Charivari 2020; Soul-Queen meets Frau Fasnacht

2. Februar 2020 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Über Lucien Stöcklin als neuen Regisseur wurde im Vorfeld des Charivari 2020 viel berichtet. Nun kam mit der Première der Tag der Wahrheit und man kann resümieren… toll gemacht! Das Charivari 2020 ist ein Kracher!

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d Schäärede mit em Charivarimärschli

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d Schäärede mit em Charivarimärschli und Olivia Zimmerli

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d Schäärede mit em Charivarimärschli und Olivia Zimmerli

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d Schäärede mit em Charivarimärschli und Olivia Zimmerli

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VKB mit em Glopfgaischt

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VKB mit em Glopfgaischt

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VKB mit em Glopfgaischt

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VKB mit em Glopfgaischt

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Charivariwyybli Olivia Zimmerli

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d Spitzbuebe mit em Viva

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d Spitzbuebe mit em Viva

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d Spitzbuebe mit em Viva

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d Spitzbuebe mit em Viva

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Blätzli gsuecht: Tatjana Pietropaolo, Stephanie Schluchter, Strouppi Dörflinger und Struppi Waldis

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VKB Tamboure im und mit em Ueli

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VKB Tamboure im und mit em Ueli

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VKB Tamboure im und mit em Ueli

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VKB Tamboure im und mit em Ueli

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s Basler Drummle, e Raame mit em Tim Koechlin, Peter Richner und Olivia Zimmerli

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s Basler Drummle, e Raame mit em Tim Koechlin, Peter Richner und Olivia Zimmerli

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s Basler Drummle, e Raame mit em Tim Koechlin, Peter Richner und Olivia Zimmerli

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D Brunzguttere

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D Brunzguttere

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d Fasnachtssprooch e Raame mit dr Olivia Zimmerli, Tim Koechlin, Martin Stich und Struppi Waldis

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D Fasnachtssprooch mit dr Olivia Zimmerli, Tim Koechlin, Martin Stich und Struppi Waldis

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Guggemusig Räpplischpalter

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Guggemusig Räpplischpalter

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Guggemusig Räpplischpalter

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Das muesch gsee ha, Raame mit dr Stephanie Schluchter, Martin Stich, Strouppi Dörflinger und Peter Richner

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D Schäärede mit de ungearische Dänz

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D Schäärede mit de ungarische Dänz

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D Schäärede mit de ungarische Dänz

Charivari–33

D Schäärede mit de ungarische Dänz

Charivari–34

D Schäärede mit de ungarische Dänz

Charivari–35

Bieranjas

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Bieranjas

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Bieranjas

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2079 e Raame mit dr Tatjana Pietropaolo und Peter Richner

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D Gwäägi

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D Gwäägi

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D Gwäägi

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D Basler Trommelakademie

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D Basler Trommelakademie

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D Basler Trommelakademie

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Im Atelier mit em Ensemble

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Im Atelier mit em Ensemble

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VKB mit em Yankee

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VKB mit em Yankee

D Schlussnummere mit dr Nicole Bernegger

D Schlussnummere mit dr Nicole Bernegger

D Schlussnummere mit dr Nicole Bernegger

D Schlussnummere mit dr Nicole Bernegger

Vor Programmbeginn hat mich Charivari-Saalchef René Stebler begrüsst und bemerkt: „d Schlussnummere isch e absolutti Bombe!“ Das diesjährige Charivari jedoch nur auf die Schlussnummer zu reduzieren wäre falsch, dafür hat es einfach zu viele Höhepunkte und Glanzlichter.

S Ensemble und d Rääme
Ein Ausrufezeichen setzt die in dieser Spielzeit neu zum Ensemble gestossene Olivia Zimmerli. Sie überzeugt in ihren Rollen als Charivarimännli/Wyybli, wo sie sich wortstark an den männerdominierten Führungsriegen (auch im Charivari) auslässt oder sich über ihre Rolle als Lückenfüllerin zwischen den Nummern beschwert. Zudem glänzt sie als Sprachwissenschaftlerin im lustigen Rahmen „d Fasnachtssprooch“ wo sie mit Tim Koechlin (ebenfalls neu) und Martin Stich, die allen aktiven Fasnächtler durchaus bekannten sprachlichen Fasnachtsfloskeln erklärt.
Neu zum Ensemble ist auch die aus vergangenen Drummelizeiten bekannte Adelheid (Strouppi) Dörflinger gestossen. Ihre vorfasnachtliche Vergangenheit wird ihr dabei fast zum Verhängnis, hat sie doch den Charivaristart verpasst, weil sie sich zur altehrwürdigen  Drummelbühne ins Küchlin begeben wollte. Stephanie Schluchter, Peter Richner, Tatjana Pietropaolo und Martin Stich muss man in der Basler Vorfasnachtsszene nicht mehr speziell vorstellen. Sie haben eine grossartige Bühnenpräsenz und überzeugen allesamt mit viel Witz, Gestik und Mimik. Beatrice (Struppi) Waldis vervollständigt das Ensemble.

Besonders amüsant im Charivari 2020 sind die Rahmen im ersten Teil. Witzig der Prolog, der wegen der Verspätung von Strouppi etwas aus den Fugen gerät, „Blätzli gsuecht“ aus dem Basler Rathaus, wo versucht wird mehr oder minder gut zu vermittelnde vier- oder zweibeinige Schätzeli unterzubringen und den bereits angesprochenen Rahmen „d Fasnachtssprooch“. Im zweiten Teil sticht das Stück 2079 heraus. Der Klimawandel hat sich bewahrheitet und die düstere Realität birgt Erklärungsbedarf bei der nachkommenden Generation. Gut vorgetragen von Peter Richner und Tatjana Pietropaolo. Das fast komplette Ensemble steht alsdann „im Atelier“ auf der Bühne und versucht für das Sujet Frauenstreik einen Konsens zu finden. Das die Mitglieder des Charivari-Ensemble auch stimmlich einiges zu bieten haben, zeigt sich in der Schlussnummer. Gratulation!

D Bängg
Mit den Brunzguttere und den Gwäägi verfügt das Charivari 2020 auch in diesem Jahr über zwei Spitzenbängg. Während Brunzguttere nach einer kurzen Auszeit wieder ins fasnachtliche Geschehen zurückkehren und mit viel „mmmmmhhhhhh… das isch dr Doon“ ihre Verse mehrstimmig und pointiert vortragen und dabei sehr gefallen, sind d Gwäägi ja praktisch der Charivari-Hausbangg. Gewohnt präzise, musikalisch gewandt und treffend in ihren Aussagen, vermögen sie im Handumdrehen die Gunst des Publikums zu ergattern. Mit ihrem Langvers über die Neubesetzung des HD-Soldat Läppli schiessen sie die Krähe… den Vogel ab. Macht einfach Spass.

D Musig
Ein wunderbarer Einstieg vollziehen d Pfyffergrubbe Schäärede mit dem „Charivarimärschli“, welches alsdann vom neuen Ensemblemitglied Olivia Zimmerli am Piano und gesanglich übernommen wird. Einen zweiten sehr amüsanten Auftritt hat die Pfyffergrubbe dann im zweiten Programmteil mit „die ungarische Dänz“ wo, nebst ihrem wunderbaren Spiel, auch ein etwas dem Alkohol zugetaner Dirigent für Lacher besorgt ist.

Emotional wird es beim Vortrag der Pfyffergrubbe Spitzbuebe. Sie bringen den neu für dieses Charivari geschriebene „Viva“ auf die Bühne und haben dies, dem im vergangenen Jahr aus ihrer Mitte entrissenen Kurt Guuge Stalder gewidmet. Das hierbei das eine oder andere Tränchen aus dem Halblärvli kullert ist verständlich, zumal das Stück enorm unter die Haut geht. Grossartig!

Mit „dr Glopfgaischt“ und im zweiten Teil mit „dr Yankee“ setzen sich die Vereinigte Kleinbasler (VKB) ins Szene. Zwei tolle Vorträge, welche sich lückenlos in die hochkarätigen musikalischen Darbietungen des diesjährigen Charivari eingliedern. In ihren schönen grünen Ueli setzen die Tambouren der VKB mit dem „Ueli“ noch einen drauf. Ganz feine Kost.

Die jungen Tambouren der  Basler Trommelakademie setzen ebenfalls ein Ausrufezeichen. Im Programmheft als „die näggscht Stuefe“ aufgeführt, setzen sie die schon traditionelle Basler Trommelshow fort und müssen sich hinter ihren grossen Brüdern keineswegs verstecken. In Präzision und Ausführung ein absoluter Genuss und toller Hingucker. Allesamt verstehen sie ihr Handwerk und sind bereits jetzt in der Lage ihre Schlegel im Volkshaus unter die Leute zu bringen. Chapeau!

Pompös ist auch der Aufmarsch der Guggemusig Räpplischpalter. Sie warten gleich mit drei Stücken auf, wobei sie beim Mittleren eine falsche Wahl getroffen haben, da es im Saal niemand so richtig kennt und daher der Funke nicht überspringen will. Sie machen dies jedoch mit einem fulminanten, toll arrangierten Ausmarsch wieder wett. Ein toller Auftritt.

Für Begeisterungsstürme sorgen d Bieranjas. Als Guggemuusig beschrieben, jedoch eher als Brassband zu verstehen, sorgen sie mit einem Medley der Kultband Queen, „Time of my Live“ aus Dirty Dancing oder „let me entertain you“ von Robbie Williams für einen Hexenkessel im Volkshaussaal. Es ist schwer die Füsse still oder sich gar auf dem Stuhl zu halten, wenn diese Jungs aus Möhlin in ihre Instrumente stossen. Extraklasse!

D Schlussnummere
Und dann steht sie auf der Bühne! Hinter ihr das Charivari-Ensemble als Backgroundsänger, ein Schlagzeuger, ein Keyboarder, ein E-Gitarrist, ein Bassist, eine Anzahl Piccolospieler/Innen und einige Musiker der Bieranjas und Nicole Bernegger die Baselbieter Soul-Queen in einem voluminösen Frau Fasnacht-Kostüm.  Nach den ersten zwei gespielten Tönen und dem ersten „Faaasnacht…“ war klar, das wird der Oberhammer! „Bohemian Rhapsody“ von Queen, mit Baseldeutschem Text, grossartig vorgetragen von der Stimmgewaltigen Nicole und den hervorragenden Musiker, wird diese Schlussnummer zum Erlebnis. Da stimmt einfach alles, was das euphorisierte Publikum mit stehenden Ovationen bekundet und lauthals eine Zugabe fordert. Leider wurde diesem Wunsch am Premièrenabend nicht entsprochen, aber der Saalchef René Stebler hatte recht: „d Schlussnummere isch e absolutti Bombe!“

Charivari 2020
Meinem Namensvetter Lucien Stöcklin ist sein Regiedebüt absolut gelungen. Er hat es verstanden eine hochkarätiges Vorfasnachtsprogramm auf die Bühne zu bringen, welches keine Wünsche offen lässt und noch lange von sich zu reden geben wird. Das Ensemble mit ihren tollen Neuzugängen glänzt mit ihrem Schauspiel, die Schnitzelbänke sind von toller Qualität, die Fasnachtsmusik makellos und die Schlussnummer spektakulär.
Es sind noch einige, wenige Tickets für das Charivari 2020 zu haben, sputen sie sich, weil das muss man gesehen haben!

Charivari 2020
1.– 15 Februar 2020 im Volkshaus Basel
Jeweils 20:00 Uhr
Tickets
www.charivari.ch
ticket@charivari.ch
Tel. +41 61 266 10 00
Basel Tattoo Shop, Glockengasse 4
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