette für diese Idee und die Organisation (und Merci, René Häfliger, für das Video!).